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U12: Ton im Film

Hierzu gibt es ein Lernmodul Farbentheorie und Farbgestaltung von Ingrid Crüger

Anleitung für das Wiki

In diesem Wiki könnt ihr gemeinsam Lerninhalte erstellen. Jedes Wiki ist direkt und für jeden angemeldeten User editierbar. Wenn bereits bei vorherigen Prüfungs-Wikis zum Thema (manchmal auch nur Teilgebiete streifend) erstellt wurden, so werden sie unten verlinkt. Ansonsten einfach hier diesen Eintrag Überschreiben und mit entsprechenden Inhalten füllen.

Um Beispielaufgaben etc. zu bearbeiten haben wir extra eine Lerngruppe (https://mediencommunity.de/lerngruppe-mediengestalter-ap-sommer-2021) eingerichtet, bitte diese für das gemeinsame Lösen von Aufgaben nutzen.

 

Viel Erfolg beim Lernen.

Das Team der mediencommunity

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Der Ton eines Films wird nur selten bewusst als Gestaltungsmittel wahrgenommen. Aufmerksames Hinhören ist wesentlich seltener als genaues Hinsehen. Jedoch hat der Ton einen erheblichen Einfluss auf die Wirkung des Gesamtwerkes.
 
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Tongestaltung

Der Ton eines Films oder einer Fernsehsendung lässt sich grundlegend in 3 Tonebenen/Tonquellen unterteilen:

1. Musik
2. Geräusche
3. Sprache

Das einfachste Verhältnis zwischen Bild und Ton kann anhand der beiden Begriffe On-Ton und Off-Ton erklärt werden:

On-Ton: Die Herkunft der Tonquelle ist im Bild zu sehen.
Off-Ton: Die Tonquelle ist nicht im Bild zu sehen.

Befindet sich die Tonquelle im „Off“, so wird zwischen szenischer Off-Ton und kommentierender Off-Ton unterschieden:
 

szenischer Off-Ton:
Die Tonquelle ist zwar nicht zu sehen, hat ihren Usprung aber in der gezeigten Situation. Ein Beispiel ist die Musik, die von einem Pianisten während eines Konzertes gespielt wird, während die Kamera jedoch auf das Publikum gerichtet ist.
 
kommentierender Off-Ton:
alle Varianten von Ton, der nicht direkt zur dargestellten Situation gehört. Zum Beispiel Musik oder Sprecherkommentare, die in der Postproduktion über die gezeigten Bilder gelegt wird.
 
Tonaufnahme
Im Amateurbereich ist es üblich, den Ton mit dem in der Kamera eingebauten Mikrofon aufzunehmen. Bei professionellen Produktionen wird dies vermieden. Ist das Mikrofon an die Kamera gekoppelt, so passiert es häufig, dass sich Bild- und Hörperspektive voneinander unterscheiden. In Abbildung 1 wird der Ton des Parkplatzes aufge-
nommen. Die Kamera ist jedoch auf das Segelboot gerichtet: der Lärm des Parkplatzes zerstört die Wirkung des idyllischen Bildes und ist nicht zu gebrauchen.

Bei professionellen Dreharbeiten müssen Bild und Ton separat aufgenommen werden. Kamera und Mikrofon sollte man getrennt halten. In einem Interview werden üblicherweise Ansteckmikrofone oder Tonangeln verwendet.

Ansteckmikrofon: wird direkt am Brustbereich der sprechenden Person angebracht. Der Ton wird somit sehr direkt aufgenommen, wodurch Umgebungsgeräusche weitgehend vermieden werden. Kontakt zu Kleidungsstücken sollte vermieden werden, da sonst Rascheln oder Klimpern mitaufgenommen wird.

Tonangel: Der Tonangler (Kameraassistent) versucht mit Hilfe einer Tonangel so nahe wie
moglich an den Mund der Schauspieler, Interviewpartner oder an eine sonstige
Gerauschquelle zu gelangen, ohne dass das Mikrofon im Bild zu sehen ist.

subjektive Hörperspektive: Der aufgezeichnete Ton sollte dem entsprechen, was die im Bild gezeigte Person hört. Bei szenischen Produktionen bezieht sich der Ton in der Regel auf die subjektive Hörperspektive des Protagonisten.

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Musik:

Im Zusammenhang mit Film- und Fernsehbildern wird Musik beinahe immer funktional genutzt. Man spricht hierbei von der Funktionalisierung von Musik. Die Musik übernimmt dann weitere, über ihre eigentliche Bedeutung hinausgehende Aufgaben.

Folgende Aspekte der Musik sind von Bedeutung:
• Melodieführung und Harmonik
• Instumentierung und Klangcharakter
• Dynamik und Lautstärke
• Tempo

Melodieführung und Harmonik
Der Melodie einer Filmmusik kann allein aufgrund ihrer Stimmführung (auch Stimmverlauf) , d.h. ihres auf- oder abwärtsgerichteten Verlaufs, eine inhaltliche Aussage verdeutlichen.

aufwärts geführte Stimmführung: positive Emotionen, dynamisierend, geeignet zur Steigerung von Spannungsmomenten
abwärts geführte Stimmführung: emotionale Eintrübung, retardierende oder auch beruhigende Wirkung

Frequenz: Ein Begriff aus der Akustik, der die Schwingung pro Zeit, also deren Haufigkeit, beschreibt. Je höher die Frequenz z. B. einer schwingenden Geigenssaite ist, desto höher ist der Ton, den sie abgibt.

Tiefe Frequenzen signalisieren Bedrohung und Gefahr. Sie beschreibung häufig eine Situation unterschwelliger Angst.

Hohe Frequenzen assoziieren Freude, Leichtigkeit sowie Größe und Weite.

Durch extrem hohe oder tiefe Töne in der Melodieführung lassen sich dramaturgisch außergewöhnliche Situationen oder besondere emotionale Stimmungszustände verdeutlichen.

Auch die Einordnung aller Töne einer Melodie in einen harmonischen Bezug kann eine Aussage erzeugen: Bei der einfachen harmonischen Unterteilung der Tongeschlechter Dur und Moll wird im Allgemeinen ..

... Dur mit fröhlich, stark, heiter und positiv in Verbindung gebracht.
... Mol als traurig, zurückhaltend, düster und negativ interpretiert.

Instrumentierung und Klangcharakter

Beim Einsatz von Musikinstrumenten spielen standardisierte Bedeutungen oder Klischees eine große Rolle. Die Kenntnis dieser Klischees und der bewusste Umgang damit ist für den Einsatz von Musik in der Filmproduktion ein entscheidender Faktor und kann die dramatische Wirkung der gesamten Produktion stark beeinflussen.

Dynamik und Lautstärke
Die Begriffe Lautstärke und Dynamik werden fälschlicherweise häufig synonym verwendet.

Dynamik:
Bezeichnet den Unterschied zwischen der leisesten und der lautesten Wiedergabelautstärke eines Schallereignisses oder dessen technischer Aufzeichnung

Bekannte Klischees bezüglich Lautstärke:
laut: Macht, Stärke, Kraft, große Emotionen, aber auch Aggresivität
leise: Zurückhaltung, Innigkeit, Schwäche, (unheilvolle) Erwartung, Zärtlichkeit

Tempo
Durch die Veränderung des Tempos der Musik können ebenfalls bestimmte Wirkungen erzielt werden. Langsamer werdende Tempi oder beschleunigende Tempi haben im Zusammenhang mit Bildern oder Einstellungsfolgen starken Einfluss auf den dramatischen Effekt einer Darstellung:

Verlangsamung des Tempos: immer anstregender werdende Bewegungen, Beruhigung nach turbulenten Szenen

Beschleunigung des Tempos: erhöht die Spannung bei Verfolgungsjagden, kann positive Stimmuns- oder Handlungsumschwünge verdeutlichen

Freie Tempogestaltung: torkelnde Personen, slapstick-artige Bewegungen

Kurzzeitiges Aussetzen der Musik: Intensivierung in spannenden Augenblicken (z.B. Bombenentschärfung)