Wiki für Druckverarbeitung

Die vorliegenden Ausarbeitungen basiert auf dem Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm).

AnhangGröße
PDF icon DWV_Inhalt_Vers02-04_0418.pdf549.55 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.0 Erzeugnisse der Druckweiterverarbeitung

In dem Bereich der  Druckweiterverarbeitung oder in einer Buchbinderei erhält das Druckerzeugnis seine endgültige Form. Durch eine optimale Weiterverarbeitung wird die Handhabung zweckmäßiger, das Aussehen der Printprodukte dekorativer und der Schutz vor Beschädigung erhöht.

Die Druckweiterverarbeitung ist meist Bestandteil einer Druckerei, sie wird aber auch als eigenständige Buchbinderei betrieben. In zunehmendem Maße werden industrielle Fertigungsmethoden eingesetzt, aber die handwerklichen Fertigkeiten spielen nicht nur in der Einzel- und Sonderfertigung eine Rolle, sondern müssen auch für die Musterfertigung in der Serienfertigung beherrscht werden.

In der Industriestatistik werden die industriellen Druckerzeugnisse in einem Warenverzeichnis geführt, das die Produkte in Erzeugnisgruppen zusammenfasst. Kein Unternehmen wird für alle Erzeugnisgruppen Produkte fertigen. Je nach technischer Ausstattung, Kundenstruktur und Marktsituation haben die meisten Betriebe mehr oder weniger stark ausgeprägte Erzeugnisschwerpunkte. Druckprodukte werden zum größten Teil nicht als Bücher gebunden, weshalb die Mehrzahl der Produkte im Vergleich zum Buch in Konstruktion und Ausstattung einfacher ausfallen.

Die Fachbegriffe der Buchbinderei sind nicht so geläufig, da häufig synonyme Begriffe verwendet werden, wie dies zum Beispiel für die Mehrlagenbroschur der Fall ist. Taschenbuch, Paperback und Softcover sind Beispiele dafür. Oft werden auch Bezeichnungen verwendet, die sich auf den Inhalt beziehen, wie Versandhauskatalog, Telefonbuch oder Kinderbuch. Es ist deshalb notwendig, Produkte nach objektiven Gesichtspunkten, die möglichst in allen Unternehmen verstanden werden, zu beschreiben.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.1 Einzelblattbroschur

Einzelblätter oder Falzbogen werden zusammentragen, vierseitig zu Einzelblättern beschnitten, meist mit zwei Halbumschlägen versehen.
Man unterscheidet folgende Arten der Einzelblattbroschur mit jeweils speziellen Merkmalen.

Spiralbroschur
Spezielle Merkmale sind Spezialperforierung und Spiralbindung.

Kammbroschur
Spezielle Merkmale sind Schlitzstanzung und Kammbindung.

Ringbroschur
Spezielle Merkmale sind eine 4fache Abheftlochung oder Spezialstanzung, in Ringbuchmechanik abgeheftet oder Ringe in Spezialausschnitt gesteckt.

Kordelbroschur
Spezielle Merkmale sind, dass die Kordelbroschur von Hand gebohrt, mit Kordel oder Schnur geheftet wird.

(Quelle: Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des BVDM, 1996 und 2007)

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.2 Einlagenbroschur

Ein oder mehrere Falzbogen werden ineinander gesteckt und meist mit einem Umschlag versehen. Man unterscheidet folgende Arten der Einlagenbroschur mit jeweils speziellen Merkmalen.

Drahtrückstichbroschur
Spezielle Merkmale sind, dass mit Draht durch den Rücken geheftet wird.

Fadenrückstichbroschur
Spezielle Merkmale sind, dass mittels Knotenfadenheftung oder Steppheftung (Stepprückstichbroschur) geheftet wird.

(Quelle: Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des BVDM, 1996 und 2007)

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.3 Mehrlagenbroschur ohne Vorsatz

Die Mehrlagenbroschur ohne Vorsatz ist ein zusammengetragener Rohblock. Man unterscheidet folgende Arten der Mehrlagenbroschur ohne Vorsatz mit jeweils speziellen Merkmalen.

Broschur seitlich drahtgeheftet
Die Broschur ist meist in 4fach gerilltem Umschlag breit überklebt eingehängt. Oder: 2 Halbumschläge werden mitgeheftet und gefälzelt.

Broschur fadengeheftet
Die Broschur wird mit Zwirn geheftet und in 2- oder 4fach gerilltem Umschlag eingehängt.

Broschur fadengesiegelt
(Falzbogen werden beim Falzen fadengesiegelt). Ohne Rückenbearbeitung wird die Broschur klebegebunden in 2- oder 4fach gerilltem Umschlag eingehängt. Oder: 2 Halbumschläge mit klebegebunden und gefälzelt.

Broschur klebegebunden
Die Broschur wird mit Rückenbearbeitung klebegebunden, in 2- oder 4fach gerilltem Umschlag eingehängt. Oder: 2 Halbumschläge werden mit klebegebunden und gefälzelt.

Englische Broschur
Die Broschur wird fadengeheftet, fadengesiegelt oder klebegebunden, in 2- oder 4fach gerilltem Umschlag versehen (am Rücken angeklebt) und vorne breite Klappen eingeschlagen, oben und unten beschnitten.

(Quelle: Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des BVDM, 1996 und 2007)

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.4 Mehrlagenbroschur mit Vorsatz

Diese Mehrlagenbroschur ist ein mit Vorsatz versehener Broschurblock. Man unterscheidet folgende Arten der Mehrlagenbroschur mit Vorsatz mit jeweils speziellen Merkmalen.

Überzugsbroschur
Die Broschur wird mit flexiblen Einbandstoffen überzogen und beschnitten.

Steifbroschur
Bei der Steifbroschur werden Pappdeckel auf Vorsatz kaschiert, gefälzelt, mit Überzugspapier bezogen und beschnitten am Kopf (oben) und am Fuß (unten). Auch: Vorne beschnitten, Überzugspapier vorne eingeschlagen.

(Quelle: Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des BVDM, 1996 und 2007)

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.5 Deckenbände: Halbband

Ein Halbband ist ein gehefteter oder klebegebundener Buchblock, beschnitten in Decke mit Kanten eingehängt. Man unterscheidet folgende Arten der Deckeneinbände: Halbband mit jeweils speziellen Merkmalen.

Halbschichtstoffband
Die Decke besteht aus zwei Pappdeckeln und Rückeneinlage, der Rücken mit Schichtstoff (Kunstleder) gehängt und Deckel mit zwei Halbüberzügen – meist Papier – bezogen.

Halbgewebeband
Der Rücken wird mit Einbandgewebe gehängt und die Deckel werden mit zwei Halbüberzügen – meist Papier – bezogen.

Halblederband
Der Rücken wird mit Leder gehängt und die Deckel werden mit zwei Halbüberzügen – Papier oder Einbandgewebe – bezogen.

Halbpergamentband
Der Rücken wird mit Pergament gehängt und die Deckel werden mit zwei Halbüberzügen – meist Papier – bezogen.

(Quelle: Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des BVDM, 1996 und 2007)

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.6 Deckenbände: Ganzband

Ein Ganzband ist ein gehefteter oder klebegebundener Buchblock, der beschnitten in die Decke mit Kanten eingehängt wird. Die Decke besteht aus zwei Pappdeckeln und Rückeneinlage (Ausnahme: Kunststoffband). Man unterscheidet folgende Arten der Deckeneinbände: Ganzband mit jeweils speziellen Merkmalen.

Pappband
Der Pappband ist vollständig mit Papier überzogen.

Schichtstoffband
Der Schichtstoffband ist vollständig mit Schichtstoff (Kunstleder) überzogen.

Kunststoffband
Beim Kunststoffband besteht die Decke aus zwei Deckeln. Hart-PVC-Folie ist mit Weich-PVC- Folie ganz überzogen. Anstelle der eingeschlagenen Kanten wird die Decke mit Rundecken versehen und randverschweißt. Oder: Zwei Pappdeckel werden als Verstärkung zwischen zwei Weich-PVC-Folien eingefügt.

Ganzgewebeband
Der Ganzgewebeband ist vollständig mit Einbandgewebe überzogen.

Ganzlederband
Der Ganzlederband ist vollständig mit Leder überzogen.

(Quelle: Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des BVDM, 1996 und 2007)

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

1.7 Sonstige Produkte

Die Auswahl der Arten ist beispielhaft. Die Vielzahl der Produkte lässt eine vollständige Auflistung nicht zu.

Falzprospekte
4-, 6-, 8-, 12- oder 16seitiger Rohbogen werden in der Falzmaschine parallel oder kreuzgefalzt. 8seitige Falzbogen können auch in der Maschine am Kopf beschnitten werden, 12- und 16seitige Falzbogen werden im Dreimesserautomat oder Schnellschneider beschnitten.

Falzgeklebte Prospekte
8-, 12- oder 16seitiger Rohbogen werden in der Falzmaschine parallel und kreuzgefalzt und im Bund durch Zusatzgeräte mit Klebstoffstrich versehen, anschließend beschnitten.

Fensterfalz
6- oder 8seitiger Rohbogen werden mit beidseitig eingeschlagenen Klappen zum Zweibruch-Fensterfalz, mit zusätzlichem Falzbruch in der Mitte zum Dreibruch-Fensterfalz (geschlossener Fensterfalz) gefalzt. Der Zweibruch-Fensterfalz ist ohne, der Dreibruch-Fensterfalz ist nur mit Fensterfalztasche ausführbar.

Faltprospekte oder -kalender
Der Rohbogen wird zwei- oder mehrfach im Zickzack (auch Leporello genannt) gefalzt. Die Parallelfalzbrüche erfolgen dabei in wechselnder Richtung. Die Abstände können dabei gleich oder abgestuft sein.

Kaschierte Plakate
Pappe mit wird mit bedrucktem Plakat kaschiert und mit meist unbedrucktem Papier gegenkaschiert, vierseitig beschnitten, häufig mit Aufhänger versehen.

Mappen
In einfacher Form werden zwei Pappdeckel mit beliebig breitem Geweberücken versehen. Mappen werden auch mit Papier überzogen, mit Ecken, Klappen und Bindebändern verbessert.

Wandkalender
Wochen- oder Monatskalender werden zusammengetragen, meist mit Deckblatt versehen, am Kopf perforiert, hinten mit Pappdeckel zugelegt, verleimt oder drahtgeheftet, gefälzelt.
Oder: Mehrere Kalenderblocks werden untereinander auf kaschierte oder bedruckte Pappe befestigt, auch auf mehrere mit Papier- oder Gewebefälzel verbundene Teile möglich (zusammenklappbar).

(Quelle: Ausbildungsleitfaden Druckweiterverarbeitung des BVDM, 1996 und 2007)

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.0 Naturwissenschaftliche Grundlagen

ln der Druckweiterverarbeitung spielen physikalische Grundlagen eine entscheidende Rolle, wie z.B. Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, Elektrik, Elektronik und Sensorik. Diesen Wissensgebieten entnehmen wir praxisnahe Teile, wodurch das Verständnis für technische Vorgänge und das fachgerechte Arbeiten erleichtert wird.

Bewertung: 
5
Durchschnitt: 5 (1 Stimme)

2.1 Mechanik

Das Wort Mechanik kommt aus dem Griechischen. Es bedeutet Maschine aber auch Wirkungsweise. Die Mechanik ist ein Teilgebiet der Physik. Die Mechanik beschäftigt sich mit den grundlegenden Eigenschaften von Körpern und Stoffen, wie z.B. das Volumen, die Masse und die Dichte von Körpern und Stoffen. Ein wichtiger Bereich der Mechanik sind die Bewegung von Körpern sowie die Kräfte und deren Wirkungen.

AnhangGröße
PDF icon 02.01 Mechanik.PDF5.52 MB
Tags: 
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.1.1 Das Messen

Messen ist Vergleichen einer Größe mit einer festgelegten Einheit. Man vergleicht zum Beispiel Länge mit Länge, Gewicht mit Gewicht oder Winkel mit Winkel.
Die festgelegte Maßeinheit der Längen ist das Meter. Es wurde zuerst als der 40millionste Teil des Erdumfanges festgelegt. Heute gilt für das Meter ein genaueres Muster: die Wellenlänge der roten Kadmiumstrahlen.
Zu den Längenmesszeugen gehören Strichmesszeuge, Taster und Lehren.
Einfache Strichmesszeuge sind Zollstock, Stahlmaß und Rollbandmaß. Einstellbare Strichmesszeuge sind der Messschieber und die Messschraube.
Taster verwendet man zum Übertragen und Vergleichen von Maßen zylindrischer Gegenstände (Rohren, Wellen, Bohrungen).
Lehren sind feste Messzeuge. Sie sind auf einen bestimmten Messwert eingestellt und lassen sich nicht verändern. Beispiele bieten die Schlitzlehren für Aufzugdicken der Druckzylinder und die Fühllehre, der „Spion“, mit dem zum Beispiel die Elektrodenabstände der Zündkerzen des Autos geprüft werden.
Zuweilen wird der Messschieber als Schieb- oder Schublehre bezeichnet. Das ist jedoch nicht richtig, weil Lehren feststehende Messzeuge sind. Der Messschieber ist ein einstellbares Strichmesszeug und keine Lehre. Lehren sind feststehende Messwerkzeuge. Deshalb ist der Messschieber keine Schieblehre.

Messfehler vermeiden!
Welches Messzeug im einzelnen Falle zu verwenden ist, richtet sich nach dem jeweils notwendigen Grad der Messgenauigkeit. Wir messen immer so genau wie nötig und nicht so genau wie möglich. Notwendig ist stets gewissenhaftes Messen mit der vorgeschriebenen Genauigkeit.
Messfehler treten bei Längenmessungen leicht auf, wenn die Vergleichsskala nicht dicht genug am zu messenden Material liegt oder mit falscher Blickrichtung abgelesen wird.
Ein solcher Fehler wird vermieden, wenn man den Blick lotrecht auf die Messstelle richtet.
Außerdem ist es in dem dargestellten Fall zweckmäßig den Messstab aufrecht zu stellen und die Messskala dadurch dicht an die Messstelle heranzubringen.

Den Nonius richtig ablesen!
Der Nonius ist eine bewegliche Längenskala zur Steigerung der Ablesegenauigkeit auf Messgeräten für Längen oder Winkel, beispielsweise auf einem Messschieber. Der Messschieber besteht aus dem Grundlineal mit festem Messschenkel und aus der Messbacke mit dem verschiebbarem Messschenkel. Auf dem Grundlineal befindet sich die Messskala. Die Messbacke ist verschiebbar auf dem Grundlineal gelagert. Sie trägt am Rand eine Skala, den Nonius. Der Nonius ist eine Maßeinteilung auf der Messbacke, die das Einstellen und Ablesen von Zehnteln erlaubt.

In der Nullstellung sind die Messschenkel geschlossen. Der 0-Strich des Nonius steht unter dem 0-Strich der Messskala auf dem Grundlineal. Der 10. Strich des Nonius steht unter dem 9. Strich der Messskala. Die 10 Abstände zwischen den 11 Strichen des Nonius sind insgesamt ebenso lang wie die 9 Abstände der Messskala auf dem Grundlineal. Jeder einzelne Abstand auf dem Nonius ist somit um 0,1 kürzer als jeder Abstand auf der Messskala des Grundlineals.

Die Messschraube!
Die Messschraube misst Hundertstel! Die Messschraube besteht aus Messspindel, Messhülse, Messtrommel, Amboss, Bügel und Ratsche. Auf der Messhülse befindet sich die Messskala mit den ganzen Millimeterabständen. Die Messtrommel trägt die Kreisskala mit den Millimeterbruchteilen. Sie ist mit der Messspindel fest verbunden. Das feingängige Gewinde der Messspindel hat eine Steigung von 1 mm bei einer Umdrehung. Die Ratsche wird auch Gefühlsschraube genannt, weil sie mit ihrer Rutschkupplung dafür sorgt, dass wir beim Zudrehen der Messschraube den Grenzwert des Drucks auf das zu messende Material nicht überschreiten.

Analoge und digitale Ablesung.
Zwei Arten von Messzeugen sind zu unterscheiden, Messzeuge für Analog-Ablesung und andere für Digital-Ablesung. Zu den Messzeugen für Analog-Ablesung gehören die bereits erwähnten Strichmesszeuge: Messlineal, Messschieber und Messschraube. Der Ablesewert wird auf einer Strichskala angezeigt. Die Messzeuge für digitale Ablesung zeigen in einem Fenster den Ablesewert als Zahl an. Das ist zum Beispiel bei den automatischen Messvorrichtungen moderner Schneidemaschinen der Fall.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.1.2 Kraft und Druck

Ein anschauliches Beispiel für Kraft ist die Anziehungskraft der Erde, die Schwerkraft. Die Körper erhalten durch sie ihr Gewicht. Deshalb nennt man diese Anziehungskraft auch Gewichtskraft. Außer der Gewichtskraft gibt es viele andere Arten von Kräften. Allen Kräften ist gemeinsam, dass sie Gegenstände bewegen und verformen können. Zur vollständigen Kennzeichnung jeder Kraft sind immer zwei Angaben erforderlich, ihre Richtung und ihr Ausmaß.
Man deutet die Richtung einer Kraft durch einen Pfeil an. Derartige gerichtete Größen heißen Vektoren. Die anderen Größen, für die nur eine Angabe erforderlich ist, heißen Skalare. So sind zum Beispiel Länge, Temperatur und Zeit Skalare.

Wodurch unterscheiden sich Kilonewton und Kilogramm?
Nach dem Internationalen Maßsystem gilt heute als Maßeinheit einer Kraft das Newton mit dem Kurzzeichen N. Nicht mehr gültig sind das Pond (p) und das Kilopond (kp). Der allgemeine Sprachgebrauch kennt als Gewichtseinheiten das Gramm, das Kilogramm und die Tonne. Diese Ausdrücke bezeichnen jedoch nicht das Gewicht, sondern die Masse eines Körpers. Die Masse ist ein wichtiger physikalischer Begriff, auf den wir hier nur kurz eingehen können. Die Masse der Körper bleibt überall gleich, an allen Stellen der Erde und im Weltall. Die Gewichtskraft bleibt nicht gleich. Sie ist ortsabhängig. Je weiter sich ein Körper von der Erdoberfläche entfernt, um so geringer wird die auf ihn wirkende Anziehungskraft der Erde, also seine Gewichtskraft. Die Masse bleibt dagegen überall gleich. Die Stärke der Gewichtskraft ist ortsabhängig, die Masse ist ortsunabhängig.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.1.3 Hebel, Rolle, Keil, Schraube

Der Hebel.

Der Hebel ist ein fester, drehbar gelagerter Körper. Er kann gerade, gebogen oder winklig sein. Mit Hilfe von Hebeln werden Kräfte umgewandelt. Es gibt zweiseitige und einseitige Hebel. Außerdem sind Kraftarm und Lastarm zu unterscheiden. Der Kraftarm erstreckt sich vom festen Drehpunkt bis zum Angriffspunkt der Kraft, der Lastarm reicht vom festen Drehpunkt bis zum Angriffspunkt der Last. Ein Hebel ist im Gleichgewicht, wenn Kraft mal Kraftarm gleich Last mal Lastarm ist.

Die Rolle.

Wir unterscheiden die feste und die lose Rolle. Die feste Rolle hat einen festen Drehpunkt, die lose Rolle einen beweglichen. Die feste Rolle wirkt wie ein zweiseitiger Hebel mit gleichlangen Armen. Sie verändert nur die Richtung der Kraft, nicht ihre Größe. Bei der losen Rolle wird die Last von dem um sie herumlaufenden Seil getragen. Die Last verteilt sich auf beide Seilstücke. Das freie Seilstück hat nur die halbe Last zu tragen. Der Rollenflaschenzug besteht aus mehreren festen und losen Rollen, über die das Seil läuft. Um die am freien Ende des Seils erforderliche Kraft zu ermitteln, muss man die Last durch die Anzahl der Tragseile des Flaschenzuges teilen. Feste Rollen finden wir auch in Falzmaschinen und Transportanlagen. Lose Rollen halten die Spannung der Materialbahn in Lackier- und Beschichtungsmaschinen konstant.

Der Keil.

Der Keil liefert die Grundform für alle Schneid- und Trennzeuge. Mit Hilfe des Keils werden Kräfte auf kleinstem Raum zusammengefaßt und dadurch Schneid- und Trennwirkungen erzielt. Die beiden Wangen des Keils bilden den Keilwinkel. Beim Schneidzeug ist die Größe des Keilwinkels auf die Härte des zu bearbeitenden Werkstoffes abgestimmt. Ein zu großer Keilwinkel hat schlechte Schneidwirkung, ein zu kleiner führt zum Klemmen und Abbrechen der Schneide. Die Schneiden der Messer der Schneidemaschinen haben eine Keilform. Der Keilwinkel heißt hier Messerwinkel. Seine Größe richtet sich nach dem zu schneidenden Material. Für weiche Bedruckstoffe wie Saugpost sind 19 Grad am günstigsten. Zum Schneiden von Manilakarton ist ein Messerwinkel von 24 Grad am besten. Da das Schneidgut in der Praxis oft wechselt, verwendet man meist einen mittleren Messerwinkel von 22 Grad.

Nach der Bewegung des Messers sind vier Schnittarten zu unterscheiden:

• Parallelsenkrechtschnitt
• Parallelschrägschnitt
• Schwingsenkrechtschnitt
• Schwingschrägschnitt.

Beim Parallelsenkrechtschnitt bleibt die Messerschneide parallel zur Stapeloberfläche. Sie geht senkrecht nach unten und trifft in ihrer gesamten Länge überall gleichzeitig auf die Stapeloberfläche. Der Parallelsenkrechtschnitt verlangt einen hohen Schneiddruck. Die Stoßbelastung der Maschine ist groß. Er wird zum Schneiden von Gummi, Kork, Dämmplatten, Kunststoffen und Textilien angewandt.

Beim Parallelschrägschnitt bleibt die Messerschneide ebenfalls parallel zur Stapeloberfläche. Sie schneidet jedoch schräg durch den Stapel. Die Stoßbelastung der Maschine ist auch erheblich. Erleichternd wirkt die schräge Schnittrichtung. Das Messer wirkt nicht nur als Keil, sondern auch als eine Säge mit mikroskopisch feinen Zähnen. Der Druck des Pressbalkens auf den Stapel muss hoch sein, damit sich das Schneidgut nicht verschiebt.

Beim Schwingsenkrechtschnitt hängt das Messer in seinem oberen Totpunkt in einem Winkel schräg zur Stapeloberfläche. Es trifft beim Abwärtsgehen zuerst auf eine Kante des Stapels. Die Schrägstellung vermindert sich allmählich. Im unteren Totpunkt ist die Messerschneide genau parallel zur Tischoberfläche. Sehr elastische Materialien werden auf diese Weise geschnitten. Manche Schnellschneider lassen sich wahlweise auf Parallelsenkrecht- oder Parallelschrägschnitt einstellen.

Beim Schwingschrägschnitt hängt das Messer in seinem oberen Totpunkt ebenfalls um einige Millimeter schräg im Winkel zur Stapeloberfläche. Dieser Winkel vermindert sich beim schrägen Abwärtsgleiten des Messers allmählich. In der unteren Totpunktlage ist dann die Messerschneide genau parallel zur Tischoberfläche. Jede Stelle der Messerschneide beschreibt eine schräge, nach unten durchhängende Wegkurve. Das Messer trifft also nicht schlagartig mit seiner gesamten Länge auf den Papierstapel, sondern dringt schräg von einer Seite aus in das Schneidgut ein. Seine Bahn ähnelt der eines landenden Flugzeugs. Der Schnitt erfolgt während der Schwingbewegung des Messers von links nach rechts und damit von der normalen Seitenanlage weg. Diese kurvenartige Abwärtsbewegung des Messers wird dadurch erreicht, dass die beiden Schrägführungen des Messers nicht genau parallel zueinander liegen. Das Messer wirkt nicht nur als trennender Keil, sondern auch als Säge mit mikroskopisch feinen Zähnen. Auch die schärfste Messerschneide zeigt bei starker Vergrößerung eine relativ zackige Struktur. Der Schwingschrägschnitt verlangt weniger Kraft als der Senkrechtparallelschnitt. Er erleichtert den Trennvorgang, vermindert den Materialstau und schont das Messer.

Schrauben, Muttern, Gewinde.

Schrauben stellen lösbare feste und bewegliche Verbindungen her. Ein wichtiges Kennzeichen jeder Schraube ist das in den Schraubenschaft eingeschnittene Gewinde. Es gibt der Schraube ihren festen Sitz und hat seinen geometrischen Ursprung in der Schraubenlinie. Die Gewindegänge können je nach dem Verwendungszweck spitz, flach, trapezförmig, sägeartig oder rund sein. Ein Beispiel für Rundgewinde bieten die Sockel der Glühlampen. Das normale Gewinde ist rechtsgängig. Die rechtsgängige Schraube rotiert beim Einschrauben im Uhrzeigerdrehsinn. Das linksgängige Gewinde wird bei jenen Verbindungen angewandt, die sich sonst, wenn sie rechtsgängig waren, von selbst lösen würden. Das kann bei Kreissägen, Spannschlössern, Kupplungen, Schleifscheiben oder Kurbeln der Fall sein. Es gibt sehr viele Arten von Schrauben. Die zwei großen Hauptgruppen sind die Befestigungs- und Bewegungsschrauben. Weitere Befestigungsmöglichkeiten sind Stifte und Keilverbindungen.
Bewegungsschrauben: Diese Schrauben übertragen und übersetzen Bewegungen. Sie haben meist Flach- oder Trapezgewinde, das größere Belastungen aushält. Wir finden sie in Bücherpressen und in den ersten Drucker-Handpressen. Dort erzeugt eine hölzerne Schaube, die Spindel, den Anpreßdruck. Bewegungsschrauben treffen wir in einfachen Schneidemaschinen an. Der Preßbalken wird dort mittels einer Schraube bewegt, an der oben ein großes Handrad sitzt. Bewegungsschrauben heben und senken Stapeltische. Sie stellen Regulierhebel und Zeiger ein.

 

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.1.4 Grundgetriebe in den Maschinen der Druckweiterverarbeitung

Jede Maschine setzt sich aus einfachen Vorrichtungen, den Grundgetrieben, zusammen. Es gibt sechs Grundgetriebe, nämlich Schraub-, Rollen-, Zahnräder-. Kurbel-, Kurven- und Sperrgetriebe. Jedes dieser sechs Grundgetriebe ist einfach. Es besteht aus nur drei Gliedern, dem Gestell, dem Antriebs- und dem Abtriebsglied. In manchen Fällen kommt noch ein viertes Glied hinzu. Es verbindet das Antriebsglied mit dem Abtriebsglied und heißt Koppel. Die Grundgetriebe bilden in abgewandelten Wiederholungen den wesentlichen Aufbau jeder Maschine. An bewegten Teilen der Getriebe kann man sich schwer verletzen. Deshalb müssen Gefahrstellen an Getrieben und Antrieben verkleidet sein, d.h., die Schutzeinrichtungen müssen von allen Seiten aus den Zugriff zu den Gefahrstellen sicher verhindern.

Schraubgetriebe.
Mit Hilfe des Schraubgetriebes werden rotierende, kreisende Bewegungen in geradlinige umgewandelt. Im Gestell ist das Antriebsglied, die Schraube, drehbar gelagert. Auf ihr sitzt das mit einem Muttergewinde versehene Abtriebsglied. Die Schraube schiebt bei ihrer Drehung das Abtriebsglied geradlinig seitwärts. Ganz einfache Maschinen bestehen in der Hauptsache aus einem einzigen Schraubgetriebe. Die Stockpresse des Buchbinders ist ein Beispiel dafür. In den Handpressen der Buchdrucker des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts übten Schraubgetriebe den Anpressdruck aus. Eine hölzerne Schraube, die Spindel, presste während ihrer Drehung im feststehenden hölzernen Muttergewinde den Tiegel nach unten gegen die Druckform.

Rollengetriebe.
Rollengetriebe übertragen Drehleistungen. Es gibt dreigliedrige und viergliedrige Rollengetriebe. Die Antriebsrolle des dreigliedrigen Getriebes berührt die Abtriebsrolle und treibt sie an. Beim viergliedrigen Getriebe verbindet ein Riemen die Antriebs- mit der Abtriebsrolle. Das Rollengetriebe kann Drehzahlen umwandeln. Wenn zum Beispiel die Drehzahl der Abtriebsrolle hoch sein soll, dann muss ihr Durchmesser kleiner als der Durchmesser der Antriebsrolle sein. Soll dagegen die Drehzahl der Abtriebsrolle klein sein, dann muss ihr Durchmesser größer als der der Antriebsrolle sein.
Der genaue Sachverhalt lässt sich kurz durch eine Formel ausdrücken: n1:n2 = d2:d1
Dabei ist n1 die Drehzahl der ersten Rolle, n2 die Drehzahl der zweiten Rolle. Mit d2 ist der Durchmesser der zweiten Rolle, mit d1 der Durchmesser der ersten Rolle gemeint.
Man kann das auch so ausdrücken: Die Drehzahl der ersten Rolle verhält sich zur Drehzahl der zweiten Rolle wie der Durchmesser der zweiten Rolle zum Durchmesser der ersten Rolle. Oder ganz kurz: Die Drehzahlen verhalten sich umgekehrt wie die Durchmesser.
Ganze Reihen direkt aufeinander wirkender Rollengetriebe bilden die Walzen der Farbwerke der Druckmaschinen. Diese Farbwerke sind so aufgebaut, dass sich immer eine Walze aus elastischem Material mit einer harten Walze abwechselt. Das elastische Material, Gummi oder Kunststoff, schmiegt sich an die Metallwalze an und bildet eine für die Energieübertragung günstige Berührungsfläche. Die in dieser Berührungsfläche auftretende rollende Reibung begünstigt den Übergang der Drehleistungen von der Antriebs auf die Abtriebswalze.
Als Rollengetriebe sind auch die gegeneinander wirkenden Walzen der Taschen-Falzmaschinen anzusehen.

Zahnrädergetriebe.
Zahnrädergetriebe übertragen ebenso wie die Rollengetriebe Drehleistungen von einem Drehkörper auf den anderen. Sie unterscheiden sich von den Rollengetrieben durch die größere Genauigkeit ihrer Abrollbewegung. Die Rollengetriebe übertragen die Drehleistungen mittels Reibung. Dabei muss mit mehr oder weniger großem Schlupf, also mit Zurückbleiben der getriebenen Rolle hinter der treibenden Rolle gerechnet werden. Im Zahnrädergetriebe können keine Schlupferscheinungen auftreten, weil der Zahneingriff die Drehübertragung zwangsläufig macht. An die Stelle eines der Zahnräder kann auch eine Zahnstange treten. Sie ist als Teil eines Zahnrades mit unendlich großem Durchmesser anzusehen. Wenn die beiden Zahnräder so weit voneinander gelagert sind, dass sie nicht ineinandergreifen, wird die Verbindung durch Zwischenräder oder durch eine Kette hergestellt. Zahnrädergetriebe wandeln wie die Rollengetriebe Drehzahlen um. Dabei gilt die gleiche Gesetzmässigkeit, dass sich die Drehzahlen zueinander umgekehrt wie die Durchmesser verhalten. An die Stelle des Durchmessers kann bei Drehzahlberechnungen die Anzahl der Zähne treten. Wenn von zwei miteinander im Eingriff stehenden Zahnrädern das eine 40 Zähne, das andere 20 Zähne hat, muss sich das kleine Zahnrad zweimal drehen, während sich das große einmal dreht. Die Drehzahlen verhalten sich also zueinander umgekehrt wie die Zähnezahlen.

Kurbelgetriebe.
Die Kurbelgetriebe verwandeln kreisende in schwingende oder – umgekehrt – schwingende in kreisende Bewegungen. Der zuletzt genannte Fall tritt beim Otto- und Dieselmotor auf. Hier werden die Bewegungen eines hin und her schwingenden Kolbens mit Hilfe eines Kurbelgetriebes in drehende Bewegungen umgesetzt. In anderen Fällen erzeugt das Kurbelgetriebe aus kreisenden Bewegungen schwingende Bewegungen in geraden Linien oder in verschiedenartig gekrümmten Bahnen. Jedes Kurbelgetriebe lässt sich in Bezug auf seine Wirkungsweise aus der Viergelenkkette ableiten. Diese besteht aus vier Gliedern, die durch Zapfenlager beweglich miteinander verbunden sind. Die Viergelenkkette wird zum Kurbelgetriebe, wenn wir eines der vier Glieder festhalten. Dieses Glied wird dann zum Gestell.

Exzentergetriebe.
Der Exzenter ist eine kreisförmige Scheibe, die ihren Drehpunkt exzentrisch, also außerhalb des Mittelpunktes der Scheibe hat. Häufig werden die nicht oder nur zum Teil kreisförmigen Scheiben als Exzenter bezeichnet. Das ist jedoch nicht richtig. Bei diesen Scheiben handelt es sich nicht um Exzenter, sondern um Kurvenscheiben. Wenn in einem Kurbelgetriebe der Kurbelkreisradius so klein ist, dass sich eine Kurbel nicht herstellen lässt, verwendet man einen Exzenter. Der Exzenter wirkt als Kurbel mit kleinem Kurbelradius. Diesem Radius entspricht beim Exzenter die Exzentrizität. Das ist die Strecke vom Mittelpunkt des Exzenters bis zum Mittelpunkt der Welle. Ein Exzentergetriebe besteht aus der Welle, dem Exzenter, dem Exzenterbügel und der Exzenterstange. Der Exzenterbügel umschließt den Exzenter wie ein Ring. Er ist fest mit der Exzenterstange verbunden. Ein Nachteil des Exzentergetriebes liegt in dem verhältnismäßig hohen Reibungswiderstand, der seine Ursache in den großen Berührungsflächen zwischen Exzenter und Exzenterbügel hat.

Kurvengetriebe.
Das Kurvengetriebe gestattet die Erzeugung fast aller praktisch vorkommenden Bewegungsabläufe. Es ist in den Maschinen der Druckweiterverarbeitung in großer Anzahl zu finden. Vom Exzentergetriebe unterscheidet sich das Kurvengetriebe durch die größere Vielfalt der Abtriebsbewegungen. Die Teile des Kurvengetriebes bilden eine Wirkungskette, die sich aus dem Gestell, dem Kurventräger und dem Abtriebsglied zusammensetzt. Der Kurventräger kann sowohl eine Kurvenscheibe als auch ein Kurvenschlitten sein.

Sperrgetriebe.
Sperrgetriebe wandeln gleichförmige Antriebsbewegungen in ungleichförmige, zeitweise aussetzende Bewegungen um. Sie erfüllen vielerlei Aufgaben. Man findet Sperrgetriebe in Türschlössern, Uhren, Schaltern, Signalgeräten, Schusswaffen und in vielen anderen Mechanismen. Die allen Sperrgetrieben gemeinsame Eigenschaft ist die Unstetigkeit der Bewegungen. Dadurch unterscheiden sie sich wesentlich von den anderen fünf Grundgetrieben, den Schraub-, Rollen-, Zahnräder-, Kurbel- und Kurvengetrieben, die mit einer gewissen Gleichmäßigkeit und Stetigkeit arbeiten. Bei den Sperrgetrieben erfolgen die Bewegungsübergänge ruckartig. Eine Art des Sperrgetriebes kommt in den Druckweiterverarbeitungsmaschinen besonders häufig vor: das Schrittschaltwerk. Es gibt Schrittschaltwerke für kleine und für große Schaltwinkel.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.2 Hydraulik

Die Hydraulik befasst sich mit der Übertragung und Regelung von Kräften und Bewegungen mittels Flüssigkeiten. In den Maschinen der Druckweiterverarbeitung erfüllt die Hydraulik wichtige Aufgaben. Flüssigkeiten haben keine feste Gestalt. Sie nehmen stets die Form des Gefäßes an, in dem sie sich befinden. Wenn auf eine Flüssigkeit Druck ausgeübt wird, verteilt sich dieser Druck innerhalb der Flüssigkeit gleichmäßig auf alle Richtungen. Durch diese Eigenschaft unterscheiden sich die Flüssigkeiten von den festen Körpern. Ein fester Körper gibt den Druck nur in derselben Richtung weiter, in der dieser Druck auf ihn ausgeübt wird. Ein anschauliches Beispiel dafür bietet der Nagel, den wir in einen Holzbalken schlagen. Der in Längsrichtung des Nagels ausgeübte Schlag des Hammers treibt den Nagel vorwärts in das Holz. Flüssigkeiten hingegen geben den Druck nicht nur in der Richtung des Drucks weiter, sondern verteilen ihn ringsum in gleicher Stärke.
Die gleichmäßige Druckverteilung in Flüssigkeiten erkannte bereits vor zweihundert Jahren der französische Mathematiker, Physiker und Religionsphilosoph Blaise Pascal. Er prägte den Satz: „Wird gegen eine allseitig abgeschlossene Flüssigkeit ein Druck ausgeübt, so pflanzt sich dieser Druck in der Flüssigkeit nach allen Seiten gleichmäßig fort.“ Mit dieser Erkenntnis schuf Pascal die wissenschaftliche Grundlage für den Bau hydraulischer Pressen und Bremsen. Wie nützlich die gleichmäßige hydraulische Druckverteilung sein kann, zeigt uns der Fußdruck auf das Bremspedal unseres Autos. Der Pedaldruck wird von der Bremsflüssigkeit in genau gleicher Stärke an die Kolben in den Bremszylindern der Räder weitergegeben. Die Hydraulik ermöglicht gleichmäßige Bremsung der Räder und sorgt damit für unsere Sicherheit.
Die erhebliche hydraulische Kraftverstärkung macht es möglich, dass kleine hydraulische Handhubwagen große und schwere Papierstapel anheben können. Die Zugstange dient als Pumphebel für die unter ihr befindliche kleine hydraulische Presse.
Gut geeignet ist die Hydraulik für den Antrieb des Pressbalkens in den Schneidemaschinen. Sie bietet hier nämlich die Möglichkeit, den Druck des Pressbalkens auf das Schneidgut feinfühlig und stufenlos einzustellen, und zwar unabhängig von der jeweiligen Höhe des zu schneidenden Stapels.
Zur Anpassung an die Härte des jeweiligen Schneidgutes wird die Vorpresszeit stufenlos reguliert. In der Normalstellung „weiches Papier“ ist die Vorpresszeit automatisch länger. Dadurch kann die Luft besser aus dem Stapel entweichen. Nach dem Schnitt bewirkt die Ausgleichsfeder den Rückzug des Pressbalkens. Der Pressbalken lässt sich durch Antippen des Fußpedals auch als Schnittandeuter mit besonders niedrigem Sicherheitsdruck verwenden. Die Maschine besitzt außerdem einen optischen Schnittandeuter.
Häufig muss bei der Erledigung eiliger Aufträge mit möglichst niedrigem Pressbalkendruck gearbeitet werden. Das gilt besonders in jenen Fällen, in denen es sich um Druckbogen handelt, deren Farbaufdrucke noch nicht restlos durchgetrocknet sind. In den modernen Schneidemaschinen lässt sich der Preßbalkendruck stufenlos und feinfühlig einstellen.
In der Buchherstellung erfüllt die Hydraulik wichtige Aufgaben. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, große Presskräfte zu erzeugen. Das geschieht ohne großen Platzbedarf für die Aggregate. Die Bücher müssen zum Beispiel nach dem Einhängen ganzflächig gepresst werden und gleichzeitig mittels Falzeinbrennschienen das sogenannte Scharnier erhalten, damit sie sich leicht aufklappen lassen.

(Achtung! Das Kapitel Hydraulik ist stark gekürzt. Für tiefgreifende Informationen, bitte die PDF-Datei herunterladen.)

AnhangGröße
PDF icon 02.02 Hydraulik.PDF2.31 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3 Pneumatik

Das Wort „Pneuma“ stammt aus dem Griechischen und kennzeichnet das Wehen des Windes, den Hauch oder den Atem. Die Pneumatik befasst sich ausschließlich mit der Druckluft. Sie hat aber ihre Basis in der Lehre von der Mechanik der gasförmigen Körper. Luft ist ein Gasgemisch. In der Druckweiterverarbeitung wird mit Luft geringen Überdrucks gekühlt, erwärmt und getrocknet. Mittels Luft werden Papierbogen getrennt und angesaugt. Papierstapel gleiten auf Luftkissen. Diese Lufttechnik spielt in der Druckweiterverarbeitung eine so wichtige Rolle, dass wir uns auch mit ihr und nicht nur mit dem Druckluft-Spezialgebiet Pneumatik befassen wollen. Die in der Lufttechnik auftretenden Naturgesetze gelten auch in der Pneumatik. Es gibt bereits Druckluftvorrichtungen, die wirtschaftlicher und besser arbeiten als hydraulische. Luft steht überall auf der Erde unbegrenzt zur Verfügung. Druckluft muss nicht zurückgeführt werden. Man kann sie ins Freie ablassen. Druckluft ist umweltfreundlich, sauber, schnell und explosionssicher.

AnhangGröße
PDF icon 02.03 Pneumatik.PDF2.8 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.1 Luft ist ein Gasgemisch

Luft ist ein Gemisch aus Gasen, das zu 78% aus Stickstoff und zu 21% aus Sauerstoff besteht. Den Rest bilden Edelgase, Kohlendioxyd, Wasserdampf, Staub und Schwefelverbindungen. Luft ist beinahe tausendmal leichter als Wasser. Ein Liter Luft hat im Normalzustand, also nicht zusammengepresst, in Meereshöhe und bei Null Grad Celsius eine Gewichtskraft von 1,293 Gramm. Schon vor Jahrtausenden merkte der Mensch, dass mittels Luft Feuer entfacht und unterhalten werden kann. Er nutzte schon frühzeitig den Wind. Die alten Ägypter und Phönizier rüsteten ihre Schiffe mit Segeln aus. Die Perser trieben ihre Mühlen mit Windrädern an.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.2 Luft lässt sich zusammendrücken

Im Gegensatz zu den festen und flüssigen Körpern lässt sich Luft auf einen erheblich kleineren Raum zusammendrücken. Luft nimmt bei einer Verdoppelung des Drucks nur noch den halben Rauminhalt ein. Wasser kann dagegen wie alle Flüssigkeiten nur um einige Tausendstel seines Rauminhalts zusammengepresst werden. Luft ist elastisch. Wenn der Druck zurückgeht, dehnt sich die Luft von selbst wieder aus. Wie jedes Gas hat Luft das Bestreben, den Raum auszufüllen. Nach den Erkenntnissen der Wissenschaft müssen wir uns vorstellen, dass die Teilchen der Luft sich mit der Geschwindigkeit von etwa 500 Meter je Sekunde im Raum bewegen. Befindet sich Luft in einem geschlossenen Zylinder, dann prallen die Luftmoleküle auch gegen die Innenwände des Zylinders und üben dadurch Druck auf diese Wände aus. Wenn man den Rauminhalt dieses Zylinders verkleinert – zum Beispiel durch Hineindrücken eines Kolbens –, dann erhöht die Luft ihre nach außen wirkende Kraft. Die Luftmoleküle treffen nämlich auf eine kleinere Fläche.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.3 Luftdruck verteilt sich gleichmäßig

Das Pascalsche Gesetz von der gleichmäßigen Verteilung des Drucks gilt nicht nur für Flüssigkeiten, sondern sinngemäß auch für Gase und Gasgemische: „Wird gegen eine allseitig abgeschlossene Luftmenge ein Druck ausgeübt, dann pflanzt sich dieser Druck in der Luft nach allen Seiten gleichmäßig fort.“ Die Maßeinheit für den Druck, das Pascal, ist eine sehr kleine Einheit. Da sich dadurch auf manchen Gebieten der Technik große, unhandliche Zahlen ergeben, verwendet man häufig das Bar (Einheitszeichen bar) und das Millibar (Einheitszeichen mbar).

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.4 Verdichter

Verdichter sind Vorrichtungen, die Gase und Gasgemische bewegen oder verdichten. Luft ist ein Gasgemisch. Drei Arten von Verdichtern sind zu unterscheiden: Lüfter, Gebläse und Kompressoren. Die Leistung der Lüfter und Gebläse liegt vorwiegend in der Luftmenge, die sie bewegen. Sie wird in Kubikmeter je Minute angegeben. Die Steigerung des Luftdrucks reicht beim Lüfter bis zu 10 Prozent, beim Gebläse bis zu 30 Prozent. Die Kompressoren dagegen leisten bis zu 1000 Prozent Drucksteigerung, also zum Beispiel von 1 bar auf 10 bar. Lüfter kühlen Motoren, Maschinen und Werkzeuge. Es gibt Radial-Lüfter und Axial-Lüfter. Der Radial-Lüfter schleudert die Luft mit dem Schaufelrad seitwärts, also in die Verlängerungsrichtung des Schaufelradradius. Radial-Lüfter kühlen Elektromotoren. Ein Beispiel dafür bietet elektrische Handbohrmaschine. Während des Bohrens wird der Motor heiß. Wenn er nicht laufend gekühlt wird, verschmoren die Isolierschichten der Spulendrähte. Kurzschlüsse sind die Folge. Sie zerstören den Elektromotor. Um das zu verhüten, ist die Bohrmaschine mit dem Schaufelrad ausgerüstet.
Der Axial-Lüfter befördert den Luftstrom parallel zur Drehachse des Schaufelrades.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.5 Ventile

Pneumatikventile sperren und öffnen die Luftwege. So vielfältig, wie die Anwendungsarten der Pneumatik sind, so vielfältig sind auch die Arten ihrer Ventile. Nach dem im Ventil beweglichen Verschlusskörper unterscheidet man Teller-, Kugel- und Kegelventile. Nach ihrer Wirkungsweise werden die Ventile in Wege-, Rückschlag-, Druck- und Drosselventile eingeteilt.
Die Wegeventile sperren oder öffnen den Luftströmen einen oder mehrere Durchflusswege. Es gibt Wegeventile, die sich öffnen, wenn der Einlassdruck höher ist als der Auslassdruck, bei anderen ist es umgekehrt.
Das Rückschlagventil gestattet den Durchfluss nur in einer Richtung.
Das Druckventil regelt den Druck. Es öffnet sich, wenn der Druck eine vorgegebene Grenze übersteigt. Es schließt sich, wenn der Druck zu stark abfällt.
Das Drosselventil verringert die Menge des Luftstroms. Von dieser Menge hängt die Geschwindigkeit der Kolbenbewegung in den Pneumatikzylindern ab. In den Anlegeapparaten der Falzmaschinen stellt man mit dem Drosselventil die Stärke der Blas- und Saugluft ein.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.6 Kolbenverdichter

Hohe Drücke lassen sich mit Kolbenverdichtern erreichen. In einem Zylinder ist ein abgedichteter Kolben verschiebbar gelagert. Der einfachste Kolbenverdichter ist die Fahrradluftpumpe.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.7 Kompressor

Besonders hohe Drücke werden mit dem Kompressor erreicht, der als Kolbenpumpe arbeitet. Die Kurbel im Grundgestell wird von außen durch einen Elektromotor angetrieben. Dadurch bewegt sich der Kolben im Zylinder wechselweise nach oben und nach unten. Während seiner Abwärtsbewegung saugt er Luft an. Im Zuge seiner Aufwärtsbewegung presst er die Luft zusammen und dann aus dem Zylinder heraus. Die Wirkungsweise der beiden Ventile ist folgendermaßen: Das Einlassventil ist geöffnet, das Auslassventil geschlossen. Durch das geöffnete Einlassventil wird Luft angesaugt. Im Saugluftkanal entsteht ein Sog. Ansaug- und Ausstoßvorgang wiederholen sich wechselweise schnell hintereinander. Sie erzeugen einen pulsierenden Saugluft- und einen Blasluftstrom.
Bogenanlegeapparate benötigen die Blasluft für das Auflockern und Trennen der Bogen. Mittels der Saugluft werden die Bogen dem Anlegetisch zugeführt. Um einen gleichmäßigen Druckluftstrom zu gewinnen, leitet man die vom Kompressor kommenden pulsierenden Luftstöße in einen Druckluftbehälter. Er glättet die Stöße, stabilisiert die Druckluftversorgung und bildet die Druckluftreserve. Der Kompressor ist durch ein Druckventil mit dem Druckluftbehälter verbunden. Sobald der Luftdruck im Behälter den eingestellten oberen Grenzwert erreicht hat, schaltet ein Regler den Kompressor ab. Sobald der Luftdruck den unteren Grenzwert unterschreitet, tritt der Kompressor automatisch wieder in Tätigkeit.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.3.8 Blas-, Saug- und Druckluft in der Druckweiterverarbeitung

Mittels Blas- und Saugluft trennt der Bogenanlegeapparat die einzelnen Bogen vom Papierstapel. Oben auf der Stapelwand der Maschine sitzt der Blasluftkanal mit den Blasluftdüsen. Diese richten ihre Luftströme gegen die oberen Papierlagen des Stapels. Die beiden unteren Düsen lockern und trennen die Bogen so voneinander, dass ihre Vorderkanten den Saugern entgegenspringen. Die oberste Düse richtet ihren Luftstrahl gegen die Unterseite des angesaugten Bogens und verhindert damit das Zurückfallen des angesaugten Bogens.

Richtiges Einstellen des Anlegers.
Für das einwandfreie Arbeiten des Anlegers ist es notwendig, vier Vorgänge zu beachten: Blasluft, Saugluft, Kippung und Stapeltransport. Die Stärke der Blasluft hängt ebenso wie die Saugluft von der Dicke und dem Gewicht des jeweils zu verarbeitenden Papiers ab. Die Blasluft soll die Bogen zwar gut auflockern, sie aber nicht über die oberste Düsenreihe hinwegdrücken. Die Saugluft muss die Bogen zwar sicher ansaugen und festhalten, sie darf aber nicht so stark sein, dass sie zwei oder noch mehr Bogen heranzieht und dadurch Stopper verursacht. Kippung und Stapeltransport: Die Kippung ist jene Kippbewegung, die von den Saugern nach dem Ansaugen des Bogens ausgeführt wird. Die vordere Bogenkante wird angehoben, damit die Blasluftgut unter den Bogen gelangt. Der Stapeltransport bringt den Stapeltisch schrittweise so nach oben, dass die Stapeloberfläche immer das Niveau behält, das für die Bogentrennung und Bogenübernahme nötig ist. Viel Sorgfalt und technisches Können sind notwendig, um alle vier Vorgänge richtig aufeinander abzustimmen.

Luftkissen schützen vor Beschädigungen.
Heute werden häufig leichte und dünne Papiere verarbeitet. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an die Druckweiterverarbeitung. Eine ausgereifte Lufttechnik und zuverlässige Einstellung der Luftströme bewirken die sichere Führung des Papiers. Wenn ein Papierbogen die Bedruck- oder Lackierzone einer Maschine durchlaufen hat, ist die aufgetragene Schicht sehr berührungsempfindlich. In solchen Fällen haben sich Luftpolster bewährt, die durch Luftströme gebildet werden, die die Oberfläche vor Beschädigungen schützen.

Luft macht schwere Papierstapel leicht.
Schwere Papier- und Kartonstapel lassen sich auf Lufttischen mühelos bewegen. Der Lufttisch der Schneidemaschine erleichtert erheblich die Handhabung der Stapel. Der Tisch einer Schneidemaschine hat kleine dunkle Kreise. Das sind die Köpfe der Kugelventile. Ihre Kugeln markieren sich in Kreismitte als helle Punkte. Die Kugeln verschließen die Ventilöffnungen und ragen geringfügig über die Tischebene hinaus. Wenn dann ein Papierstapel auf den Lufttisch gelangt, drückt er mit seinem Gewicht die Kugel nach unten. Dadurch wird der Weg für die Gebläseluft frei. Diese strömt an der Kugel vorbei nach oben unter den Papierstapel. Sie bildet dort zusammen mit den anderen Kugelventilen ein Luftkissen, auf dem der Papierstapel schwimmt.

Blas- und Druckluft am Rütteltisch.
Lufttische erleichtern die Arbeit nicht nur an den Schneidemaschinen, sondern auch an anderen Plätzen der Druckweiterverarbeitung. Lange Förderstraßen lassen sich nach dem Baukastenprinzip mit Lufttischen bilden und kombinieren. Außerdem werden auch Rütteltische mit Blaslufttischen und Blasluftseitenanschlägen ausgerüstet. Rütteltische arbeiten nicht nur mit Blasluft, sondern auch mit Pressluft (Druckluft). Erzeugt wird die Druckluft durch einen Kompressor. Sie gelangt zuerst zum Filter und Wasserabscheider, passiert dann das Druckregelventil und anschließend den Öler. (Der Öler reichert die Druckluft mit einem feinen Ölnebel an. Dieses Öl hält die beweglichen Teile der gesamten Anlage gleitfähig.) Von dort aus strömt die Druckluft in die Verteilerzentrale mit den Wegeventilen. Die Schläuche leiten die Druckluft zu den verschiedenen Arbeitszylindern.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.4 Elektrik

AnhangGröße
PDF icon 02.04 Elektrik.PDF4.62 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.5 Elektronik

AnhangGröße
PDF icon 02.05 Elektronik.PDF2.89 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.6 Sensorik

AnhangGröße
PDF icon 02.06 Sensorik.PDF1.58 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

2.7 Sensorik - Zeitungsproduktion

AnhangGröße
PDF icon DWV02-7_Vers01-2_0315.pdf335.41 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

3.0 Material

In der Druckweiterverarbeitung wird eine Vielzahl von Materialien verwendet wie Papier, Karton, Pappe, Kunststoffe, Gewebe, Heftgazen, Vliese, Schirting, Heftzwirne, Bänder, Heftdraht, Leder und Pergament. Neben den Herstellungsverfahren werden in diesem Kapitel Verarbeitungshinweise gegeben sowie die Eigenschaften der Materialien aufgezeigt, die wesentlich für die Druckweiterverarbeitung sind.

Tags: 
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

03.01 Papier, Karton, Pappe

Papier, Karton und Pappe sind flächige Werkstoffe, die aus untereinander gleichen Grundstoffen und im Prinzip gleichen Fertigungsweisen hergestellt werden. Papier dient zur Verbreitung von Wissen und Nachrichten. Auch heute wird noch knapp die Hälfte der Produktion für Zeitungen und Zeitschriften, Bücher, Werbung und Bürobedarf eingesetzt. Seit dem 19. Jahrhundert haben sich aber der Anwendungsbereich und das Sortenangebot sehr vergrößert. In der Druckweiterverarbeitung sind spezielle Papiere für Vorsätze und Überzüge hinzugekommen.

AnhangGröße
PDF icon DWV03-1_Vers02-02_0917.pdf936.86 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

03.02 Kunststoffe

Kunststoffe sind nahezu in allen Wirtschaftszweigen der Industrie und des Handwerks neben die herkömmlichen natürlichen Werkstoffe und oft ersatzweise an deren Stelle getreten. Auch in die Druckweiterverarbeitung haben sie Eingang gefunden und werden dort als Überzugs-, Präge-, Schutz- und Verpackungsmaterial verwendet.

AnhangGröße
PDF icon DWV03-2_Vers01-03_0408.pdf515.91 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

03.03 Klebstoffe

In der Druckweiterverarbeitung wird nur eine begrenzte Anzahl des großen Spektrums von Klebstoffen eingesetzt, so dass vorwiegend auf die am häufigsten verwendeten Produktgruppen eingegangen wird. Einige Sonderanwendungen, wenn sie auch mengenmäßig unbedeutend sind, werden zusätzlich kurz angesprochen.

AnhangGröße
PDF icon DWV03-3_Vers01-02_0507.pdf271.82 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

03.04 Gewebe

Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein wurde überwiegend Leder als Überzugsmaterial für Bücher verwendet. Erst im vorigen Jahrhundert, als die Stückzahlen größer und die Auflagen fabrikmäßig hergestellt wurden, begann man, das relativ teure Leder durch Leinenstoffe abzulösen. Heute ist Gewebe durch seine Haltbarkeit, Strukturvielfalt und Verzierungsmöglichkeiten zu einem beliebten und viel verwendeten Überzugsmaterial
geworden.

AnhangGröße
PDF icon DWV03-4_Vers01-03_0408.pdf237.91 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

03.05 Sonstige Werk- und Hilfsstoffe

Das folgende Kapitel beinhaltet verschiede Werk- und Hilfsstoffe, wie zum Beispiel Heftzwirne, Bänder, Leder und Pergament, aus dem Bereich der Druckweiterverarbeitung.

AnhangGröße
PDF icon DWV03-5_Vers01-03_0507.pdf273.36 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

4.0 Messen und Prüfen

Für die Produktion ist es sehr wichtig, die zu verarbeitenden Materialien (Werkstoffe) mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auf bestimmte Kriterien hin untersuchen zu können.

Tags: 
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

04.01 Mess- und Prüftechniken

In der Vergangenheit wurde Messen und Prüfen im Sinne einer Qualitätskontrolle selten oder häufig auch nur nach dem Zufallprinzip (rein statistisch) durchgeführt. Einmal geht diese Kontrollphase der Produktionszeit scheinbar verloren, zum anderen kennt man ja die möglichen Schwachstellen, und im Übrigen fehlen oft die labormäßigen Untersuchungsmöglichkeiten.

AnhangGröße
PDF icon DWV04-1_Vers.1.03_1017.pdf357.11 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

04.02 Qualitätskontrolle

Messen und Prüfen – im Sinne einer Qualitätskontrolle – sind nicht Selbstzweck; sie sollen nicht die Produktionskosten erhöhen, sondern für einen reibungslosen Fertigungsablauf sorgen. Das bedeutet: Fehler erkennen und schnellstmöglich beseitigen. Der Kontrollumfang wird von Betrieb zu Betrieb und innerhalb der Aufträge unterschiedlich sein.

AnhangGröße
PDF icon DWV04-2_Vers01-04_1017.pdf114.19 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

04.03 Materialberechnung

Zu diesem Thema zählen unter anderem die Nutzenberchnung, die Vorsatzpapierberechnung, Überzugsberechnung und die Papierbedarfsberechnung.

AnhangGröße
PDF icon DWV04-3_Vers01-03_0309.pdf751.37 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

5.0 Fertigungstechniken

Tags: 
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.01 Schneiden

Unter Schneiden versteht man das Trennen eines Werkstoffes mittels Messer. Mit Hilfe der Schneidetechniken werden Papier, Karton, Pappe und andere Materialien oder Erzeugnisse in der Druckweiterverarbeitung auf eine bestimmte Größe gebracht.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-1_Vers01-04_0510.pdf1.17 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.02 Falzen

Unter Falzen ist ein Zusammenlegen und Brechen von flächigem Material zu verstehen. Die durch das Falzen entstandene Materialverformung entlang der Falzlinie, genannt Falzbruch, ist anders als beim Falten, nicht mehr rückgängig zu machen.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-2_Vers01-03_0408.pdf6.03 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.03 Kleben

Werkstoffe gleicher oder verschiedener Art werden in der Druckweiterverarbeitung durch Kleben oder Heften miteinander verbunden. Heften mit Draht oder Faden um-fasst ein Verklammern mit mechanischen Mitteln, wozu der Werkstoff verletzt (durch-stochen) werden muss. Kleben schafft eine stoffschlüssige Verbindung durch reines Anhaften des Klebestoffs an der Oberfläche des Werkstoffs (Adhäsion). Zusätzlich muss der sich bildende Klebstofffilm über ausreichenden Zusammenhalt verfügen (Kohäsion).

AnhangGröße
PDF icon DWV05-3_Vers01-02_0607.pdf1.72 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.04 Zusammentragen

 

Zusammentragen bedeutet, zwei oder mehrere Bogeneinheiten (Einzelblätter und/ oder Falzbogen) in bestimmter Reihenfolge zu einem Rohblock übereinanderzulegen. Die richtige Reihenfolge wird bestimmt durch die Kolumnenziffer, die Bogensignatur oder die Flattermarke.

 

AnhangGröße
PDF icon DWV05-4_Vers01-03_0607.pdf4.15 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.05 Heften

Heften bedeutet, mehrere Bogenteile zu einem kompakten Block zusammenzufügen. Dieses Zusammenfügen kann in verschiedenen Techniken ausgeführt werden. Zuerst muss festgestellte werden, welche Heftart für das zu fertigende Produkt in Frage kommt.

 

AnhangGröße
PDF icon DWV05-5_Vers01-04_0807.pdf1.17 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.06 Klebebinden

Klebebinden heißt mit Klebstoff binden, wo sonst Draht und Faden verwendet werden. Der Klebstoffauftrag erfolgt an der Blattkante, um benachbarte Blätter (einen Block) miteinander zu verbinden.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-6_Vers01-03_0507.pdf2.25 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.07 Buchblockbearbeitung und -endfertigung

Zusammengetragene Buchblocks werden nach dem Fadenheften am Rücken beleimt, dreiseitig beschnitten, gerundet und abgepresst. Je nach Ausstattung wird ein Buchschnitt angebracht, ggfs. ein Zeichenband
eingelegt. Ein Gazestreifen wird hinterklebt und das Kapitalband angebracht. Parallel dazu werden die Buchdecken mit verschiedenen Verzierungstechniken gefertigt. Letzte Stufe ist das Einhängen in die Buchdecke und das Buchformen und -pressen.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-7_Vers01-03_0607.pdf935.29 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.08 Endausstatten

Die Endausstattung beinhaltet das Umhüllen und Zusammenfassen der Artikel für die Lagerung und den Transport in zweckentsprechender Form – sowohl für das Regal eines Ladengeschäftes als auch für den Lagerraum beim Handel oder beim Hersteller.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-8_Vers01-03_0607.pdf1005.11 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.09 Deckenmachen

Die Aufgabe des Deckenmachens besteht darin, für den Buchblock bzw. Broschur-block ein schützendes Gewand herzustellen. Die Bucheinbanddecke sollte in ihrer Gestaltung und Ausführung dem Charakter des Buches angepasst sein, denn sie repräsentiert durch ihre Aufmachung im wesentlichen das Erscheinungsbild des gesamten Buches.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-9_Vers01-02_0607.pdf431.25 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.10 Prägen

In der Druckweiterverarbeitung bezeichnet man als Prägen das Anbringen eines Reliefs auf der Oberfläche von Buchdecken (Alben, Kassetten) mittels Prägestempel (Matrize). Man unterscheidet verschiedene Prägearten und Arbeitsverfahren. In der Regel wird das Prägemotiv des Prägestempels vertieft in das Material eingedrückt.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-10_Vers01-02_0707.pdf1.62 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

05.11 Sonderfertigungstechniken

 In diesem Kapitel werden Fertigungstechniken wie Stanzen, Perforieren, Rillen, Ritzen, Nuten und Bohren behandelt.

AnhangGröße
PDF icon DWV05-11_Vers01-02_0707.pdf397.81 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

6.0 Broschurenfertigung

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

06.00 Broschurenfertigung

In diesem Kapitel wird der Fertigungsablauf der Broschurenherstellung in Stichworten erklärt und anhand von tabellarischen Übersichten werden die Broschurengruppen und -arten sowie Herstellungsverfahren, Maschinen, Materialien und Merkmale aufgezeigt.

AnhangGröße
PDF icon DWV06_Vers01-02_0707.pdf451.67 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

7.0 Buchfertigung

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

07.00 Buchfertigung

In diesem Kapitel wird zusammenfassend der Fertigungsablauf der Buchherstellung in Stichworten erklärt und anhand einer tabellarischen Übersicht die gebräuchlichsten Arten aufgezeigt.

AnhangGröße
PDF icon DWV07_Vers01-03_0408.pdf765.62 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

8.0 Sonderarbeiten

Beispielhaft wird in diesem Kapitel die Anfertigung von Mappen, Alben, Kästen und Schubern beschrieben. Denn diese sind meist Produkte, die in Einzelfertigung in handwerklichen Buchbindereien hergestellt werden. Sie sind deshalb ebenso Bestandteil der Ausbildungsordnung in der Fachrichtung „Einzel- und Sonderfertigung“ wie das Aufziehen und Kaschieren von Plänen, Landkarten, Zeichnungen, Bilder und Fotos.

AnhangGröße
PDF icon DWV08_Vers01-04_0507.pdf809.64 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

9.0 Pflegen und Instandhaltung von Arbeitsgeräten, Maschinen und Einrichtungen

Eine Vorbedingung für eine störungsfreie Produktion, eine gute Qualität und eine entsprechende Leistung ist das Sauberhalten des Arbeitsplatzes, die Pflege von Arbeitsgeräten und die Instandhaltung von maschinellen Einrichtungen. Dazu gehört auch der richtige Umgang mit Werkstoffen, denn eine unsachgemäße Handhabung und Lagerung bringen Störungen in den Betriebsablauf und können auch zu Maschinenbruch führen.

AnhangGröße
PDF icon DWV09_Vers01-02_0807.pdf1.11 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

10.0 Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung

Für die betriebliche Praxis ist es nicht nur wichtig, die fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse zu beherrschen. Bei der Arbeit müssen auch Sicherheitsbestimmungen und Umweltschutzvorschriften beachtet werden, die letztlich der eigenen Gesundheit dienen. Daneben gewinnt durch die zunehmende Verknappung und Verteuerung der Energie eine rationelle Energienutzung in den Betrieben an Bedeutung.

AnhangGröße
PDF icon DWV10_Vers01-05_0415.pdf2.15 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

11.0 Prüfungen

Wesentlichen Anteil an der Qualität der Ausbildung haben die Prüfungsanforderun-gen. Sowohl die Zwischen- als auch die Abschlussprüfungen gliedern sich in Fertig-keits- und Kenntnisprüfungen. Festgelegt sind die Prüfungsanforderungen in der Aus-bildungsordnung.

AnhangGröße
PDF icon DWV11_Vers01-03_0607.pdf124.56 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

11.01 Prüfungen Buchbinder (alte Verordnung)

 Hier findet Ihr Beispiele für die Praktische Prüfung.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

11.02 Prüfungen Buchbinder (Handwerk)

  Hier findet Ihr Beispiele für die Praktische Prüfung.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

11.03 Prüfungen Medientechnologe Druckverarbeitung

 Hier findet Ihr Beispiele für die Praktische Prüfung.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

12.0 Technische Mathematik

Am besten wird die Technische Mathematik direkt mit der dazugehörigen Technologie verbunden, also in die entsprechenden Lehrgänge, Lerngebiete, Lernfelder oder wie immer es auch genannt wird, integriert. Die nachfolgenden Kapitel sind deshalb eng an die fachliche Gliederung des Tutorials angelehnt. Am Ende der Kapitel befindet sich jeweils ein Hinweis auf die entsprechenden Technologieinhalte.

Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

12.1 Berechnung von Heftmaterial

Werkstoffberechnungen sind das mindeste, was in der Druckweiterverarbeitung anfällt. Wir müssen wissen, welche Materialien einzusetzen sind, wie viel wir davon brauchen und was es uns kostet.

AnhangGröße
PDF icon DWV12-1_Vers01-05_1010.pdf368.05 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

12.2 Klebstoffberechnungen

Kaum ein anderer Werkstoff wird so vielseitig eingesetzt wie Klebstoff. Entsprechend variantenreich sind die Rechenansätze.

AnhangGröße
PDF icon DWV12-2_Vers01-02_0210.pdf194.84 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

12.3 Papierberechnungen 1

AnhangGröße
PDF icon DWV12-3_Vers01-03_0110.pdf226.98 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

12.4 Umschlag und Decke berechnen

AnhangGröße
PDF icon DWV12-4_Vers01-05_0912.pdf369.03 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

12.5 Papierberechnungen 2

AnhangGröße
PDF icon DWV12-5_Vers01-04_0317.pdf2.54 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

12.6 Auftragszeiten

AnhangGröße
PDF icon DWV12-6_Vers02-04_0416.pdf1.07 MB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung

13.0 Autorenliste

Hier findet Ihr Themen und Autoren der Buchbinder-Tutorials.

AnhangGröße
PDF icon 13.0 Autorenliste.PDF13.99 KB
Bewertung: 
0
Bisher keine Bewertung