Arbeitsablauf (Workflow) zur Herstellung von Druckerzeugnissen

Texterfassung:
Der Kunde liefert den Text auf einem Datenträger, wie z.B. auf einem USB-Stick oder per E-Mail. Die Texterfassung erfolgt ausschließlich am Computer. Um Satzfehler zu vermeiden, wird Korrektur gelesen und die Textkorrektur ausgeführt.

Bildbearbeitung:
Für Abbildungen liefert der Kunde Bildvorlagen. Das können Digitalfotos, Grafiken oder Bilder auf Fotopapier sein. Oft werden die Bilder in einer Cloud digital gespeichert und durch einen Link an den Grafiker oder Mediengestalter zum Daten-Upload freigegeben. Abbildungen in Papierform werden allerdings eingescannt. Größenverhältnisse und Auflösung müssen beim Scannen berücksichtigt werden. Die Farbvorlagen werden in der Regel mit 4 Grundfarben reproduziert – CMYK. Bei den gelieferten analogen und digitalen Abbildungen werden mittels spezieller Bildbearbeitungssoftware beispielsweise Farbfehler beseitigt und Farbkorrekturen gemacht. Dem Kunden wird meistens ein Proof zur Korrektur vorgelegt. Dieser Proof kann auch ein digitaler Softproof sein.

Layout:
Die erfassten Texte, die bearbeiteten Bilder und Grafiken werden ‚layoutet’ d.h. meist im Satzprogramm dem Auftrag entsprechend zusammengefügt.
Es folgt die endgültige Abnahme durch den Kunden.

Druckformherstellung:
a) Computer to film
Die am Bildschirm fertiggestellten Seiten können nun unterschiedliche Art und Weise für den Druck vorbereitet werden. Einzelne oder mehrere Seiten werden auf Film belichtet. Dies sind die Kopiervorlagen zur Belichtung der Druckform. Bei der manuellen Filmmontage werden die Einzelfilme auf klare Kunststoff-Folien stand-und paßgenau befestigt. Von diesen Vorlagen werden im Kopierrahmen Druckplatten kopiert. Dieses Verfahren wird im Offsetdruck kaum noch angewendet.
b) Computer to plate
Aus den digitalen Daten werden jedoch zunehmend direkt Druckplatten bebildert.
c) Computer to press
Bei diesem Verfahren werden die Druckplatten in der Druckmaschine aus dem
Datenbestand bebildert.
d) Computer to print
Im Digitaldruck erfolgt die Ausgabe der digitalen Druckform ohne weiteren Zwischenschritt an der Maschine.

Druck:
Die Hochdrucker, Offsetdrucker, Tiefdrucker oder Siebdrucker drucken auf Bogendruckmaschinen oder Rollendruckmaschinen die gewünschte Auflage. Meist wird auf Papier gedruckt, entweder in Form von Bogen bis hin zum Großformat (Plakate) oder als Bahn von der Rolle weg. Der Drucker muss dazu die Druckmaschine einrichten, d.h. die Druckform einspannen, die Farbe entsprechend dem Verbrauch richtig einstellen und für einen störungsfreien Papierlauf sorgen. Bei mehrfarbigen Erzeugnissen muss er die verschiedenen Druckformen für die einzelnen Farben genau aufeinander anpassen.
Zur Kontrolle, ob die richtige Farbe gedruckt wird, dient dem Drucker der Proof. Er vergleicht mit dem Auge, dem Densitometer oder dem Spektralphotometer die Farben auf dem Proof mit denen seines Druckes.

Druckweiterverarbeitung:
In der Weiterverarbeitung werden aus den bedruckten Bogen die gewünschten Endprodukte wie Bücher, Zeitschriften etc. hergestellt. Die Druckbogen sind beispielsweise zu schneiden, zu falzen, es wird geheftet, gebunden etc., die fertigen Druckerzeugnisse müssen kontrolliert, abgezählt und verpackt werden. Dann erfolgt der Versand an den Kunden.

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Arbeitsablauf (=Workflow): Druck-Erzeugnisse herstellen

1. Text erfassen  

  • Der Kunde liefert den Text als E-Text (z.B. auf USB-Stick oder per E-Mail).
  • Sie erfassen den Text am Computer und teilen dabei die Seiten ein.
  • Sie prüfen, ob es Satzfehler gibt (z.B. eine Überschrift am Ende der Seite)
  • Sie korrigieren die Satzfehler.
2. Bilder bearbeiten
Der Kunde liefert die Bildvorlagen entweder elektronisch oder auf Papier. 
Wenn elektronisch: auf USB-Stick, per E-Mail oder in einer Cloud gespeichert.
                                  Bei der Cloud schickt er einen Link und Sie können die Daten herunterladen.
Wenn auf Papier:    im RGB- oder CMYK-Modus einscannen
Prüfen Sie alle Bildvorlagen (digital oder auf Papier) mit einer Bildbearbeitungs-Software und korrigieren Sie Farbfehler.
Der Kunde bekommt auf Wunsch einen Proof.
Dieser Proof kann auch ein Softproof sein (Darstellung am Monitor).
 

3. Layout entwickeln

  • - Sie stellen Texte, Bilder und Grafiken mit einem Layout-Programm zusammen und
  • - gestalten den Text typografisch: passende Schriften, Schriftgrößen und Schriftfarben aussuchen
Der Kunde bekommt einen ersten Korrektur-Ausdruck vom fertigen Layout. Wenn notwenig, korrigieren Sie nochmals. Am Ende gibt der Kunde die Druckfreigabe.
 

4. Druckform herstellen

Verfahren für die Druckform-Herstellung:

  • Computer to film
    Zuerst werden die digitalen Daten auf einen Film belichtet.

    Dieser Film belichtet dann die Druckplatte.  

Bei der manuellen Filmmontage werden die Einzelfilme auf klare Kunststoff-Folien stand- und passgenau befestigt. Von diesen Vorlagen werden im Kopierrahmen Druckplatten kopiert.

Im Offsetdruck ist dieses Verfahren selten.
Im Siebdruck verwendet man noch seitenrichtige positive Filme als Vorlage.

  • Computer to plate
    Druckseiten werden direkt vom Computer auf die Druckplatte übertragen.
  • Computer to press
    Druckseiten werden direkt vom Computer in eine Druckmaschine übertragen.

  • Computer to print
    Der Computer druckt direkt, man braucht keine Druckform.  

5. Druck

Zuerst muss man die Druckmaschine einrichten:

  • - die Druckplatten einspannen
  • - die Farbe richtig einstellen
  • - die Papier-Zufuhr regeln
       (meist wird auf Papier gedruckt, auf einzelne Bogen oder auf Papier-Bahnen von einer Rolle).
  • - Bei mehrfarbigen Printprodukten die verschiedenen Druckformen für die einzelnen Farben genau aufeinander anpassen.

Mit dem Proof können Sie den endgültigen Druck simulieren und eventuelle Fehler finden. Zum Beispiel können Sie die Farben mit dem Densitometer oder dem Spektralphotometer prüfen.

Anwendungsbereiche für Siebdruck:  
Druck auf unterschiedliche Materialien, z.B. Papier, Karton, Pappe, Kunststoffe, Metall, Verbundfolien, Glas usw.

6. Druckweiterverarbeitung

In der Druckweiterverarbeitung werden die Endprodukte hergestellt. Das sind z.B. Bücher, Zeitschriften u.a. Je nach Endprodukt muss man die Druckbogen schneiden, falzen, heften und binden. Wenn alles fertig ist muss man sie nochmals kontrollieren, verpacken und verschicken.