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10.6 Warmumformmaschinen für Skin- und Blisterverpackungen sowie Einlagen und andere Verpackungen aus Kunststoffen

10.6.1 Skinverpackungen

Die Skinverpackung (auch Skinpackung, Skin = Haut) besteht aus einem porösen Skinkarton mit Werbedruck, dem Packgut auf dem Skinkarton und der durchsichtigen Skinfolie über beiden. Die Skinfolie wird mit der Infrarotheizung der Maschine aufgeheizt und durch Ansaugen mit Vakuum hauteng (Skin = Haut) auf dem Packgut und auf dem Skinkarton fixiert. Die Fixierung erfolgt durch das Aktivieren der Klebeschicht und durch das Vakuum. Die Klebeschicht kann auf der Skinfolie, auf dem Skinkarton oder auf beiden der Packstoffe aufgebracht sein.


Abb. 10.6.1: schematischer Ablauf des Skinverpackens


Abb. 10.6.2: Skinverpackungen mit Details

Eigenschaften der Skinverpackung
• Die Skinverpackung gehört zu den kostengünstigsten Verpackungen, weil dafür kein Werkzeug erforderlich ist.
• Packstoffe: Folien auf PE-Basis und Karton. PE = Polyethylen. PE ist der meistverwendete Kunststoff und wird häufig für Verpackungen eingesetzt. Alle Polyethylen-Typen zeichnen sich durch hohe chemische Beständigkeit, gute elektrische Isolationsfähigkeit und ein gutes Gleitverhalten aus.
• Skinpackmaschinen sind einfach und preisgünstig, daher ist Skinverpacken auch für sehr kleine Stückzahlen geeignet.
• Sowohl Kleinartikel als auch schwere Packgüter bis zu rund 25 kg werden skinverpackt. Je schwerer das Packgut, desto dicker die Skinfolie und der Skinkarton.
• Beim Verpacken kommt das Packgut in Kontakt mit der noch heißen Folie. Es muss also eine gewisse Wärmeeinwirkung aushalten können.
• Beim Ansaugen der Skinfolie mit Vakuum wird das Packgut einer Druckbelastung bis zu 1 kg/cm2 (100.000 Pa) ausgesetzt. Der Endwert des Vakuums ist in Skinpackmaschinen einstellbar.

Skinfolien
LDPE-Folien (LDPE = Low Density Polyetylene):
• PE-Folie ohne Haftvermittler
• PE-Folie mit Haftvermittler
• PE-Folie mit integriertem VCI-Korrosionsschutz. VCI = Volatile Corrosion Inhibitor = flüchtiger Korro-sions-Verhinderer. Ein VCI-Korrosionsschutz verhindert die Einwirkung von Sauerstoff und / oder Wasser auf Metall. Der VCI-Korrosionsschutz wird in das Papier oder die Trägerfolie eingebracht, aus dem er dann nach dem Auspacken allmählich ohne Rückstände wieder ausgast.

Ionomerharzfolien (zum Beispiel Surlyn 1601 von der Firma Du Pont):
Ionomere sind thermoplastische Kunststoffe. Sie kamen erstmals 1964 auf den Markt. Sie sind zäh und abriebfest, weisen eine hohe Transparenz und gute Spannungsrissbeständigkeit auf. Sie widerstehen Säuren, Laugen, Fetten, Ölen und Lösemitteln.
• Surlyn-Folie ohne Haftvermittler
• Surlyn-Folie mit Haftvermittler
• Surlyn-NWL-Folie (NWL = Non Wet Look)

PVC-Folien:
• Hart-PVC-Folien sind immer ohne Haftvermittler.

Dicken von Skinfolien: 0,080 Millimeter bis 0,500 Millimeter; meist 0,1 bis 0,15 Millimeter

Skinkarton (Trägerkarton)
Grundsätzlich kann der Skinkarton (auch „Trägerkarton“) aus Vollkarton oder Wellpappe hergestellt werden. Skinkarton hat wegen der notwendigen Luftdurchlässigkeit keinen Strich. Für schwere Skinverpackungen müssen sowohl die Skinfolie als auch der Skinkarton eine Haftschicht haben. Für leichte Packgüter reicht eine Haftschicht – auf der Folie oder auf dem Karton.

Die am meisten eingesetzten Skin-Rohkarton-Qualitäten sind UD2 mit rund 95 Prozent Marktanteil. Defi nition der Karton-Qualitätsstufe UD2: Die Vorderseite ist leicht holzhaltig weiß gedeckt, und die Einlage und die Rückseite sind grau. Weitere 5 Prozent stellen Kartons der Qualitätsstufe UT2. Definition der Karton-Qualitätsstufe UT2: Die Vorderseite ist leicht holzhaltig weiß gedeckt, und die Einlage ist grau, und die Rückseite ist hell. UT2 bietet die bessere Optik wegen der hellen Rückseite – das ist wichtig bei aufgedruckter Kleinschrift.

Skin-Rohkartonqualitäten:
a) Duplex-Qualität mit den Bezeichnungen: (UD1), UD2 und UD3
b) Triplex-Qualität mit der Bezeichnung UT2

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