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Prozess Standards Digitaldruck (PSD)

 

Aufgrund der verschiedenen Technologien und Verbrauchsmaterialien im Digitaldruck ist der von der FOGRA entwickelten PSD im Gegensatz zum PSO im Sinne einer allgemeinen Vorgehenweise, die prinzipiell auf alle Digitaldruckverfahren angewendet werden, zu verstehen.

 

Prinzipieller ablauf der Prozesskontrolle im 4-c Digitaldruck

1. Wartung und Grundeinstellung

  • Regelmäßige Wartung und Grundeinstellung der Maschinen
  • Fachgerechte Lagerung und Anwendung der Verbrauchsmaterialien
  • Korrekte Anwendung der Maschinen

2. Materialkombinationen prüfen und festlegen
Welcher Bedruckstoff und welche Farben sollen verwendet werden?

  •  Parameter für Be- und Verdruckbarkeiteigenschaften festelgen (Bedruckstoff-Katalog)
  • Zur Prüfung der drucktechnischen Eigenschaften muss der Testdruck im Gerätemodus und nicht im Simulationsmodus, also ohne Farbmanagment („1:1“), durchfürhen werden.

3. Farbreferenz(en) /Druckbedingungen festlegen
Welche Volltonfärbung soll abgedeckt werden?- Gibt es Angaben zu den Druckbedingungen in den
Output-Intents dazu?

  • Die Volltonfärbung bezeichnet die CIELAB-Farbwerte der Prozessfarben, d.h. der Primär- und Sekundärfarben.
  • Druckbedingung FOGRA39 (de-facto Referenz für viele Digitaldrucker): repräsentier den Offsetdruck auf Bilderdruckpapier.

4. Analyse der Druckbedingungen
Wie kann der von der Farbreferenz vorgegebene Farbumfang bestmöglicht reproduziert werden?

  • Es werden zunächst die maschinenseitig vorggeben Zielwerte auf die damit erreichbare Volltonfärbung geprüft und mit der gewählten Farbreferenz abggelichen
  • Ein Farbabstand von ΔE * ab > 10 kann als Anhaltspunkt für einen zu großen Unterschied zwischen
  • Referenzfarbumfang und aktuellem Farbumfang angesehen werden.

5. Justage/Kalibrierung

  • Optimierung der Volltonfärbung durch entsprechende Einstellungen des Drucksystems
  • Lineariserung der Primärfarben hinsichtlich der Dichte, der Tonwerte, der CIEL*-Werte oder des ΔEAbstandes

6. Charakterisierung und Proflierung

  • Charakterisierungtabell aus farbetrischer Messwerten einer Farbtafel erstellen
  • individuelle Duckbedingung etablieren »» Auf der Basis der Charakterisierungsdaten wird eine Farbtransformation in Form eines ICC-Ausgabeprofils erstellt. Hier werden u.a. Ersatzfabendarstellung (Gamut Mapping) und Seperationsstrategien festgelegt.
  • DeviceLink-Farbtransformationen, ermöglichen eine direkte Anpassung vom Refferenzfarbraum in den Farbraum der aktuellen Druckbedingungen

7. Validierung (mit oder ohne Farbmanagment)

  • Prüfung der Stabilität des Drucksystems bzw. der spezifischen Druckbedingungen („1:1“ ohne Farbmanagment)
  • Prüfung des Zusammenspiels aus Farbtransformation und Druckstabilität 

8. Qualitätskonstanz

  • durch PSD-Zertifikate
  • durch etablierte Druckbedingungen die auf Basis mehrer gleichartiger Maschinen aufgebaut ist, um
  • sicherzustellen, dass geringfügoige Unterschiede zwischen ihnen in der jeweiligen Justage ausgeglichen werden können.
  • durch tägliche Kalibrierung; Die regelmäßige Prüfung muss auf Basis eines Druckontrollstreifens basieren, der die Anforderungen gemäß ISO 12647-7 erfüllt (FOGRA Medienkeil). Diese beziehen sich auf:
»» Volltonfarben (Primär- und Sekundärfarben)
»» Mitteltöne der Primärfarben (CMY)
»» Buntgraukeil, der für eine Druckbedingung eine neutralgraue Wiedergabe aufweist (mindestens 5 Stufen und gleichmäßig in der CIEL*-Helligleit abgestuft)
»» Echtgraukeil (gleichmäßig in der CIEL*-Helligleit abgestuft)
»» Bedruckstoff (Papierweiß)
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Kommentare

Wenn das nicht ein Thema zum streichen ist? Ich versteh fast nur Bahnhof.

Habe mal das Handbuch der FORGA zu den PSD quergelesen und diese Stichpunktliste zusammengetragen. Kann aber leider nicht behaupten dass ich das alles auch richtig verstehe und schon garnicht richtig anwenden kann.

Kann jemand die oben genannten Punkte die die FOGRA zur Prozesskontrolle im Digitaldruck vorschlägt vielleicht noch genauer erklären?

Würde mich freuen...ansonsten halt doch ein Thema zum Streichen :-(

VG