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Vorgaben Datenanlieferung

Können zunächst bei jeder Druckerei unterschiedlich sein. Generell aber gilt:
 
  • Druckfertige Daten in einem geschlossenen Format (PDF oder PostScript).
  • Farbraum: CMYK (natürlich auch alle Bilder); (+ evtl. Schmuckfarben).
  • Bildauflösung: mindestens 300 dpi.
  • 3mm Anschnitt (Grafische Elemente oder vollflächige Hintergrundbilder, die bis zum Rand des Produkts reichen sollen, müssen im Anschnitt (Bleed-Box) liegen).
  • Die verwendeten Schriften müssen in das PDF eingebettet oder in Kurven umgewandelt sein; bestenfalls nicht als Untergruppe (es werden dann nur die auch verwendeten Zeichen eingebettet).
  • Bilddaten müssen eingebettet sein (nicht nur  als Verknüpfungen).
  • Ein professionelles Druck-PDF enthält keine Formularfelder oder Kommentare.
  • Die Schriften nicht elektronisch im Schriftstil Menü des Anwendungsprogrammes anpassen, sondern nur echte Schriftschnitte verwenden.
  • Bei Lieferung offener Daten: Die Schriften entweder mitliefern oder in Pfade umwandeln, gilt auch für eingebundene EPS-Dateien.
  • Transparenzen müssen reduziert sein (es sei denn es liegt eine Adobe Print-Engine vor, die mit Transparenzen bzw. PDF/X-4 umgehen kann).
  • Haarlinien die im fertigen Druckerzeugnis nicht mehr sichtbar sind, können bei der analogen Plattenherstellung zu Problemen führen.
  • Maximalen Farbauftrag beachten und nicht überschreiten:
    Zeitungsdruck: bis max. 240%
    Bogenoffset ungestrichen: bis max. 300%,
    Bogenoffset gestrichen: bis max. 330%, je nach Papier und Trocknung

 
  • PDF muss folgende Boxen enthalten: Media-Box, Bleed-Box (Anschnitt), Trim-Box (Endformat).
  • Keine Registerfarben (z.B. Passermarken-Schwarz) innerhalb der Trim-Box.
  • In einem korrekt erstellten PDF für den Druck haben die Bilddaten keine eigenen Farbprofile mehr.
  • PDFs sollten (erst) nach dem Erstellen über den Exportdialog oder PostScript und Überprüfung durch den Acrobat Preflight als PDF/X zertifiziert werden (stellt Grundvoraussetzungen sicher, gibt der Druckerei z.B. Aufschluss darüber, dass in dem PDF (X-1a) auf jeden Fall keine Transparenz, RGB-Daten etc. vorhanden, alle Schriften und Bilder eingebettet sind.)
  • Der erstellte Fehlerreport sollte an das PDF angehangen werden, wenn er fehlerfrei war.
 
 
  • PDF/X-1a: Erlaubt nur CMYK und Schmuckfarben, konvertiert aber alle RGB-Bilder ungefragt in den US-amerikanischen SWOP-Farbraum, bettet diesen auch als Output-Intent ein. ICC, RGB, LAB sowie Ebenen und Transparenzen sind verboten.
  • PDF/X-3:2002: Neben CMYK auch Schmuck-, ICC, LAB und RGB-Farben erlaubt. Gibt immer Coated Fogra 27(also das alte CMYK-ICC) als Output-Intent an. Ebenen und Transparenzen sind verboten.
  • PDF/X-4: Neben CMYK auch Schmuck-, ICC, LAB und RGB-Farben erlaubt. Ebenen und Transparenzen sind erlaubt: Kann nur von der Adobe Print Engine ausgegeben werden. Kann nur über Export-Dialog erstellt werden, da über den Distiller-Weg automatisch alle Transparenzen reduziert werden. Kompatibilität muss mindestens auf „Acrobat 5“ stehen, sonst werden auch hier Transparenzen automatisch reduziert.
  •  Druckausgabequalität: Bettet SWOP-Farbraum als Output-Intent ein.
  •  Qualitativ hochw. Druck:   Reagiert auf fehlende Schriften nur mit „warnen und weiter“
 

[Output-Intent (dt.: „Ausgabeabsicht“): Wird an das druckfertige PDF angehängt; gibt (der Druckerei) an, für welches Druckverfahren das PDF angelegt wurde].

 

Quelle: u.a. Cleverprinting 2009

 

Hierzu gehört sicherlich auch die Kenntnisse über die einzelnen Dateiformate.

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Vorgaben Datenanlieferung
Können zunächst bei jeder Druckerei unterschiedlich sein. Generell aber gilt:
 
-              Druckfertige Daten in einem geschlossenen Format (PDF oder PostScript).
-              Farbraum: CMYK (natürlich auch alle Bilder); (+ evtl. Schmuckfarben).
-              Bildauflösung: mindestens 300 dpi.
-              3mm Anschnitt (Grafische Elemente oder vollflächige Hintergrundbilder, die bis zum Rand
               des Produkts reichen sollen, müssen im Anschnitt (Bleed-Box) liegen).
-              Die verwendeten Schriften müssen in das PDF eingebettet oder in Kurven umgewandelt sein;
               bestenfalls nicht als Untergruppe (es werden dann nur die auch verwendeten Zeichen
               eingebettet).
-              Bilddaten müssen eingebettet sein (nicht nur  als Verknüpfungen).
-              Ein professionelles Druck-PDF enthält keine Formularfelder oder Kommentare.
-              Die Schriften nicht elektronisch im Schriftstil
Menü des Anwendungsprogrammes anpassen,
   sondern nur echte Schriftschnitte verwenden.
-              Bei Lieferung offener Daten: Die Schriften entweder mitliefern oder in Pfade umwandeln,
                gilt auch für eingebundene EPS-Dateien.
-              Transparenzen müssen reduziert sein (es sei denn es liegt eine Adobe Print-Engine vor, die   
               mit Transparenzen bzw. PDF/X-4 umgehen kann).
-              Haarlinien die im fertigen Druckerzeugnis nicht mehr sichtbar sind, können bei der analogen  
                Plattenherstellung zu Problemen führen.
-              Maximalen Farbauftrag beachten und nicht überschreiten:                   
                Zeitungsdruck: bis max. 240%
               Bogenoffset ungestrichen: bis max. 300%,
              Bogenoffset gestrichen: bis max. 330%, je nach Papier und Trocknung
 
-              PDF muss folgende Boxen enthalten: Media-Box, Bleed-Box (Anschnitt), Trim-Box
                (Endformat).
-              Keine Registerfarben (z.B. Passermarken-Schwarz) innerhalb der Trim-Box.
-              In einem korrekt erstellten PDF für den Druck haben die Bilddaten keine eigenen Farbprofile
                mehr.
-              PDFs sollten (erst) nach dem Erstellen über den Exportdialog oder PostScript und
              Überprüfungdurch  den Acrobat Preflight als PDF/X zertifiziert werden (stellt Grund-
              voraussetzungen sicher, gibt der Druckerei z.B. Aufschluss darüber, dass in dem PDF (X-1a)
              auf jeden Fall keine Transparenz, RGB-Daten etc. vorhanden, alle Schriften und Bilder
              eingebettet sind.)
-              Der erstellte Fehlerreport sollte an das PDF angehangen werden, wenn er fehlerfrei war.
 
 
PDF/X-1a:                     Erlaubt nur CMYK und Schmuckfarben, konvertiert aber alle RGB-Bilder ungefragt in den US-amerikanischen SWOP-Farbraum, bettet diesen auch als Output-Intent ein. ICC, RGB, LAB sowie Ebenen und Transparenzen sind verboten.
PDF/X-3:2002:               Neben CMYK auch Schmuck-, ICC, LAB und RGB-Farben
                                   erlaubt. Gibt immer Coated
Fogra 27(also das alte CMYK-ICC) als Output-Intent an. Ebenen und Transparenzen sind verboten.
PDF/X-4:                       Neben CMYK auch Schmuck-, ICC, LAB und RGB-Farben erlaubt. Ebenen und Transparenzen sind erlaubt: Kann nur von der Adobe Print Engine ausgegeben werden. Kann nur über Export-Dialog erstellt werden, da über den Distiller-Weg automatisch alle Transparenzen reduziert werden. Kompatibilität muss mindestens auf „Acrobat 5“ stehen, sonst werden auch hier Transparenzen automatisch reduziert.
 
Druckausgabequalität:       Bettet SWOP-Farbraum als Output-Intent ein.
 
Qualitativ hochw. Druck:   Reagiert auf fehlende Schriften nur mit „warnen und weiter“
 

[Output-Intent (dt.: „Ausgabeabsicht“): Wird an das druckfertige PDF angehängt; gibt (der Druckerei) an, für welches Druckverfahren das PDF angelegt wurde].

 

Quelle: u.a. Cleverprinting 2009

Was mich dazu noch interessieren würde: könnten da auch Sachen drankommen wie JDF (Erklärung was das ist, wofür und wann man es verwendet...) etc. oder sind damit wirklich nur die Daten gemeint, die von einer Druckerei vorgegeben werden?

Danke!

LG Julymaus

Ein Lehrer aus dem Prüfungsausschuss meinte, sowas wäre schon mal drangekommen und könnte auch bei diesem Thema gefragt werden. Aber er meinte, es würde reichen, wenn man weiß was JDF ist bzw. wofür es gebraucht wird.

 

Auch der Lehrer im Prüfungausschuss spekuliert nur wie jeder andere hier, da er auch die Prüfungsaufgaben noch nicht kennt. Es kann, MUSS aber nicht dran kommen.

Grüße

Peter

Deswegen schrieb ich "es könnte ... gefragt werden".

Hallo,

vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Ihr könnt auch selbst direkt die Beiträge bearbeiten statt Kommentare zu schreiben. Ich kopiere deinen Beitrag aber schon mal ob rein. Das ist schon eine super Grundlage!

Viele Grüße

Peter Reichard

 

Bild von clio

Was ist denn mit den Vorgaben für die digitale Datenanlieferung??

Zunächst hab ich auch nur gedacht, es handle sich hierbei um PDF-Vorgaben, aber es gibt ein Thema bei den Beratern und Planern, das Druck-PDF heißt, was ja eigentlich genau das gleiche, wie die aufgelisteten Dinge hier wäre. Und da ich nicht davon ausgehe, dass die ZFA ihnen die gleiche Frage 2 mal stellt, wird es vielleicht sowas wie Dateiformate, die der Kunde abgibt, Textformate, etc. sein. Andererseits gibt es bei Gestaltung und Technik bei Medienproduktion auch das Thema "Datenformate". Das verwirrt ein bisschen...

Hi,

also die Überlegung von dir finde ich etwas weit hergeholt. Auch wenn Themen in den Fachrichtungen ähnlich sind, müssen ja die Fragen nicht die gleichen sein. Die Fargen sind ja nicht im Stile von »Schreibe alles was dir einfällt zu Thema XY.«, sondern sind problem- und praxisorientiert. Dadurch können ähnliche oder gleiche Themenfelder zu ganz unterschiedlichen Fragen und Antworten führen.

Zudem würde ich sagen, dass Datenanlieferung noch über das Thema Druck-PDF hinaus geht.

Viele Grüße

Peter Reichard

Hallo,

im Medienstandard Druck stehen auch die Richtlinien für die Lieferung von Daten. 

www.bvdm-online.de/aktuelles/downloads.php

Viele Grüße

In einer alten Abschlußprüfung, oder wo auch immer, ist ja auch wurscht,  gab es mal die Frage, was es für Probleme gibt, wenn eine Kundin ihre Sachen als Word-Datei abliefert, welche Komplikationen da auftreten können und was man ihr raten würde.

Sowas könnte da bestimmt kommen.

Halli Hallo!

Ja ist ja interessant: und was können da für Probleme auftreten? Ich bekomme gerade etwas Panik...

Würde es reichen, wenn man da schreibt:

Eine Word-Datei ist keine geeignete Druckdatei, da hier Schriften und evtl. Grafiken nicht eingebettet sind und weil es ein offenes Datenformat ist? Weil kein Anschnitt angelegt werden kann und die Datei nach dem Druck möglicherweise nichtmehr lesbar ist?

Ja, was würde ich ihr raten? Mir den Auftrag zu erteilen aus ihrem Word-Dokument eine PDF -X Datei zu drucken, die für den Druck aufbereitet ist und somit auch keine Probleme oder KOmplikationen verursachen wird....

 

Bitte um weitere Antowrtmöglichkeiten :D

 

LG

Ich denke es ging in diesem Beispiel nicht darum, dass Sie die dir die kompletten fertigen Druckdaten liefern soll, weil das ist ja dein Job  das fertig zu machen ;)

 Anschnitt etc legst du ja ohnehin erst in der Indesign Datei an.

Aber das was du schon meintest, mit den Schriften, Bilder, etc...

Wenn sie das z.B. genau so haben wollen würde wie in ihrer Word-datei (sagen wir mal, ihre Bachelorarbeit oder sowas, nur prof. gesetzt) und die ganzen Absätze würden sich aufgrund einer Ersatzschrift verschieben...

 

Bild von DendeComprende

Was ist den JDF ?

Was passiert wenn ich Schriften in Kurven umwandele? ist das  in Ps >> Text Rastern << ?
Also in eine Grafik umwandeln?

Gruß

 

"Benchmarking is nothing else than: Copy With Pride!"

 

JDF ist das Job Definition Format.

Das ist quasi wie eine digitale Auftragstasche für deine Druckdaten.

Soweit ich weiß, arbeitet die APPE (Print Engine) nur noch so, dass es die Angaben in dem Fomrat ausliest und auf den Grundlagen die Druckdaten für den Ausgabeprozess aufbereitet:

 

"Das Job Definition Format wurde eigens zur Prozessautomatisierung entwickelt und verfügt über zahlreiche Automatismen und Kontrollfunktionen. Mit JDF können sämtliche den Druckauftrag betreffenden Informationen beschrieben werden, ob es sich um den Kostenvoranschlag, die Farbdefinition oder den Druckprozess handelt. JDF bietet eine Art Gerüst für alle technischen und administrativen Auftragsdaten, eingepackt in die Metatagsprache „Extensible Markup Language“(XML), die von zahlreichen Anwendungsprogrammen problemlos interpretiert werden kann.

Zusätzlich lässt sich auch im Nachhinein noch kontrollieren, wer was wann am Auftrag veränderte, da JDF jeden Auftragsschritt automatisch dokumentiert.

JDF sagt der Druckmaschine, welches Bogenformat und welche Papierstärke sie wählen soll, ruft automatisch das richtige Ausschießschema für eine achtseitige Broschüre auf und montiert diese ein, teilt der Schneidemaschine mit, wo die Schnittmarken sitzen und automatisiert den Schnittprozess."

Hallo,

Texte in Pfade oder Kurven verwandeln (je nach Software wird es anders bezeichnet) ist in erster Linie für Illustrator, Indesign und QuarkXPress nötig. PS macht eh aus allen Schriften Pixeldaten, hier ist esn ur nötig, wenn du »offene« Daten weitergibst, mit denen später noch jemand weiterarbeiten soll.

Grüße

Peter

... oder wenn schriften so eingestellt sind, dass man sie nicht einbetten darf ;-)

nee spaß, ich glaube dann sollte man das für kommerzielle sachen ohnehin lieber lassen xD