Lexikon Buchbinder

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Bucheinband, bei dem die Buchdecke mit zwei unterschiedlichen Bezugsmaterialien in drei Stücken bezogen ist. Dabei wird z.B. der Rücken mit Gewebe und die Deckel mit Papier bezogen (siehe auch Ganzband).
Querverbindung auf dem Buchblock-Rücken bei fadengehefteten Büchern. Als Material wird Heftband verwendet, um welches der Heftfaden außen herum geführt wird. H. werden heute aber fast nur noch für die Fadenheftung in der handwerklichen Buchbinderei verwendet. Die industrielle Fadenheftung wird heute ohne H. ausgeführt.
Werkstoff zum Fadenheften einzelner oder mehrerer Falzbogen. Der in der handwerklichen Buchbinderei verwendete H. besteht aus Leinen und wird in verschiedenen Stärken angeboten. Die richtige Wahl des H. beeinflusst die Steigung und hängt von der Anzahl der Heftlagen und der Härte des Papiers ab. H. für die industrielle Fadenheftung werden aus reiner Kunstfaser (Nylon, Polyamid) oder aus einer Mischung von Kunstfaser und Baumwolle hergestellt. Für diesen Anwendungsbereich sind neben der Reißfestigkeit u. a. auch die Glätte und leichte Dehnbarkeit des H. wichtige Eigenschaften um eine störungsfreie Verarbeitung zu ermöglichen.
Verklebung zweier Werkstoffe durch Druck und Wärme. Dabei ist auf einem der Werkstoffe vorher eine Klebstoff-Schicht aufgetragen worden, die in kaltem Zustand nicht klebrig ist, durch die Wärme jedoch aktiviert wird. Das H. kann z.B. beim Anpappen eingesetzt werden, wenn das Vorsatzpapier entsprechend beschichtet worden ist. Das H. arbeitet mit wasserfreiem Klebstoff. Somit können die verklebten Werkstoffe nicht dehnen und Wellen bilden. Es fallen auch keine Trocknungszeiten an.
Schmelzklebstoff, der vorwiegend für das Klebebinden eingesetzt wird. H. besteht zu 100% aus chemisch erzeugten Kettenmolekülen („Polymere“) sowie Wachsen und Harzen, die die Verarbeitungs- und Klebeeigenschaften verbessern. H. wird als Granulat geliefert, das vor der Verarbeitung zunächst auf ca. 170° C aufgeschmolzen werden muss. Um die Temperatur im Leimbecken des Klebebinders zu halten, muss dieses beheizt werden. Nach dem Auftragen des H. auf den Buchrücken erstarrt der Klebstoff in wenigen Sekunden. Der Einsatz von H. hat für die industrielle Massenfertigung von Broschuren erhebliche Vorteile: Es ist ein billiger Klebstoff, der aufgrund seines schnellen Erstarrens hohe Maschinenleistungen ermöglicht. Da H. kein Wasser enthält müssen die so klebegebundenen Produkte auch nicht mit hohem Energieaufwand getrocknet sondern nur abgekühlt werden. Zudem kann keine durch Wasser verursachte Wellenbildung im Papier oder Karton auftreten. Dem stehen aber auch Nachteile gegenüber: H. hat eine vergleichsweise schlechte Benetzung auf Papier, was zu einer relativ geringen Festigkeit der Klebebindung führt. Die recht dicke Klebstoffschicht auf dem Buchblockrücken hat ein schlechtes Aufschlagverhalten des Produktes zur Folge. H. ist nicht sehr alterungs- und temperaturbeständig. Sehr nachteilig ist auch, dass H. nicht zum Binden vollflächig bedruckter Produkte geeignet ist. Die in der Druckfarbe enthaltenen Mineralöle wandern in den Klebstoff und lösen die Verklebung.
Schlauchartig gefalzter und zusammengeklebter Papierstreifen, der beim Bucheinband eine zusätzliche Verbindung vom Buchblock zur Buchdecke herstellt. Die H. wird einerseits auf den Buchblock-Rücken geklebt und auf der anderen Seite beim Anpappen gegen die Rückeneinlage geklebt. Die H. muss aus sehr festem Papier gefertigt werden, damit sie der Belastung beim Öffnen des Buches dauerhaft standhält.
Neben der Aufgabe, den Bucheinband stabiler zu machen, dient die H. zum einen als Hinterklebung für den Buchblock, zum anderen dem Gegenkaschieren der Rückeneinlage.