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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 1 Stunde 11 Minuten

Sommerpause

26. Juli 2021 - 8:03

Es ist wieder so weit: Der Weiterbildungsblog geht in die Sommerpause! Mitte August, wenn nichts dazwischenkommt, geht es weiter. Bis dahin wünsche ich allen Leser*innen eine schöne, erholsame Zeit! Bleibt/ Bleiben Sie gesund! Jochen Robes

Bildquelle: ian dooley (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

World Café: Gruppendiskussionen mit Café-Atmosphäre

23. Juli 2021 - 8:26

Die Methode “World Café” ist sicher den meisten bekannt und wird ja seit Jahren in vielen Spielarten umgesetzt. Da kann es ganz hilfreich sein, die eigenen Erfahrungen hin und wieder mit einer Beschreibung der Methode abzugleichen. Die vorliegende Handlungsanleitung gibt auch gleich nützliche Tipps, wie man die Methode im virtuellen Raum ducrhführt und umfasst weitere Linktipps.

“Ähnlich wie in einem Café soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die zu formlosen Gesprächen zu einem bestimmten Thema einlädt. Die Teilnehmenden wechseln nach einer bestimmten Zeit die Tische, die Gruppenzusammensetzungen verändern sich und die Ideen aus vorherigen Gesprächsrunden werden weitergetragen. Zum Abschluss werden im Plenum die wichtigsten Gesprächsergebnisse zusammengetragen.”
Kathrin Quilling und Lars Kilian, wb-web, Februar 2015 und Juli 2021

Bildquelle: SuSanA Secretariat (Flickr, CC BY 2.0)

Kategorien: Lehren und Lernen

Das Förderprojekt NAWID: KI-gestützte Systeme in der betrieblichen Bildung

22. Juli 2021 - 21:07

In diesem Beitrag wird von einer neuen Lernumgebung bei Airbus berichtet, in der Mitarbeiter:innen in Echtzeit Hinweise von einem KI-basierten Assistenzsystem erhalten. Das geschieht mit Hilfe einer “technischen Kameralösung, die während der Schulung bei Airbus verwendet wird”. Entstanden ist die Lernumgebung im Rahmen eines INQA-Förderprojekts mit mehreren Partnern aus Wissenschaft und Industrie.

Im Bericht betonen die Beteiligten vor allem den sozialpartnerschaftlichen Austausch im Projekt, die intensive Beteiligung der Mitarbeiter:innen im Entwicklungsprozess und die konsequente Beachtung aller datenschutzrechtlichen Anforderungen. Die neue Lösung selbst rückt leider etwas in den Hintergrund …

“Wie das funktioniert? Das praktische Training bildet die manuelle Installation des A320-Klimarohrsystems ab. Als Explorationsobjekt wird ein physischer Demonstrator zur Nachbildung des Rohrsystems verwendet, der sich in der sogenannten Airbus Learning and Exploration Factory befindet. An diesem Ort wird den Trainingsteilnehmenden eine individuelle Begleitung und Lernunterstützung in Echtzeit geboten, indem sie Arbeitsanweisungen und Hilfestellungen per Tablet erhalten.”
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), 7. Juli 2021

Kategorien: Lehren und Lernen

Show Students Their Data: Using Dashboards to Support Self-Regulated Learning

22. Juli 2021 - 9:14

Die Ausweitung virtueller Lernumgebungen und Lernangebote führt dazu, dass immer mehr Daten über Lernaktivitäten zur Verfügung stehen. Learning Analytics verspricht, diese Daten zu nutzen, um Lernprozesse zu verbessern. Deshalb wird in vielen Hochschulprojekten an diesem Thema gearbeitet, aber häufig aus der Perspektive der Bildungsinstitutionen und Lehrenden. In diesem Projekt der University of Michigan ging es deshalb um die Entwicklung eines Learning Analytics-Dashboards für Studierende, “My Learning Analytics (MyLA)”, “designed to support adaptive motivation and self-regulated learning”.

Das Dashboard bietet den Studierenden drei Ansichten an, die sie nach eigenen Bedürfnissen anpassen können: “Resources Accessed”, “Assignment Planning” und “Grade Distribution”. Seit 2018 wird an der University of Michigan das Dashboard eingesetzt und weiter entwickelt. Das Feedback der Studierenden ist überwiegend positiv:
“Two-thirds (66%) of students reported changes in (1) how they studied, (2) their confidence that they understood the course material, and (3) the way they planned their course activity.”
Jennifer Love, Sean DeMonner und Stephanie Teasley, EDUCAUSE Review, 20. Juli 2021

Bildquelle: EDUCAUSE Review

Kategorien: Lehren und Lernen

Social robots for 21st century skills: The new EdTech frontier?

21. Juli 2021 - 8:47

Nun haben wir in den letzten Monaten viele Möglichkeiten, online zu kommunizieren und zusammen zu arbeiten, ausprobiert und diskutiert. Das Potenzial dieser Möglichkeiten haben wir sicher noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Welche Lücken sollen also “social robots” jetzt schließen? In den Projekten von Jürgen Handke aus Marburg zum Beispiel wurden sie vor Ort und in der Lehre eingesetzt. In diesem Artikel wird die Studierende angesprochen, “sitting alone, in front of a computer screen, learning by herself”. Was ihr fehlt, ist soziale Interaktion, und hier kommen jetzt Social Robots als “teaching assistants” zur Hilfe.

Eines der wenigen konkreten Einsatzbeispiele, die im Beitrag erwähnt werden, zeigt wiederum in eine andere Richtung: “My current work focuses on what I consider to be one of the most important 21st century skills: ‘collaboration’. I have already been able to show that post-secondary students can learn when a social robot facilitates small group discussions, and I am now exploring how robots can encourage young children and adolescents, ages 6-18, to collaborate with one another.”

Kurz: Ich finde die hier beschriebene Entwicklung interessant, aber wo und wie Social Robots in Lehr- und Lernszenarien eingesetzt werden sollen, scheint noch sehr offen zu sein.
Goren Gordon, BOLD – Blog on Learning & Development, 8. Juli 2021

Bildquelle: Wikimedia (Mary Mark Ockerbloom, CC BY-SA 4.0)

Kategorien: Lehren und Lernen

Disneyfication of learning

20. Juli 2021 - 10:44

Ich bin nicht sicher, ob dieser Post (oder Rant) hier passt. Denn Donald Clark spricht zum einen von “online learning”, das sich in eine bestimmte Richtung entwickelt, und ich frage mich, ob es dieses eine “online learning” überhaupt gibt; zum anderen scheint “disneyfication” auf dem amerikanischen Bildungsmarkt (noch) leichter als hierzulande zu beobachten zu sein. Obwohl ja viele Stimmen auch hier nach einem “Netflix” für die Bildung rufen.

So führt uns Donald Clark jedenfalls in seine Beobachtung ein: “If online learning were streamed, it would most resemble the Disney Channel. I don’t have the Disney channel. Its target audience is the parents of young kids. It’s a stream of cartoon and animation-skewed, apple-pie, American product. It’s a world where everything is controlled, safe and anodyne.”

Die Symptome, an denen wir die “disneyfication of learning” festmachen können, lauten: fun, engagement, cartoon learning, games, gamification, badges, conferences, moralising. Alles natürlich in einer betimmten Ausprägung und am liebsten kombiniert …
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 11. Juli 2021

Bildquelle: Tyler Nix (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Open Space und Barcamp – ist das eigentlich das Gleiche?

19. Juli 2021 - 8:45

Simon Dückert schreibt einleitend: “Für Menschen, die es eilig haben: nein.” Allen anderen stellt er beide Formate kurz vor und kommt anschließend auf die Unterschiede zu sprechen:

“Beim Open Space steht ein zu lösendes Problem oder eine zu beantwortende Fragestellung im Mittelpunkt.” Am Ende gibt es häufig einen Abschlussbericht, der die nächsten Arbeitsschritte zusammenfasst.
“Ein Barcamp hat entweder gar kein Thema oder es gibt ein Thema, das aber nur einen schwachen Rahmen vorgibt.” Eine Dokumentation des BarCamps als Ganzes gibt es in der Regel nicht.

Daran anschließend könnte man ergänzen, dass beim Open Space der Fokus mehr auf dem Thema, beim BarCamp mehr auf dem Netzwerken liegt. Open Spaces sind deshalb häufig singuläre Ereignisse, BarCamps eher regelmäßige Treffen einer Community.
Simon Dückert, Cogneon/ Blog, 17. Juli 2021

Bildquelle: Teilnehmer des EduCamps 2008 #1 an der TU Ilmenau (Wikipedia, Christian Leschke, CC BY-SA 3.0)

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Class Central Study Groups: Common Questions

16. Juli 2021 - 16:29

Die Study Groups erinnern mich stark an die Idee der Learning Circles (Peer 2 Peer University). Oder an die lernOS-Leitfäden. Wie auch immer, der Autor zieht jedenfalls eine Verbindung zu Buchklubs bzw. Lesezirkeln: “Study Groups are an ongoing project at Class Central. You can think of them like a book club, but instead of reading a book, we’re taking an online course together with learners worldwide, supporting each other through a discussion forum, and meeting weekly for a Zoom chat.”

Der Punkt ist, dass es keine direkte, organisatorische Verbindung zwischen den Online-Kursen und den Studier-Gruppen auf Class Central gibt. Aber es ist eine naheliegende Idee, wenn man an die wachsende Zahl von Online-Ressourcen für das Selbststudium und an die Vorteile des gemeinsamen Lernens denkt. Es braucht nur etwas Initiative, entweder von öffentlichen Bildungseinrichtungen oder von engagierten Lernenden.
Manoel Cortes Mendez, The Report by Class Central, 13. Juli 2021

Bildquelle: Class Central

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Zur Bedeutung leiblicher Ko-Präsenz in Bildungsveranstaltungen. Warum digitale Lehre die Interaktion unter Anwesenden nur eingeschränkt simulieren kann

15. Juli 2021 - 14:07

Bisher wurden Präsenzveranstaltungen in der Bildung als selbstverständlich betrachtet. Wenn nach der Pandemie die Karten für “online” und “Präsenz” neu gemischt werden, wird man genauer nach den Vorteilen des Zusammenkommens vor Ort fragen. Ein Vorteil, so der Autor, liegt darin, dass wir uns in Präsenz ganz anders wechselseitig wahrnehmen können, dass wir die Perspektive ändern können und dass diese Wahrnehmungen und Veränderungen wiederum von Anderen wahrgenommen werden können.

Diese Wahrnehmungsprozesse stellen ein konstitutives Element von Präsenzveranstaltungen dar: “Es geht darum, dass die Personen, die in Bildungsveranstaltungen in der Rolle der Teilnehmenden auftreten, in ihren situativen Wahrnehmungsbewegungen wahrgenommen werden und dass ihre Zuwendungsakte daraufhin beobachtet werden, inwiefern und wie sich durch sie neue Welt- und Selbstsichten entwickeln. Es geht – mit anderen Worten – darum, dass die Teilnehmenden wahrnehmen, wie sie von anderen in ihrem Lernen wahrgenommen werden.”

Das alles können zum Beispiel Videokonferenzen nicht bieten: “Die Videokonferenz konstituiert sich so über eine Standardisierung der Richtungen des Wahrnehmens. … Es ist im wörtlichen Sinne nicht möglich, aufeinander zuzugehen oder voneinander Abstand zu nehmen, sich jemandem zu- oder von jemandem abzuwenden. Man kann sich auch so den gemeinsamen Gegenständen nicht unterschiedlich annähern.”

Nun muss man anmerken, dass hier Unterschiede zwischen Präsenzveranstaltungen vor Ort und Videokonferenzen beschrieben werden. Ob es sich dabei um Vorteile oder Nachteile handelt, hängt letztlich immer vom konkreten Lehr- und Lernszenario und seiner Einschätzung durch die Lehrenden ab.
Jörg Dinkelaker, Hessische Blätter für Volksbildung (HBV), 2/ 2021, S. 30-40 

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lernOS State of the Union

14. Juli 2021 - 22:14

Die lernOS Convention 2021 “Agil trifft Lernende Organisation” (#loscon21), organisiert von Cogneon bzw. Simon Dückert, hat am 24./ 25. Juni 2021 stattgefunden. lernOS steht für “ein offenes System für Lebenslanges Lernen und Lernende Organisationen”, wie es auf der Webseite des Projekts heißt. In den letzten Jahren ist lernOS stetig gewachsen – als Community, die sich auf Events wie der #loscon21 trifft und austauscht, aber auch als eine beeindruckende Sammlung von Ressourcen. Dazu gehören vor allem die lernOS-Leitfäden, die es inzwischen für verschiedene Themen, von Achtsamkeit bis Sketchnoting, gibt und die in der lernOS-Toolbox zusammengestellt sind. Zusätzlich gibt es übergreifende Leitfäden, die den einzelnen Lernenden, Teams und Organisationen ansprechen (lernOS-Core genannt). Und alles steht unter offenen CC-Lizensen.

Weil sich nun lernOS auf so vielen Spielfeldern fortentwickelt, ist der “State of the Union”-Impuls von Simon Dückert, der die #loscon21 einleitet, hilfreich. Hier ordnet er die genannten Stichworte noch einmal ein, sortiert und verknüpft und weist auf offene Baustellen hin (12:35 – 42:48 Min.).

Auf der Veranstaltungsseite sind auch die weiteren Impulsvorträge und Lightning Talks verlinkt.
Simon Dückert, Cogneon Akademie, 24. Juni 2021 (via YouTube)

Bildquelle: https://cogneon.github.io/lernos

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Das CLC21 am 9. und 10. September 2021 soll hybrid werden?

14. Juli 2021 - 12:20

Zum einen ist dieser Beitrag eine gute Gelegenheit, um auf das nächste Corporate Learning Camp im September hinzuweisen. Zum anderen ist “hybrid” ja gerade so etwas wie eine Kurzformel für die Lehren aus der Pandemie und für den Ausblick auf die nächsten Monate. Ich lese den Beitrag von Karlheinz Pape deshalb als einen weiteren Impuls zu der sich gerade warm laufenden Diskussion. 

Wenn das CLC21 “hybrid” werden soll, dann heißt es erst einmal nur, dass etwas online und dass etwas vor Ort stattfinden soll. Es beschreibt noch nicht genau, welche Bausteine des Camps es betrifft, was “online” und “vor Ort” genau bedeutet und wie das Zusammenspiel der Bausteine aussehen könnte. Vor diesem Hintergrund ist es hilfreich, wenn Karlheinz Pape an den “Informations-” und den “Netzwerk-Aspekt” erinnert, denen solche Veranstaltungen häufig gerecht werden wollen. Mit Blick auf die Erfahrungen der letzten Jahre und die technischen Möglichkeiten, die uns heute zur Verfügung stehen, unterstreicht Karlheinz Pape die wachsende Bedeutung des “Netzwerk-Aspekts”:  

“Meine Vermutung: Dieses “Zur Community Dazugehören”, um von der Community zu lernen, ist heute der wesentliche Antrieb für den Besuch von Fach-Events. Wenn das der eigentliche Motivationskern für den Event-Besuch ist, dann sollten wir jeden Event als Community-Treffen ausrichten. Communities sind aber langlebiger als ein Tages-Event. Also müsste ein Event einer von vielen Bausteinen im Communityleben sein.”

Je nach Kontext, Ziel und Zielgruppen von Veranstaltungen wird die konkrete Ausgestaltung des “hybrid” sehr unterschiedlich ausfallen. Hinzu kommen Geschäftsmodelle und Kosten-Nutzen-Erwägungen, die schon immer Entscheidungen beeinflusst haben.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community/ Blog, 13. Juli 2021   

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The role of learning in employee experience

13. Juli 2021 - 10:08

Ich bin kein Freund von Sätzen wie “creating happier employees through better learning experiences”. Trotzdem ist dieser Guide (21 S.) des englischen Bildungsanbieters Kineo lesenswert. Denn er verbindet aktuelle Schlagworte zu einer runden Story: Zu Beginn werden wir in die Begriffswelt von “employee experience” eingeführt (“employee experience is in every interaction, every touchpoint, every person and process they come into contact within an organisation”). Learning, heißt es mit Blick auf aktuelle Umfragen weiter, ist ein “critical tool in meeting changing expectations”.

Wenn man gedanklich so weit mitgegangen ist, sind es drei Fragen, die sich aus Sicht des Mitarbeitenden stellen und auf ihre/ seine Experience einzahlen. Die Kineo-Expert:innen verbinden sie gleich mit den entsprechenden Themenfeldern in L&D:
– Do I feel welcomed and supported? … Onboarding
– Am I growing and developing? … Career Development
– Do I feel part of something bigger than myself and my team? … Social Learning

In einzelnen Kapiteln wird anschließend kurz ausgeführt, wie sich Onboarding, Career Development und Social Learning gestalten lassen und wie Kineo auf diesem Weg unterstützen kann. Aber das Marketing konzentriert sich auf die letzten Absätze …
Kineo, 22. Juni 2021

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The Biggest Myth In Education

13. Juli 2021 - 8:27

Bei diesem Titel kann man ohne Risiko auf das Thema wetten, um das es geht: “Learning Styles” bzw. Lernstile. Die Botschaft ist klar, und ich habe sie hier auf dieser Seite über die Jahre schon mehrfach verlinkt: Lernstile existieren nicht oder: “learning styles are a stubborn myth”. Obwohl also alles klar zu sein scheint, ist das Video trotzdem zu empfehlen. Der Autor geht in diesem Video (14:26 Min.) das Thema nicht akademisch verbissen, sondern spielerisch und experimentell an, arbeitet sich am populären VARK-Modell (visual, aural, read/ write, kinesthetic learning) ab und fasst einige wissenschaftliche Studien auf diesem Feld schön zusammen.

Die Popularität von Lernstilen rührt daher, so der Autor, dass sie an der tief verwurzelten Vorstellung von der Individualität und Diversität der Menschen anknüpfen, dass wir fest an sie glauben und deshalb im Alltag nur Bestätigungen dieses Glaubens sehen. Aber der Glaube an Lernstile, das ist für Lernende die gute Nachricht, macht nichts kaputt, weil wir sowieso und hinter unserem Rücken jederzeit mit allen Sinneskanälen arbeiten. Der Vorwurf, einem altbekannten Mythos zu folgen, richtet sich also vor allem an Lehrende und Pädagog:innen, die ihre Lehr- und Lernaktivitäten auf dem Konzept individuell unterschiedlicher Lernstile aufbauen.

Jede/r lernt also besser, wenn unterschiedliche Modalitäten, also textliche, auditive, sprachliche und visuelle Ressourcen, kombiniert werden. Oder umgekehrt: Wir sind alle visuelle, audititive usw. Lernende zugleich.
Veritasium, YouTube, 9. Juli 2021

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EMOOCS 2021 conference proceeding

12. Juli 2021 - 9:11

Das “seventh European MOOCs Stakeholder Summit”, die EMOOCs 2021, wurde am 22. – 24. Juni 2021 vom Hasso Plattner-Institut in Potsdam als Online-Konferenz durchgeführt. Das Schöne: Die Konferenzbeiträge, über zwei Dutzend Artikel, liegen bereits online als eBook und unter einer CC-Lizenz vor. Ein kleines Manko: Es fehlt an einem einleitenden Beitrag, der einen Überblick über die Entwicklung des Marktes bzw. des Formats bietet und so die einzelnen Artikel, Themen und Perspektiven zusammenhält.
Christoph Meinel u.a. (Hrsg.), Universitätsverlag Potsdam, 2021 (via Academia)

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ePortfolio: a student-centred learning space

9. Juli 2021 - 8:14

Die Idee der ePortfolios läuft ja seit Jahren in der Bildungsdiskussion mit, ohne es jemals auf die Titelseiten zu bringen. Dabei sind Projekte wie zum Beispiel die „Domain of One’s Own“ oder Aktivitäten wie das Bloggen nahe Verwandte der ePortfolios. Im Mittelpunkt stehen Nutzer bzw. Lernende, die ihren Lernweg dokumentieren, reflektieren und mit anderen teilen. Bildungsinstitutionen und Lehrende wiederum können den Einsatz von ePortfolios gezielt unterstützen („Integration of ePortfolios in the course design“). Der Artikel gibt einen Überblick, verlinkt Ressourcen zum Weiterlesen, verzichtet aber leider auf konkrete Beispiele.

„ePortfolios can be defined as “personal learning spaces”. An ePortfolio is a collection of materials that documents student accomplishments. Unlike an “analogue” portfolio, the digital element allows for the inclusion of different media (video, audio, infographics, etc), thereby providing students with various means of expression as well as the possibility to easily connect resources and ideas. But ePortfolios go further than that. A space for deep learning, ePortfolios enable the visualisation of one’s own learning path. They can be seen as a “learning diary”, where students reflect on their learning process.“
Alexandra Mihai, The Educationalist, 8. Juli 2021

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WebConferencing expanded

8. Juli 2021 - 9:12

Einen „subjektiven und nicht abschliessenden Kaufratgeber für synchrone Meeting- und Konferenztools“ hat Daniel Stoller-Schai zusammengestellt. Dabei unterscheidet er zwischen Kernapplikationen und Peripherieapplikationen. Kernapplikationen sind die bekannten synchronen Meeting- und Konferenzsysteme wie Zoom, MS Teams oder WebEx. Peripherieapplikationen werden je nach Einsatzszenario dazugeschaltet und ermöglichen es den Teilnehmenden, in Gruppen an Aufgaben zu arbeiten, gemeinsam Medien zu erstellen oder in anderer Form kreativ zu werden. Beides zusammen ergibt „WebConferencing expanded“: 

„„WebConferencing expanded“ meint die ganze Vielfalt an kollaborativen Tätigkeiten mit anderen über das Internet – mit allen Geräten und auf allen Bildschirmformaten.“

Die (etwas spannendere) Liste der Peripherieapplikationen umfasst über 20 Einträge. Daniel Stoller-Schai ordnet sie anschließend noch verschiedenen Einsatzzwecken zu (Network, Learn & Work, Broadcast, Co-Creation, Umfrage, Raum, Spiel).
Daniel Stoller-Schai, eLearning Journal, 15. Juni 2021

Bildquelle: Chris Montgomery (Unsplash)

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Viel Geld für Wachstumsfantasien im E-Learning-Markt

8. Juli 2021 - 0:47

Degreed, Masterplan, Articulate. In diese Unternehmen sind jüngst große Summen investiert worden, berichtet Gudrun Porath in ihrer Kolumne. Handelt es sich dabei um routinemäßige Bewegungen auf dem internationalen Bildungsmarkt? Zeigen die Investments, dass E-Learning im Zeichen der Corona-Krise boomt? Reagiert das Kapital jetzt auf den Ruf nach verstärkten Reskilling-/ Upskilling-Aktivitäten? Oder … ?
Gudrun Porath, Haufe.de, 7. Juli 2021

Bildquelle: Markus Winkler (Unsplash)

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2U + edX Analysis: Win for 2U, Risk for edX, Opportunity for Coursera

7. Juli 2021 - 11:04

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass edX, einer der drei großen, 2012 gestarteten MOOC-Anbieter, von 2U, einem kommerziellen Anbieter von Online-Studiengängen und -Abschlüssen, übernommen wird. Dhawal Shah hat jetzt eine umfassende und kritische Analyse dieser Übernahme geschrieben. Sie enthält viele Hintergrundinformationen und Einblicke in dieses Segment des internationalen Bildungsmarktes. Aus seiner Sicht gibt edX mit dieser Übernahme seinen letzten Pluspunkt auf, nämlich das „nonprofit“ in der Riege der Online-Kursanbieter zu sein. Coursera, den Marktführer, sollte es freuen.

„If you’ve made it this far, you probably have figured out by now that I’m extremely disappointed with this development. As someone who’s followed edX and the MOOC space since day 1, this just looks like capitulation.
For years, edX presented itself as a morally superior alternative to Coursera due to its nonprofit status. But now, they’re relegated to the status of a “marketplace” that might push thousands of learners into debt.“
Dhawal Shah, The Report by Class Central, 5. Juli 2021

Bildquelle: Class Central

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Bildungsschock

5. Juli 2021 - 16:30

„Bildungsschock. Lernen, Politik und Architektur in den 1960er und 1970er Jahren“ ist (war) eine Ausstellung, die im Haus der Kulturen der Welt in Berlin vom 27. Mai bis 11. Juli 2021 stattfindet (stattfand). Ich hätte sie sehr gerne besucht, habe aber erst kürzlich davon erfahren (via Markus Deimann) und kann jetzt nur noch die Ressourcen im Web verlinken.

Aus der Einleitung: „1957 brachte die Sowjetunion einen Satelliten in die Erdumlaufbahn und gewann so die erste Etappe im „Wettlauf ins All“. Der Westen reagierte auf den „Sputnik-Schock“ mit einer nie dagewesenen Bildungsoffensive, die bald die gesellschaftliche Debatte beherrschte. Bildungsschock blickt auf die Jahrzehnte nach dem Sputnik-Schock, in denen Bildung im globalen Maßstab expandierte. …“

Zur Bildungsoffensive nach dem Sputnik-Schock gehörte auch der verstärkte Einsatz von Bildungstechnologien wie zum Beispiel die berühmten Sprachlabore. In einem Video der Veranstalter ist im Blick zurück von der Automatisierung der Bildung die Rede, von ihrer Systematisierung, aber auch von ihrer Individualisierung (!). Ich bin sicher, dass uns das Verständnis dieser Jahrzehnte helfen kann, die Zukunft digitaler Bildung bzw. Bildung in einer digitalisierten Gesellschaft besser zu verstehen.
Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 27. Mai bis 11. Juli 2021

Bildquelle: Haus der Kulturen der Welt

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Bildungsdienstleister: Weiterentwicklung des Geschäftsmodells nach Covid-19

5. Juli 2021 - 14:37

Viele Bildungsdienstleister gehen in diesen Tagen hin und überlegen, wie es weitergeht und welche Lehren sie aus der Covid-19-Pandemie ziehen. Für einige ist es der Anlass, das eigene Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen. Wer diesen Weg gehen will, findet im Beitrag von Christoph Meier (vorgetragen auf der Learntec xChange 2021) einen komprimierten Überblick über die wichtigsten Gestaltungsfelder. Die Stellschrauben im einzelnen:

– Wer? Die Fragen nach den Kunden(segmenten) …
– Was? Die Frage nach dem Leistungsportfolio … 
– Wie? Die Frage nach der Leistungserbringung, nach Rollen, Prozessen, Infrastrukturen …
– Wert? Die Frage nach der Ertragsmechanik, nach dem Ausweis von Nutzen und Erfolgen …
Christoph Meier, scil/ Blog, 3. Juli 2021

Bildquelle: Christoph Meier/ scil 

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