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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 14 Minuten 26 Sekunden

KI-Campus. Die Lernplattform für Künstliche Intelligenz

vor 2 Stunden 43 Minuten

Das ging jetzt doch relativ flott. Am 1. Oktober 2019 hat das Konsortium aus Stifterverband, DFKI, HPI, neocosmo und mmb Institut die Arbeit aufgenommen, und diese Woche habe ich den Hinweis gefunden, dass eine Betaversion des KI-Campus bereits online ist. Es gibt jedenfalls eine Startseite, die einen kurzen Überblick über Vision, Leitprinzipien, Ziele und Lernangebote bietet („Über uns“). Hier heißt es:

„- Mit dem KI-Campus möchten wir KI-Kompetenzen in der Breite fördern und noch mehr Menschen für das Thema begeistern.
– Die Lernplattform für Künstliche Intelligenz soll Lernenden die Möglichkeit geben, KI zu verstehen, zu hinterfragen und zu gestalten.
– Unsere Lernangebote sind offen lizenziert kostenlos verfügbar. Sie richten sich an Studierende, Berufstätige und alle anderen lebenslang Lernenden, die sich für KI interessieren.“

Und dann gibt es den Zugang zu den Lernangeboten selbst. Vieles ist hier noch im Aufbau. Man will Bestehendes kuratieren, aber auch eigene Kurse entwickeln. Um sich für einen Kurs anzumelden, muss man sich auf der Plattform kurz registrieren. Der Kurs, den ich testweise aufgerufen habe, schien komplett in die Plattform integriert zu sein. Unter den Kursen steht ein CC BY-SA 4.0.

Ich bin gespannt, wie sich das Angebot weiter entwickelt und wie es aufgenommen wird. Alles orientiert sich an Finnland und seiner Plattform „Elements of AI“ (die ja inzwischen auch in einer deutschen Übersetzung vorliegt, gefördert allerdings vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie). Wann ist ein Projekt wie der „KI-Campus“ eigentlich erfolgreich?
KI-Campus, Juli 2020

 

Kategorien: Lehren und Lernen

Microsoft Gets Serious About Skills: Major New Announcements

9. Juli 2020 - 11:30

„I am a huge fan of Microsoft and LinkedIn“, schreibt Berater Josh Bersin, und dieses Bekenntnis sollte man bei der Lektüre des Artikels im Hinterkopf behalten. Anlass bilden verschiedene Ankündigungen von Microsoft. So kann man sich aktuell zum Beispiel auf LinkedIn Learning in zehn gefragten Jobs fit machen. Die entsprechenden Online-Kurse sind in Lernpfaden gebündelt und stehen bis März 2021 kostenlos zur Verfügung.

Aber die wahre Begeisterung des Autors gilt Microsoft Teams. Hier sieht er großes Potential und kann die nächsten Schritte auf dieser Bühne kaum abwarten. Ob es um „learning in the flow of work“ geht oder um MS Teams als „Learning Experience Platform“. Verschiedene Szenarien sind aus Sicht des Beraters möglich, „each of these can radically change the learning technology market“. Ich bin gespannt.
Josh Bersin, Blog, 30. Juni 2020

Nachtrag (09.07.2020): siehe auch „Teams setzt Teilnehmer in einen virtuellen Hörsaal“ (Oliver Nickel, golem.de)

Bildquelle: LinkedIn Learning

Kategorien: Lehren und Lernen

2.5x Global MOOC Web Traffic

9. Juli 2020 - 10:37

Mehr eine protokollarische Notiz, weniger ein Artikel: „MOOC’s attracted almost 500 million visits from learners around the world in the last 30 days, up 2.5x on the month of January. The borderless digital market for ‚just-in-time‘ skills and knowledge is highly competitive and represents a rapidly evolving part of the post-secondary education landscape.“

Und: „MOOCs were never dead. This is not a come-back. Gradually, and accelerated by the circumstances of COVID-19, the current and potential role of MOOCs in the post-secondary landscape is becoming more widely understood.“
HolonIQ, 26. Juni 2020

Bildquelle: HolonIQ

Kategorien: Lehren und Lernen

Quellen für offene Onlinekurse (MOOCs)

8. Juli 2020 - 21:45

In diesem #OERcamp-Webtalk (12:39 Min.) stellt Sonja Borski einige Plattformen vor, auf denen wir MOOCs (Massive Open Online Courses) finden, die unter einer freien Lizenz angeboten werden. Diese MOOCs sind nicht nur offen bzw. kostenlos, sondern die dort verwendeten Materialien stehen zur weiteren Bearbeitung oder Wiederverwendung zur Verfügung. Die Liste ist, wenig überraschend, kurz. Genannt werden oncampus (Lübeck), iMooX (Graz), die Hamburg Open Online University (HOOU) sowie Kurse der TU Delft auf edX. Leider werden die MOOCs der Corporate Learning Community nicht erwähnt …
Sonja Borski, OERcamp/ YouTube, 30. Juni 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

06 Corporate-Learning Experte Torsten Fell über den mangelnden Austausch und das Mindset in AR/VR

8. Juli 2020 - 17:45

Torsten Fell berichtet in diesem Interview (wer ist eigentlich der/ die Fragesteller/in?) ausführlich über das Potenzial von Virtual/ Augmented Reality, über Herausforderungen und Hürden bei Einstieg und Nutzung und wie Corona den Austausch über das Thema gerade erschwert und die Verbreitung von VR zumindest kurzfristig ausbremst.

„Eine größere Transparenz von Seiten der Unternehmen über ihre AR/VR Aktivitäten und einen stärkeren Austausch unterschiedlicher Nutzer über sinnvolle Anwendungen und Herausforderungen wünsche ich mir für die Zukunft. Es geht darum über das Plus X, das mit VR möglich ist, zu informieren und dabei zu verstehen, wie man es auf das eigene Geschäftsmodell anwenden kann.“ 
Torsten Fell, Immersive Learning News, 3. Juli 2020

Bildquelle: Maurizio Pesce (Flickr, CC BY 2.0)

Kategorien: Lehren und Lernen

Teilstudie: Künstliche Intelligenz in der betrieblichen Bildung

7. Juli 2020 - 13:58

Ich verlinke diese Studie, weil die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Bildung derzeit an vielen Stellen diskutiert werden. Leider wirft diese Studie mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Doch der Reihe nach: Die Studie liefert einige Definitionen zum Thema, zeichnet historische Entwicklungen in der KI-Forschung und -Anwendung nach, um schließlich bei einzelnen Anwendungsfeldern in der Bildungsarbeit anzukommen. Das sind die bekannten Chatbots und adaptiven Lernsysteme, die Lerninhalte kuratieren, erstellen und personalisieren. Learning Analytics wird noch genannt. Diese Beispiele werden durch kurze Experten-Statements gestützt. Einen roten Faden bieten ausgewählte Ergebnisse der eLearning BENCHMARKING Studie 2020.

Jetzt zu meinen Fragezeichen: Da heißt es zum Beispiel, „34,1% der Befragten der BENCHMARKING Studie 2020 gaben an, bereits ein Adaptives Lernsystem in der betrieblichen Bildung ihres Unternehmens zu nutzen oder kurz- bis mittelfristig zu planen“. Das hilft dem neugierigen Leser nur bedingt weiter.

Stichwort „Adaptive Lernsysteme“: Ich wüsste gerne genauer, was die Beteiligten darunter verstehen und an welche konkreten Systeme und Anbieter sie hier denken. Das könnte helfen, Missverständnisse in der Sache zu vermeiden.

Oder wenn in der Studie von der „fehlenden Akzeptanz von KI bei den Lernenden“ als Herausforderung die Rede ist. Worauf basiert diese „fehlende Akzeptanz“? Sind es Annahmen der Personalentwicklung? Allgemeine Bedenken der Mitarbeitenden gegenüber Big Data? Oder konkrete Rückmeldungen der Lernenden? Aber was sollten Nutzer gegen adaptive Lernsysteme oder Chatbots haben, soweit sie ihren Einsatz überhaupt bemerken …  
Frank Siepmann (Hrsg.), eLearning Journal, Juli 2020 (Registrierung erforderlich)  

Kategorien: Lehren und Lernen

Walk the Talk – Partizipative Lehre! … auch online!

6. Juli 2020 - 16:30

Kerstin Mayrberger (Professorin für Lehren und Lernen an der Hochschule mit dem Schwerpunkt Mediendidaktik/ Universität Hamburg) hat nicht nur ein Buch zur „Partizipativen Mediendidaktik“ geschrieben und vor gar nicht allzu langer Zeit veröffentlicht (open access!). Sie hat auch einen Blog gestartet, um laufend über weitere Entwicklungen des Themas zu berichten. Hier reflektiert sie zum Beispiel über ihre eigenen Erfahrungen im Sommersemester 2020 und „wie Lernendenorientierung und Partizipation auch in besonderen Zeiten mit der Umsetzung als reine Online-Lehre gelingen kann“. 

Ihre Stichworte sind unter anderem: eine stärkere Serviceorientierung, um gemeinsam lernförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen; das Ausprobieren verschiedener Kollaborationswerkzeuge; das Austarieren synchroner und asynchroner Arbeitsphasen.

„Es wurde für mich deutlich, dass sich Formate und Lehr- und Lernmethoden nicht wegen des genutzten Mediums zurückentwickeln müssen – vielmehr braucht es zumeist an einigen Stellen lediglich eine sinnvolle Adaption oder Äquivalenz bereits verwendeter Tools und Methoden – und didaktische Kreativität und Offenheit auf Seiten der Lehrenden wie Lernenden für neue partizipative Online-Formate.“

Kerstin Mayrberger hat auf ihrem Blog noch weitere Ressourcen zur „Partizipativen Mediendidaktik“ verlinkt. Diese werde ich in den nächsten Tagen „aufarbeiten“. Dazu gehört auch ihr Buch …
Kerstin Mayrberger, Partizipative Mediendidaktik/ Blog, 19. Juni 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Aufzeichnung Digitaltag 2020

2. Juli 2020 - 21:37

Da ich es nicht anders oder besser sagen könnte: „Am 19.06.2020 fand der Digitaltag 2020 statt. wb-web hat sich mit verschiedenen Partnern aus dem Unterstützerkreis zusammengetan und eine Online-Veranstaltung unter dem Titel „Herausforderungen – Lösungen – Erfahrungen: Erwachsenen- und Weiterbildung aus der Krise begleiten“ auf die Beine gestellt. Die Aufzeichnung der Veranstaltung sowie eine Zusammenfassung der Fragen und Anmerkungen im Chatverlauf stehen nun online zur Verfügung.“

Mitgemacht haben wb-web und EULE, e-teaching.org, Deutscher Bildungsserver, Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V., QUA-LiS NRW, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) und EPALE. Alle hatten 20 Minuten, um sich, ihre Arbeit und/ oder ein einzelnes Projekt vorzustellen. Corona-Bezüge inbegriffen. Heraus kam ein „Paket“ von 2:35 Std.
Christina Bliss, wb-web, 22. Juni 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Microsoft Teams wird zur Lernplattform

2. Juli 2020 - 15:12

Microsoft kündigt an, dass man zukünftig Online-Kurse auch direkt über MS Teams suchen und starten kann. In jedem Fall Online-Kurse der  eigenen Plattformen LinkedIn Learning und Microsoft Learn. Aber auch Drittanbieter und die Kunden selbst sollen Kurse auf Teams veröffentlichen können. Das sind die wichtigsten Informationen. Es gibt dann noch das Kleingedruckte: eine App, Badges und für Teamleads die Möglichkeit, den Aktivitäten einzelnen Lernenden zu folgen und Feedback zu geben.

Meine zwei Cent: Es ist eine Ankündigung. Microsoft trumpft natürlich mit der Integration der eigenen Dienste, der populären Kollaborations- und Lernplattformen. Viele klassische Lernplattform-Anbieter werden anmerken, dass sie viel mehr (oder weniger, je nach Perspektive) können.  Überhaupt Arbeiten & Lernen: Da ich hier mehr eine Haltung und eine Kultur sehe, zahlt eine solche Ankündigung aus meiner Sicht nur bedingt darauf ein. 

„Die Previewversion der App soll in den nächsten Monaten starten“, heißt es auf golem.de. Und: „Die Ankündigung ist Teil einer größeren Initiative von Microsoft, um Menschen eine Neuorientierung in der Karriere zu geben.“
Oliver Nickel, golem.de, 1. Juli 2020

Bildquelle: congerdesign (pixabay) 

Kategorien: Lehren und Lernen

Entwickelt werden oder selbst entwickeln?

1. Juli 2020 - 15:52

Das Gute dieses Artikels: Er betont die zunehmende Bedeutung der Selbstorganisation auch in der Weiterbildung. Wo es an der Fähigkeit zur Selbstorganisation mangelt, können zum Beispiel E-Coaching-Tools unterstützen.

Ansonsten kommt der Artikel etwas steif daher und hangelt sich von Definition zu Definition. Konkrete Beispiele fehlen. Und über Begriffe wie „informelle Weiterbildungsformate“ (!?) könnte man sicher diskutieren.

Der Artikel ist eine frei zugängliche Auskopplung aus der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Personalführung“ mit dem Schwerpunkt Personalentwicklung.
Caroline Ruiner und Vera Hagemann, Personalführung, 7-8/ 2020 (pdf)

Kategorien: Lehren und Lernen

Working and learning remotely in Europe: the new normal?

1. Juli 2020 - 7:54

Der Beitrag schaut auf einige Bewegungen und Zahlen der letzten Wochen und zieht eine Verbindung zwischen Homeoffice und Online-Learning (remote working/ remote learning). Das macht Sinn, denn wer erst einmal von zu Hause arbeitet, hat es einfacher, auch auf digitale Lernressourcen zuzugreifen. 

Doch das sind nur aktuelle Beobachtungen, die es einzuordnen und zu verstetigen gilt: „There is still a long way to go as only 8% of EU citizens followed an online course in 2019. More research is needed to develop the right policies to ensure that EU workers can reap the full benefits of distance working and learning, particularly given the inevitable loss in organisational informal learning and innovation – the most prominent channel of continuing learning – that is expected to follow the distancing of workers from physical workplaces.“
Cedefop (European Centre for the Development of Vocational Training), 26. Juni 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

In der Zukunft

30. Juni 2020 - 8:40

Wenn ich von Unternehmen höre, die Online-Kurse auf dem Markt einkaufen wollen, um ihr digitales Bildungsangebot zu erweitern, dann fällt regelmäßig auch das Stichwort „ZEIT Akademie“. Also nutze ich die Gelegenheit, auf eine offenes Video der Akademie zu verlinken, das mit dem Hashtag #LebenslangesLernen versehen ist. Die zentralen Stichworte des kurzen Teasers (2:42 Min.) lauten mobiles, modularisiertes und personalisiertes Lernen (Ralph Müller-Eiselt) und Working Out Loud (Sabine Kluge). Etwas scollen …
ZEIT Akademie

Kategorien: Lehren und Lernen

Essay von Habermas: Es bleibt die Literatur

29. Juni 2020 - 17:47

So viel Zeit muss sein: Jürgen Habermas hat über die sozialen Medien nachgedacht. Arno Widmann wiederum hat den Essay gelesen und zusammengefasst. „Jürgen Habermas sieht unsere politische Zukunft durch die sozialen Medien bedroht. Hoffnung macht ihm die Asozialität von Kunst und Literatur.“

Noch ein halbes Zitat: „Habermas sieht die Gefahr, dass „sich die Meinungsbildung in den zersplitterten und gleichzeitig von selektiven Standards entlasteten Kommunikationsblasen gegen die rationalisierende Kraft einer diskursiven Vielfalt der Beiträge immunisiert.“
Arno Widmann, Berliner Zeitung, 28. Juni 2020

Bildquelle: Wolfram Huke (Wikipedia, CC BY-SA)

Kategorien: Lehren und Lernen

Leben, Arbeit, Bildung 2035+

26. Juni 2020 - 13:27

Vorneweg: Ich habe es noch nicht geschafft, diese Studie des Münchner Kreises und der Bertelsmann Stiftung, die diese Woche erschienen ist, komplett zu lesen (168 Seiten). Aber nach einem ersten Blick könnte sich die Lektüre lohnen. An dieser Stelle schon einmal die wichtigsten Eckdaten zur ersten Einordnung:

  • Der Münchner Kreis, so heißt es bescheiden auf der hauseigenen Webseite, ist „die führende unabhängige Plattform zur Orientierung für Gestalter und Entscheider in der digitalen Welt“.
  • Die aktuelle Zukunftsstudie geht der Frage nach, „wie Künstliche Intelligenz (KI) in den kommenden Jahren die Bereiche Leben, Arbeit und Bildung verändern wird“.
  • Um diese Frage zu beantworten, wurden über 500 ExpertInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft befragt (Delphi-Methode).
  • Dabei wurden von den Herausgebern und ExpertInnen 53 Zukunftsthesen entwickelt und bewertet. Hinzu kommen Empfehlungen an die Politik.
  • 16 Thesen betreffen den Bereich „Bildung“. Und bei vier dieser 16 Thesen kamen die ExpertInnen zu der Einschätzung, dass ihre Realisierung in den kommenden zehn Jahren wahrscheinlich ist.
  • Eine „wahrscheinliche“ These lautet zum Beispiel:
    „Der KI-Architekt (analog zum Software-Architekten) ist ein anerkanntes Berufsbild in Deutschland.“
  • Eine „abgelehnte“ These dagegen lautet:
    „KI -Technologien haben das bestehende Bildungssystem (klassische Akteure, Einrichtungen, Abschlüsse) in Deutschland aufgelöst.“

Angemerkt sei noch, dass auch eine Reihe von Thesen, die im Bereich „Arbeit“ entwickelt wurden, mit Bildungs- und Lernprozessen zu tun hat. Alle Thesen werden in Form von kurzen, einheitlichen  Steckbriefen vorgestellt.
Münchner Kreis und Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), 24. Juni 2020 (pdf)

Kategorien: Lehren und Lernen

Microcredentials: a new way of monetarising MOOCs?

26. Juni 2020 - 8:47

Der Artikel nimmt einige Stichworte auf, die auf der Jahreskonferenz des European Distance Learning Network (EDEN) diese Woche gefallen sind. Im Kern geht es darum: Menschen lernen online, zum Beispiel auf MOOC-Plattformen, und möchten, dass diese Lernerfahrungen anerkannt und möglicherweise auf folgende akademische Abschlüsse angerechnet werden. Dafür braucht es Standards und Regeln für die Vergabe und Nutzung solcher Microcredentials. Graham Attwell verweist in seinem Beitrag auf das europäische Projekt MicroHE, das genau an dieser Aufgabe arbeitet. MOOC-Anbieter wie FutureLearn, auch das erwähnt der Autor, werben für ihre aktuellen Kurse mit dem (kostenpflichtigen) Erwerb solcher Microcredentials.
Graham Attwell, Pontydysgu – Bridge to Learning, 26. Juni 2020

Bildquelle: geralt (pixabay)

Kategorien: Lehren und Lernen

Stichwort Kompetenzorientierung

25. Juni 2020 - 16:12

Die AutorInnen schaffen es wirklich, auf zwei Seiten die wichtigsten Diskussionen und Arbeitsfelder zum Begriff „Kompetenzorientierung“  zusammenzufassen. Da ist die Unterscheidung von Kompetenzen und Qualifikationen („vergleichsweise einfach“). Da ist die Abgrenzung von Kompetenzen zur Bildung („schwierig“). Auch die Stichworte Ermöglichungsdidaktik und Kompetenzstandards fallen. Okay, vielleicht hätte man noch von Kompetenzmodellen und Kompetenzmessung sprechen können, andererseits hätte das den Rahmen eines „Stichwort Kompetenzorientierung“ schnell gesprengt.

„Eine kompetenzorientierte Perspektive richtet sich auf das tatsächlich Gelernte und  umfasst auch informell erworbene Kompetenzen. Häufiger
taucht »Kompetenzorientierung« in der Literatur in einem anderen Kontext auf: als Beschreibung einer pädagogischen Praxis, die den Erwerb von Kompetenzen zum Ziel hat und damit mehr auf Output als auf Input setzt.“
Sabine Schwarz und Peter Brandt, weiter bilden, 2/ 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

The times, they are a changin‘ – First steps to becoming a Digital First Learning Organisation

25. Juni 2020 - 11:26

Dieser Beitrag der britischen eLearning-Experten von Kineo ist eine nützliche Sammlung von Empfehlungen für Unternehmen, die ihre Lernumgebungen systematisch weiterentwickeln wollen oder – mit Blick auf Corona – müssen. Aber mir gefällt vor allem, dass sie diese Empfehlungen explizit mit einem „Digital First“-Ansatz verbinden:

„Being a digital first learning organisation is not just about adopting digital technologies.  Whilst that’s obviously a fundamental aspect of a digital first delivery strategy, it requires more than that: a root and branch review of how learning is managed, organised, structured, designed and delivered. …

Many digital first organisations seek to nurture self-determination of personal learning and development; using digital technologies to support them. It’s an approach that recognises training as a continuous process and acknowledges the importance of allowing learners to take personal ownership of their development.“
Kineo, Blog, 23. Juni 2020

Bildquelle: Marvin Meyer (Unsplash)

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Modulare Ausbildung Qualitätsmanagement

25. Juni 2020 - 11:25

Ich will jetzt nicht für dieses Weiterbildungsangebot der TÜV Süd Akademie werben. Aber die geplante Umsetzung hat meine Aufmerksamkeit geweckt. Teilnehmende können nämlich ab Juli 2020 zwischen drei Formaten wählen („Welcher Lerntyp sind Sie?“). Es gibt die Ausbildung als Präsenzseminar, als Blended Learning und als Onlinetraining. Auf der Webseite heißt es:

Präsenztraining:
– 5 Tage Präsenzseminar
– „Klassische Ausbildung, wie Sie es gewohnt sind“

Blended Learning:
– Begleitete Selbstlernphase
– 3 Tage Präsenzseminar

Onlinetraining:
– Begleitete Selbstlernphase
– 3 Tage Live Onlinetraining

Die Kosten für die drei Formate sind übrigens gleich. Ich bin gespannt, ob sich dieses Modell durchsetzen wird. Oder ob Bildungsanbieter im Zeichen der Corona-Krise weitere Varianten entwickeln.
TÜV Süd Akademie, Juni 2020


Kategorien: Lehren und Lernen

Trendstudie 2020 des Wuppertaler Kreises

24. Juni 2020 - 18:20

Der Wuppertaler Kreis ist laut eigener Darstellung der „Verband der führenden Weiterbildungsdienstleister der Wirtschaft“. In seiner gerade erschienenen, jährlichen Trendstudie hält er fest, dass die Branche für das laufende Jahr mit erheblichen Umsatzeinbußen rechnet. Mehr als die Hälfte der Dienstleister musste Kurzarbeit anmelden. In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Der Geschäftslage-Indikator Weiterbildung des Wuppertaler Kreises, ein Gradmesser für die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche, sinkt für 2020 mit 86 Punkten erstmals seit der Finanzkrise auf einen Wert unter 100.“

Das sind leider Zahlen und Entwicklungen, mit denen man rechnen musste. Nun zieht sich ein zweites Muster durch diese Trendstudie, das da „Digitalisierung“ heißt. Natürlich waren die Digitalisierung der Wirtschaft und der Weiterbildung schon vor der Corona-Krise Thema und Trend. Doch jetzt trifft sie auch die Bildungsanbieter, die sich mit ihren Geschäftsmodellen auf der sicheren Seite wähnten und digitale Bildung eher aus der Distanz beobachteten. 

So heißt es zum Beispiel im Kapitel „Trends bei offenen Seminaren“:

„Offen angebotene Seminare stellen mit einem Drittel des Umsatzes weiterhin einen wichtigen Schwerpunkt des Angebotes der Weiterbildungsdienstleister der Wirtschaft dar. Die Mitglieder der Wirtschaft gehen davon aus, dass sich dieses Angebotssegment in einem Veränderungsprozess befindet und die Digitalisierung hier für erhebliche Veränderungen sorgen wird. Die Integration digitaler Lernelemente ist aktuell noch nicht bei allen offenen Seminaren ein Standard. Die befragten Anbieter sehen hier vor allem die Notwendigkeit, für die Teilnehmenden digitale Vernetzungsangebote z.B. auf Lernplattformen und Lernmanagement-systemen bereitzustellen. …

Immerhin ein Drittel aller befragten Dienstleister geht davon aus, dass die COVID-19-Pandemie die Nachfrage nach offen angebotenen Seminaren nachhaltig beeinträchtigen wird und dass die Bildungsangebote vollständig in virtuellen Räumen stattfinden könnten.“

Wie gesagt, das steht exemplarisch für weitere, ähnlich lautende Hinweise in dieser Trendstudie. Bildungsanbieter, so darf man mutmaßen, die sich bereits in der Vergangenheit mit dem Einfluss und den Möglichkeiten der Digitalisierung auseinandergesetzt haben, besitzen jetzt einen klaren Startvorteil.
Wuppertaler Kreis, 23. Juni 2020

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Are Universities Going the Way of CDs and Cable TV?

23. Juni 2020 - 14:41

Man merkt schon am Titel, dass hier ein amerikanischer Autor mit Blick auf das amerikanische Bildungssystem schreibt. Und er wiederholt eine Frage, die vor zehn Jahren, mit dem Erscheinen der MOOCs, schon einmal gestellt wurde: Funktioniert das Geschäftsmodell der Hochschulen noch? Oder muss es den gleichen Wandel („disruption“) durchmachen, den auch die Unterhaltungsindustrie mit der Digitalisierung durchgemacht hat? Der Autor schlägt deshalb vor, sich schnell und gründlich Gedanken über die Frage zu machen: „What is the core mission of higher education?“

„Arguments for the inherent superiority of the residential college experience will be less convincing now that we’ve conferred the same credentials – and charged the same tuition – for education delivered remotely.“
Michael D. Smith, The Atlantic, 22. Juni 2020

Bildquelle: Oleksandr Baiev (Unsplash)

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