Lehren und Lernen

„Umsonst ist wenig, oft bezahlt man mit seinen Daten“

Weiterbildungsblog - 24. Januar 2020 - 21:46

Vom Bildungsreporting zu Learning Analytics. Nicht mehr Kennzahlen über vergangene Bildungsmaßnahmen sammeln, sondern Lernenden helfen durch eine Personalisierung der Lernangebote und -prozesse. Das ist der Punkt, den Thomas Jenewein (SAP) in diesem Interview macht. Anschließend stellt er sich noch tapfer den Fragen nach weiteren Lerntrends, der Bedeutung von Weiterbildung im „war for talents“ und der DSGVO.

„Lernen in Unternehmen ist nicht mehr das einmal durchgeführte Seminar oder eine kurze Intervention. Es ist in einer sich ständig ändernden Umwelt ein permanenter Prozess (mit den damit verbundenen Kosten). Die entsprechenden Ressourcen effizient einzusetzen, ist ein legitimes Interesse eines Unternehmens. Die Steuerung des Ressourceneinsatzes durch Prüfung der Wirksamkeit von Lernangeboten ist ein wichtiges Ziel von Learning Analytics.“
Interview mit Thomas Jenewein, DATAKONTEXT/ hr performance, 24. Januar 2020

Bildquelle: Javier Allegue Barros (Unsplash)

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The Edu-Decade That Was: Unfounded Optimism?

Weiterbildungsblog - 24. Januar 2020 - 6:16

Geoff Cain blickt zurück auf ein Jahrzehnt Online-Lernen und zählt die Dinge auf, die ihn bewegt und weitergebracht haben: „cMOOCS and Connectivism“, „Annotating the Internet“, „Equity and Inclusion“, „Data Literacy“, „Open Pedagogy, ‚A Domain of One’s Own,‘ and DS106“, „Open Education Resources“, „Micro-Credentials and Badging“ und „Stephen Downes“ („As in all decades in my career as an educator, I owe so much to the hard work and generosity of Stephen Downes.“).

Geoff Cains Liste will bewusst einen Kontrapunkt zu den kritischen Bewertungen der EdTech-Historie setzen (siehe Audrey Watters, „The 100 Worst Ed-Tech Debacles of the Decade“), ohne diese abzuwerten oder einfach die üblichen Trends der letzten Jahre herunterzubeten. Ich habe mich jedenfalls in seiner Aufstellung wiedergefunden, inklusive der Verbeugung vor Stephen Downes.
Geoff Cain, Brainstorm in Progress, 18. Januar 2020

Bildquelle: corina ardeleanu (Unsplash)

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BarCamp digital

Weiterbildungsblog - 23. Januar 2020 - 15:34

In diesen Tagen wurden einige Online-BarCamps angekündigt, einige haben bereits stattgefunden (leider ohne mich), andere sollen in den nächsten Wochen folgen (z. B. hier). Fürs Protokoll verlinke ich hier das „BarCamp digital“, das ein Team der FernUniversität Hagen am 17. Januar durchgeführt und hier vorgestellt hat. Für Sessionsplanung, Ablauf und Plattform (Adobe Connect) liegt somit ein Muster vor, auf dem man aufbauen kann.

18 Uhr: Beginn
18 – 19 Uhr: Begrüßung, Planung der Sessions
19 – 20 Uhr: Session 1
20 – 21 Uhr: Session 2
21 – 21:30 Uhr: Abschied

FernUniversität in Hagen, Januar 2020

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Digital innovation in education | Learning in a Digital Society

Weiterbildungsblog - 22. Januar 2020 - 17:05

Vorneweg: Ich mag das Format und den Erzähler, hier Geoff Stead, Chief Product Officer bei Babbel. Seine Botschaft: „Digital learning is happening right now“ (siehe die 20 Millionen MOOC-Lerner!), und wir müssen es „nur“ schaffen, dieses Enthusiasmus auch in die Seminarräume bzw. die  Klassenzimmer zu bringen.

Die Video-Serie, die mit dem Beitrag von Geoff Stead startet, wird unter dem Dach der niederländischen Forschungsinitiative „The Digital Society“ von der Open Universiteit und dem Centre for Education and Learning (CEL) at Leiden-Delft-Erasmus entwickelt (via Graham Attwell).
Digital Society, YouTube, 20. Januar 2020 

 

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HR Transformation In The Experience Age

Weiterbildungsblog - 22. Januar 2020 - 16:17

Josh Bersin schreibt: „Today I believe the biggest change is not just the role of technology, it’s the need to focus on “Experience Design” in our work. We can no longer think of HR as a function that creates “programs” that people adopt and use. We have to design and deliver “experiences,” just like we do for customers. … This new idea, HR designed as an agile design and delivery function, is a big shift.“

Das deckt sich mit den Ausführungen von Thomas Jenewein, auf die ich gestern hier verlinkt habe. HR auf dem Weg zur „agilen Organisation“. Auf der anderen Seite bleiben die Mitarbeitenden in der Rolle vom Empfängern: heute von „Services“, morgen von „Experiences“. Da ist mir der „Lernbegleiter“ irgendwie sympathischer als der „Learning Experience Designer“ … Josh Bersin hat übrigens noch eine kleine Anleitung (9 S.) zum besseren Verständnis dieses „big shift“ geschrieben.
Josh Bersin, Josh Bersin/ Blog, 18. Januar 2020

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9. Treffen der Corporate Learning Community Frankfurt

Weiterbildungsblog - 21. Januar 2020 - 23:10

Das ist doch keine schlechte Bilanz: Neunmal hat sich die regionale RheinMain-Gruppe der Corporate Learning Community in den letzten zwei Jahren getroffen! Und das nächste Treffen am 24. Februar in den Räumlichkeiten der Deutschen Bahn ist auch schon geplant!

Aber noch einmal zurück: Hier sind wir noch bei den Zeilen, mit denen Annette Sell unseren Austausch im Dezember 2019 zusammenfasst. Dabei mussten wir etwas improvisieren, da unser Top Act des Abends kurzfristig ausgefallen war. Also haben wir spontan Themen gesammelt, priorisiert und jeweils 10+5 Minuten diskutiert:
1. Wie lässt sich informelles Lernen messen?
2. Unsere Lernhacks (von den Anwesenden “wie lerne ich”)
3. Was genau sind eigentlich Digitale Kompetenzen?
4. Erfahrungen mit Blended Learning
5. Wie funktioniert Weitergabe von Wissen?
6. Lernen – Unternehmensevolution
7. Nachhaltigkeit, Transfer, Wirksamkeit
Annette Sell, Corporate Learning Community, 21. Januar 2020 

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Learning Experience Management & Design – ein neues Paradigma

Weiterbildungsblog - 21. Januar 2020 - 19:14

„Experience“ ist vielleicht das Schlagwort in HR und Corporate Learning, das in den letzten Monaten am häufigsten strapaziert wurde. Nun sind „Learning Experiences“ oder „Lernerfahrungen“ erst einmal ein sehr deutungsoffenes Konzept, und das war vielleicht auch für Thomas Jenewein (SAP) der Anlass, einige lose Fäden einmal zusammenzuführen. Herausgekommen ist eine ausführliche und, wie er selbst sagt, noch nicht abgeschlossene Übersicht.

Hier einige seiner Stationen: die „Experience Economy“; dann das „Learning Experience Management“, das „den Lernenden und seine Erfahrung in den Mittelpunkt“ stellt; erfahrungsbasiertes Lernen, Connectivism und situiertes Lernen als theoretische Verbindungsstücke; agile Ansätze von SCRUM, Lean-Startup bis Design Thinking; Learning Experience Platforms und Personalisierung. 

Das führt ihn schließlich zum „Learning Experience Flywheel“, und so, wie aus dem Instructional Designer jetzt der Learning Experience Designer wird, so löst der neue Learning Experience-Designprozess ältere Prozessmodelle wie ADDIE ab. Es folgen noch zahlreiche Beispiele aus den Lernumgebungen der SAP sowie einige Handlungsempfehlungen. Kurz: Viel lesenswerter Stoff.

Einige offene Punkte: Ich bin nicht sicher, ob „Learning Experience Management“ nicht näher an einem „Instructional Design 2.0“ ist als an Konzepten des selbstorganisierten Lernens. Dann: Bei einigen der aufgeführten Modelle und Konzepte sehe ich nur schwache Verbindungen zum neuen Paradigma (z. B. Connectivism oder situiertes Lernen). Und: Dem Wechsel zwischen „Learning Experience Management“ (der L&D-Perspektive) und „Learning Experience“ (der Lernenden-Perspektive) zu folgen, ist nicht immer ganz einfach.
Thomas Jenewein, LinkedIn/ Pulse, 17. Januar 2020

Bildquelle: Thomas Jenewein

 

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Warum HR Blogs und soziale Netzwerke braucht #PKNM10

Weiterbildungsblog - 20. Januar 2020 - 22:03

Das kommt vor: Bloggen im Recruiting und fürs Employer Branding. Schon seltener: Blogs in der Personalentwicklung und fürs Lernen. Und Personaler, die selbst bloggen? Hier knüpft Herwig Kummer an: „Warum blogge ich eigentlich?“ Schließlich ist das Bloggen nicht zuletzt ein erhebliches Investment an Zeit. Doch für Herwig Kummer lohnt es sich. „Mein Blog ist mein Lerninstrument“, schreibt er. Ein Beitrag im Rahmen einer Blogparade. Dort finden sich weitere Einsichten.
Herwig Kummer, personaleum, 19. Januar 2020

Bildquelle: Hannah Olinger (Unsplash)

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Welche Kernkompetenzen sind im digitalen Zeitalter entscheidend?

Weiterbildungsblog - 17. Januar 2020 - 23:18

Unter dem Label „Learning Insights“ sind in den letzten Monaten einige Videos über das Lernen am Arbeitsplatz entstanden. In diesem Beitrag berichtet Simone Wanken, Learning Department der DATEV eG, über einige Projekte und Aktivitäten ihres Unternehmens. Notiert habe ich mir ihren Hinweis auf Corporate Learning Coaches, die die DATEV zukünftig einsetzen wird. Sie sollen MitarbeiterInnen „1 zu 1“, also im persönlichen Gespräch, bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Lernwege unterstützen; und dass die Frage nach Selbstlernkompetenzen immer stärker in den Vordergrund rückt, also die Fähigkeiten der Bewerber- wie MitarbeiterInnen, selbstorganisiert die Entwicklung der eigenen Kompetenzen voranzutreiben.
Peter Littig im Gespräch mit Simone Wanken, Learning Insights, 17. Januar 2020   

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From MOOCs to TikTok: The Unexpected Impact of the MOOC Hype

Weiterbildungsblog - 17. Januar 2020 - 15:04

Die Botschaft von Dhawal Shah: „I don’t know if MOOCs changed the world, but the hype itself had an impact.“ Zu dieser Erkenntnis haben ihn folgende Beobachtungen geführt: „Universities teaching online“, „Governments taking notice“, „Large-scale degree programs“, „On-campus impact“, „EdTech and industry growth“. Das, so Dhawal Shah, bleibt, auch wenn die MOOC-Plattformen immer noch mit hohen Abbruchquoten kämpfen und an ihren Angeboten schrauben. Und ein Pfad führt sogar von MOOCs zu TikTok …
Dhawal Shah, Class Central, 12. Januar 2020

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Top 10 HR Trends That Matter Most In The 2020 Workplace

Weiterbildungsblog - 16. Januar 2020 - 21:34

Auf Jeanne Meister verlinke ich hier ja öfters, vor allem dann, wenn sie uns über Trends in HR informiert. Wenn man ihre aktuelle Liste durchgeht, ist es – wenig überraschend – vor allem Künstliche Intelligenz, die HR in diesem Jahr beschäftigen wird. Als Chatbots, im Recruiting, mit ethischen und juristischen Grenzziehungen. Auch der Ruf nach einer stärkeren Betonung von Soft Skills geschieht ja in der Abgrenzung zu KI. Wellbeing und Workplace Experience sind weitere Stichworte.

Aber meine Aufmerksamkeit liegt natürlich auf Weiterbildung und Lebenslangem Lernen. Hier erkennt Jeanne Meister zwei Trends: 7) „Explore Virtual Reality for Corporate Training“ und 8) „Re-Define Blended Learning To Include On Demand Coaching“. Der erste Punkt ist selbsterklärend. Beim zweiten Punkt, „Blended Learning“, wirbt sie für ein „fully virtual development program“, in dem die Treffen vor Ort durch ein „On Demand Coaching“ ersetzt werden. Leider hat sie hier nur ein Unternehmensbeipiel …
Jeanne Meister, Forbes, 15. Januar 2020

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Das Etherpad-Prinzip weitergeführt: 5 Tools für spezifische Kollaborationsherausforderungen

Weiterbildungsblog - 15. Januar 2020 - 16:38

Wer gerne mit neuen Tools und Methoden in der Bildung bzw. in Lernzusammenhängen experimentiert, sollte den Newsletter („EduMail“) von Nele Hirsch abonnieren. In der aktuellen Ausgabe stellt sie fünf Tools vor, die dem Etherpad-Prinzip („synchrone Kollaboration, offen nutzbar, hierarchiefrei und möglichst simpel“) folgen und auf neue Zusammenhänge übertragen. Etherpads sind ja web-basierte Editoren, um gemeinsam an Texten zu arbeiten. Aber das funktioniert auch mit Tabellen, Landkarten, Spielfeldern, Zeichnungen und Kanban-Boards, wie Nele Hirsch zeigt.
Nele Hirsch, eBildungslabor, 11. Januar 2020

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Stichwort: Künstliche Intelligenz

Weiterbildungsblog - 15. Januar 2020 - 12:01

Aus dem aktuellen Themenheft von „weiter bilden“ sind einige Beiträge online zugänglich. Auch diese zwei Seiten, in denen Lutz Goertz (mmb Institut) auf einige Meilensteine in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI), auf Merkmale von KI sowie drei Beispiele aus dem Bildungsbereich eingeht: Knewton, AI Coaching und edX. Seine abschließende Empfehlung:

„Doch Vorsicht: Nicht alle kI ­Anwendungen halten, was sie versprechen. Der Lackmus­-Test: Stellen Sie mehrmals die gleiche Anfrage, schauen Sie sich die Rückmeldung des KI-Systems an und geben Sie jeweils hierauf ein unterschiedliches Feedback. Verändern sich die Antworten des Computers? Dies wäre ein Hinweis darauf, dass das System wirklich lernt.“
Lutz Goertz, weiter bilden, 4/2019

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Reading: Learning to Blog FOR your Students

Weiterbildungsblog - 14. Januar 2020 - 18:51

Ich bin etwas unsicher, welchen Stellenwert Blogs – über die LeserInnen dieser Zeilen hinaus – heute noch haben. Facebook, WhatsApp, LinkedIn, Instagram, TikTok, okay … aber Blogs? Wie auch immer, Silvia Rosenthal Tolisano hat diesen siebenteiligen Guide zusammengestellt für Lehrende, die Blogs in ihre Veranstaltungen einführen wollen. Die einzelnen Beiträge führen systematisch, mit vielen Beispielen und Links in die Welt des Bloggens ein: 

Reading Blogs
Writing Blogs
Commenting on Blogs
Connecting Blogs
The Reciprocation Factor
The Consistency Factor
The Quality Factor

Aber der wichtigste Satz steht aus meiner Sicht im zweiten Teil („Writing“): „I firmly believe that any educator who expects his/her students to blog for learning, NEEDS to be blogging for his/her own learning.“
Silvia Rosenthal Tolisano, Langwitches, 10. Januar 2020

Bildquelle: Silvia Rosenthal Tolisano

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Professionalität im Personalmanagement und die Farbe Blau

Weiterbildungsblog - 14. Januar 2020 - 17:53

Ein paar „Neujahrs-Gedanken 2020 zur Lage des Personalmanagements“ offeriert uns Herwig Kummer. Es geht um Professionalität und Aufgaben und die Frage, wie sich HR in diesen Zeiten neu erfinden kann. Eine Antwort sind lernende Personaler, mit Podcasts, auf BarCamps, die wie auch immer mit gutem Beispiel vorangehen. Aber das ist nur die Kurzfassung. Mehr gibt es im Beitrag. Auch etwas Räsonieren über die Farbe Blau …
Herwig Kummer, personaleum, 10. Januar 2020

Bildquelle: 12019 (pixabay)

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[workshop] Learning Management Systeme und Open Educational Resources #LMS #OER #tugraz

Weiterbildungsblog - 13. Januar 2020 - 6:55

Hinter diesem Link stecken zwei mächtige Präsentationen, die Martin Ebner letzte Woche mit nach Luzern ans Institut für Kommunikation & Führung (IKF) genommen hat. Wer sich also für Learning Management Systeme (39 Slides) und/ oder Open Educational Resources (90 Slides) interessiert, findet hier jede Menge Stoff. Wer damit noch nicht genug hat, den erinnert der Autor an das „Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien“. Sicherheitshalber.
Martin Ebner, E-Learning Blog, 11. Januar 2020

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Situiertes Lernen und Communities of Practice — Teil 2

Weiterbildungsblog - 10. Januar 2020 - 16:19

Den ersten Teil habe ich verpasst. Der zweite, hier verlinkte Beitrag führt noch einmal in das Konzept des situierten Lernens und seine Vorteile ein. Situiertes Lernen, so Siegfried Lautenbacher und Alexander Klier (Beck et al.), findet in der Arbeitspraxis statt, baut auf dem gemeinsamen Handeln der Menschen auf und wird von ihnen selbst mit konkreten Anwendungsfällen gefüllt.

Wie „situiertes Lernen“ aussehen kann, beschreiben sie anschließend ausführlich am Beispiel eines Konzepts einer Multiplikator:innen-Ausbildung („SmartGuides“) bei einem großen Luftfahrtkonzern (Swiss International Air Lines). „Statt zentral organisierten E-Learnings oder gar Classroom Trainings basiert es darauf, in der Fläche ein Netzwerk von “Peers” — also Kolleginnen und Kollegen, keine “Trainer” — aufzubauen, die als Rollenvorbilder agieren, in ihrem Umfeld das neue Arbeiten mit Office 365 vorleben und ihre Peers zum Beispiel mit konkreten Anwendungsfällen in Richtung Digitale Zusammenarbeit aktivieren.“

Zum vorliegenden Konzept des situierten Lernens gehörte auch der Aufbau von Communities of Practices, in denen sich die 500 SmartGuides des Konzerns zusammenfinden und – über die Multiplikator:innen-Ausbildung hinaus – austauschen sollten. Beide Konzepte sind aufgegangen, aber (natürlich) nicht ohne Abweichungen von der Ideallinie. Auch auf diese Erkenntnisse gehen Siegfried Lautenbacher und Alexander Klier ein. Und sie stehen für Nachfragen auf der LEARNTEC zur Verfügung, zum Beispiel hier.
Siegfried Lautenbacher und Alexander Klier, Beck et al., 3. Januar 2020 

Bildquelle: StartupStockPhotos (pixabay)

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Education NewsCast 068 – Digitale Weiterbildung – Basics: Social Learning

Weiterbildungsblog - 9. Januar 2020 - 18:59

Nach Blended Learning nun Social Learning: Thomas Jenewein und Christoph Haffner, beide SAP, geben in dieser ersten Episode im neuen Jahr einen Überblick über ein weiteres Basiskonzept der Weiterbildung bzw. digitalen Bildung. Dabei spielen sie sich verschiedene Bälle zu: Sie versuchen sich an einer Definition, betten die Lernform in Konzepte wie das 70:20:10-Modell, den Connectivism und Working Out Loud ein, schlagen den Bogen zu Plattformen und Tools, erzählen von Projekten aus der SAP-Community und schließen mit Pro’s und Con’s sowie persönlichen Tipps.  

Mein kurzes Fazit: Social Learning ist ein schwieriges Thema. Man kann es auf Lernformen beziehen, die in Präsenz oder im virtuellen Raum stattfinden und die – in irgendeiner Form – auf Austausch setzen. Man kann aber auch konstatieren, dass alle Lernprozesse sozialer Natur sind (auch wenn mir hier und jetzt niemand gegenübersitzt, ist der Kontext immer sozialer Natur).

Vielleicht ist es an dieser Stelle hilfreich, stärker mit einigen Unterscheidungen zu arbeiten, um die Qualität von Social Learning in verschiedenen Kontexten herauszuarbeiten: unterschieden werden könnte zum Beispiel zwischen formalen und informellen Lernprozessen, zwischen pädagogischen Konzepten der Informationsvermittlung und des Erfahrungsaustauschs, zwischen dem Austausch in „Work Teams“, „Communities of Practice“ und „Social Networks“ (Harold Jarche).
Thomas Jenewein und Christoph Haffner, Education NewsCast 068, 6. Januar 2020

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Leistungsfähiger dank Achtsamkeits-Training

Weiterbildungsblog - 8. Januar 2020 - 11:41

Ein interessantes Gespräch über ein interessantes Stichwort: Achtsamkeit als Gegengewicht zur Digitalisierung, die achtsame Hochschule als Kehrseite der digitalen Hochschule. Mike Sandbothe, Professor an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, berichtet über erste Erfahrungen, die im Modellprojekt „Achtsame Hochschulen in der digitalen Gesellschaft“ gesammelt wurden. Stichworte sind zielgruppenbespezifische Angebote, die curriculare Einbettung sowie die methodische Umsetzung. 3.000 Menschen haben die verschiedenen Achtsamkeitsformate 2018/ 2019 erreicht. Ein bundesweites Hochschulnetzwerk ist im Entstehen.

Mike Sandbothe: „Durch die Digitalisierung haben sich die Anforderungen an Menschen verändert und intensiviert. Um dieser Situation gerecht zu werden, brauchen wir heute vermehrt Fähigkeiten, die in der digitalen Kultur nicht mehr automatisch verankert sind. Achtsamkeit stärkt nachweislich die Aufmerksamkeit, die Konzentration, die Kreativität, das Gesundheitsbewusstsein und reduziert Stress. Als Teil einer universellen Bildung kann Achtsamkeit unsere Gesellschaft grundlegend verändern.“
Claudia Krapp, Interview mit Mike Sandbothe, Forschung & Lehre, 29. Dezember 2019

Bildquelle: Simon Migaj (Unsplash)

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Lernkultur in Unternehmen – wie man sie messen und gestalten kann

Weiterbildungsblog - 8. Januar 2020 - 9:13

Über diesen Artikel bin ich heute eher zufällig gestolpert. Er spricht einen wichtigen Punkt an: Kann man die Lernkultur eines Unternehmens messen? Hier verweisen die AutorInnen auf einen 2003 entwickelten Fragebogen „Dimensions of the Learning Organization Questionnaire“ (DLOQ). Er umfasst sieben Dimensionen:

– Kontinuierliches Lernen
– Nachfragen und Austausch
– Zusammenarbeit und Lernen im Team
– Erfassen und Sichtbarmachen des Lernens
– Befähigung der Beschäftigten
– Lernförderliche Führung
– Vernetzung des Unternehmens

Insgesamt beinhaltet der Fragebogen 21 Aussagen (drei je Dimension). Im Artikel wird ein Einsatz des Fragebogens vorgestellt und die dabei erzielten Ergebnisse interpretiert. Die aufgeführten Dimensionen decken auf den ersten Blick wichtige Stellhebel des Lernens in Unternehmen ab. Die erzielten Ergebnisse klingen auch im Branchenvergleich nachvollziehbar und plausibel, obwohl die Fallzahl (N = 205) nicht groß war.

Andererseits lassen die Dimensionen viel Spiel bei der Ausgestaltung vor Ort und ihrer Wahrnehmung durch die Befragten. „Lernen“ und „Lernkultur“ sind halt sehr dynamische Spielfelder. Wenn der DLOQ jedoch weniger dazu dient, valide Branchenvergleiche vornehmen zu wollen, und mehr dazu, einen Ausgangspunkt für Veränderungsprozesse im einzelnen Unternehmen zu gewinnen, kann man mit Unschärfen gut leben.

Ich werde mal versuchen, einen Blick auf den gesamten Fragenbogen zu werfen und weitere Einsatzberichte zu finden. Noch ist etwas Platz auf meiner Aufgabenliste …
Timo Kortsch, Hilko Frederik Klaas Paulsen und Simone Kauffeld, Wirtschaftspsychologie aktuell, 2/ 2019 (via ResearchGate)

Bildquelle: Wirtschaftspsychologie aktuell

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