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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 1 Stunde 5 Minuten

Bildungsdienstleister: Weiterentwicklung des Geschäftsmodells nach Covid-19

5. Juli 2021 - 14:37

Viele Bildungsdienstleister gehen in diesen Tagen hin und überlegen, wie es weitergeht und welche Lehren sie aus der Covid-19-Pandemie ziehen. Für einige ist es der Anlass, das eigene Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen. Wer diesen Weg gehen will, findet im Beitrag von Christoph Meier (vorgetragen auf der Learntec xChange 2021) einen komprimierten Überblick über die wichtigsten Gestaltungsfelder. Die Stellschrauben im einzelnen:

– Wer? Die Fragen nach den Kunden(segmenten) …
– Was? Die Frage nach dem Leistungsportfolio … 
– Wie? Die Frage nach der Leistungserbringung, nach Rollen, Prozessen, Infrastrukturen …
– Wert? Die Frage nach der Ertragsmechanik, nach dem Ausweis von Nutzen und Erfolgen …
Christoph Meier, scil/ Blog, 3. Juli 2021

Bildquelle: Christoph Meier/ scil 

Kategorien: Lehren und Lernen

Stichwort „EdTech“

2. Juli 2021 - 9:05

Die aktuelle Ausgabe von weiter bilden widmet sich dem Thema „EdTech“ („Gute Ed-Tech. Gute Bildung?“). Offen zugänglich ist eine kurze begriffliche Bestimmung des Stichworts von Isabell Grundschober. Dort erinnert sie daran, dass jede bewusste Auseinandersetzung mit dem Handeln in Lehr- und Lernprozessen „bildungstechnologisches Handeln“ darstellt. Und sie verweist darauf, dass der bildungstechnologische Fortschritt immer auch die Rollen und Aufgaben der am Bildungsprozess Beteiligten verändert. Schließlich:

„Was ist also EdTech? Bildungstechnologie als Wissenschaft und (ethische) Praxis orientiert sich nicht allein am Einsatz von IKT in der Bildung, sondern daran, wie diese didaktisch so ausgerichtet und eingesetzt wird, dass Lernprozesse unterstützt werden und die Lernenden ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in konkreten Situationen besser einsetzen können.“

Auch die übrigen Beiträge klingen interessant. Bis heute verläuft der Diskurs um EdTech ja hierzulande in sehr geordneten und überschaubaren Bahnen: einige Beiträge im Jahr, die nach Bildungs-Startups im deutschsprachigen Raum fragen. Technologiekritische Diskussionen, die den Werkzeugcharakter von Bildungstechnologien hinterfragen, sind eher selten.
Isabell Grundschober, weiter bilden, 2/ 2021

Kategorien: Lehren und Lernen

New Learning: Wie sich das Lernen bei der Arbeit verändert

1. Juli 2021 - 9:41

Im Artikel werden sehr viele Stichworte auf knappem Raum zusammengeführt: die Unterscheidung von formalem, selbstreguliertem und informellem Lernen sowie das Oktagonmodell des informellen Lernens; die Methode des agilen Lernens; Selbstorganisation, New Work und Lernkultur. Das funktioniert überraschend gut, da alle Stichworte ja ein gemeinsames Ziel eint: Weiterbildung und Lernen als fortwährende, tägliche Prozesse zu betrachten, die im Arbeitsalltag von den Mitarbeitenden ganz selbstverständlich gelebt werden. In drei Thesen werden die Stichworte und die mit ihnen verbundenen Trends kurz vorgestellt. „New Learning“ bildet dabei so etwas wie ein Dach:

„Zusammenfassend kann man „New Learning“ als eine situativ angemessene Kombination verschiedener Lernformen verstehen, die sich typischerweise im Einsatz neuer Lernmethoden zeigt. Das Lernen geht dabei selbstbestimmt von den Lernenden aus und wird in der Folge als sinnvoll erlebt oder bereitet Freude.“

Natürlich verändert „New Learning“ auch Aufgabe und Rolle der Personalentwicklung:
„Da sich „New Learning“ typischer im Einsatz neuer Methoden zeigt, spielt die Methodenkompetenz (z. B. für die Anwendung des Scrumbasierten „agilen Lernens“) eine zentrale Rolle. Eine Aufgabe der Personalentwicklung sollte deshalb sein, Beschäftigte zum Umgang mit Methoden des „New Learning“ zu befähigen. Damit verschiebt sich der Fokus von inhaltlichen Trainings auf lernmethodische Angebote.“

Nun passen unter das Dach „New Learning“ sicher noch weitere Begriffe, die zwar im Artikel nicht erwähnt, aber heute an anderen Stellen diskutiert werden: zum Beispiel „Learning Ecosystems“ oder Formen des Peer-to-Peer-Lernens wie Working Out Loud oder BarCamps. Vielleicht muss man am Ende des Tages aufpassen, dass der Werkzeugkoffer nicht zu groß wird, um für das vermeintlich Selbstverständliche (informelles Lernen) zu werben.
Timo Kortsch, Julian Decius und Hilko Paulsen, Wirtschaftspsychologie aktuell, 1/ 2021 (via ResearchGate)

Bildquelle: Wirtschaftspsychologie aktuell

Kategorien: Lehren und Lernen

10 Wünsche für kommende Veranstaltungen an physischen Orten

30. Juni 2021 - 8:30

Wenn im Herbst wieder Veranstaltungen vor Ort stattfinden dürfen: Welche Erfahrungen nehmen wir aus den letzten Monaten mit? Was hat sich verändert, wenn wir an das Zusammenspiel von Online und physischen Orten denken? Werden wir Veranstaltungen zukünftig anders konzipieren? Nele Hirsch hat 10 Wünsche und Ideen notiert und beschrieben:

„1. Bewusste Wahl …
2. Blended-Verknüpfungen …
3. Neue Wege für ‘Vorträge’ …
4. Bewusste Pause von anderem & Perspektivwechsel …
5. Kids welcome! …
6. Smartphone-Normalität …
7. Hands-On …
8. Raum-Experimente …
9. Online-Only Teilnahmemöglichkeit …
10. Singen & spielen … „

Ich bin bei Punkt 9., „Online-Only Teilnahmemöglichkeit“, etwas länger stehengeblieben. Derzeit beschränken sich solche Angebote bei Konferenzen ja zum Beispiel auf das Abonnement eines (werbenden) Newsletters. Oder die spätere Freischaltung von Vorträgen. Aber, wie Nele Hirsch schreibt, geht da sicher noch mehr, und es würde „den Druck für eine gute Dokumentation erhöhen“.
Nele Hirsch, eBildungslabor, 28. Juni 2021

Bildquelle: Patrick Perkins (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

#04 Arten von Lern- und Lehrvideos

29. Juni 2021 - 21:08

An der TU Graz ist diese praktische Übersicht als Handreichung für Lehrende entstanden. 10 Videoformate werden kurz vorgestellt und mit einem Beispiel illustriert. Man will so die Zielgruppe daran erinnern, dass Lernvideos „viel mehr sein [können] als eine reine Aufzeichnung und Bereitstellung Ihrer Lehrveranstaltung“.

Die Formate: Vortrag vor der (Web-) Kamera, Studioaufzeichnung, Screencast und Slidecast, Aufzeichnungen von Live-Vorträgen und Videokonferenzen, Realfilmaufnahmen/Reportagen, Interview, Legetechnik-Video, Schreib- und Zeichentechnik, Animationen und Trickfilm, Spielfilm.
TU Graz Lehr- und Lerntechnologien, 14. Juni 2021

Bildquelle: TU Graz Lehr- und Lerntechnologien

Kategorien: Lehren und Lernen

Virtual working as the new online learning

29. Juni 2021 - 10:35

Was genau meint Martin Weller? Nun, er fragt, warum wir seit dem letzten Jahr zwar ins Homeoffice gewechselt sind, aber unsere Arbeitsroutinen einfach im virtuellen Raum (Zoom, Teams) nachgebaut haben. Und warum wir nicht von den Diskussionen und Erfahrungen profitieren wollen, die mit Online-Learning gewonnen wurden.

„But I’d propose that those of us loosely in ed tech might want to talk with the people in HR or senior management and consider what are the abstracted principles from online learning that can be applied to virtual working. It may be that the online working pivot may turn out to be more impactful in higher education than the online learning pivot.“
Martin Weller, The Ed Techie, 10. Juni 2021

Kategorien: Lehren und Lernen

Von der Pflicht zur Kür: Der steinige Weg zur digitalen Hochschule

29. Juni 2021 - 8:44

„Nach der „Emergency Education“ sei nun ein Kassasturz dringend erforderlich, um die relevanten Lehren aus dieser Notfallsituation ziehen zu können“, wird Martin Ebner von der TU Graz in diesem Beitrag zitiert. Er zählt dort eine Reihe von Herausforderungen auf, die aus meiner Sicht mit dem folgenden Hinweis gut zusammengefasst werden: „Der Lernort Hochschule muss nach dieser spontanen Digitalisierungswelle komplett neu gedacht werden …“

Vor allem organisatorisch: Um einen „wilden“ Wechsel zwischen Online und Campus zu vermeiden, braucht es Blöcke bzw. Tage, die für bestimmte Lernräume und Lernformate reserviert sind. Um nur einen von mehreren Punkten zu nennen.
Stefan Thaler, Austria Presse Agentur/ Science, 10. Juni 2021

Bildquelle: Dom Fou (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Drei Fragen zur Nationalen Bildungsplattform

28. Juni 2021 - 23:48

„Welche Erwartungen und Hoffnungen haben Sie in Bezug auf die Metaplattform? Wie wird sich das Weiterbildungsgeschehen in Deutschland mit dieser Plattform verändern?“ In den Antworten von Lutz Goertz (mmb Institut) fallen wichtige Stichworte, wenn man über die Ausgestaltung einer solchen Plattform nachdenkt. Zum Beispiel die Hinweise auf bereichsübergreifende Bildungsstandards, auf Schnittstellen, auf die Kompatibilität von Plattformen und Inhalten. Aber wenn man dann noch die dahinterstehenden Gremien und Abstimmungsprozesse mitdenkt, könnte man auch gleich über „Lernumgebungen der zwei Geschwindigkeiten“ philosophieren. Denn das Netz wird nicht auf eine Metaplattform warten.

„Es wäre schön, wenn wir soweit kämen, dass man bei der Erstellung von digitalen Lerninhalten von vornherein überlegt, ob sie zu diesen Plattformen kompatibel sind. Da gibt es natürlich jetzt viele Weichen zu stellen, damit diese Zugänge zu vielfältigen Lernangeboten auch für Anbieter attraktiv genug sind. …
Umgekehrt muss es natürlich auch für Lernende attraktiv sein, sich in eine nationale Bildungsplattform einzuloggen, um sich von dort aus Lerninhalte zu erschließen. Wenn wir auf beiden Seiten bei den Lernenden und den Anbietern eine kritische Masse zusammen bekommen, dürfte eine solche nationale Bildungsplattform sehr gut funktionieren, aber bis dahin ist es sicherlich noch ein langer Weg.“

Ansonsten: Artikel bzw. Interview geben noch einmal einen guten Überblick über die wichtigsten Eckpunkte der Initiative Digitale Bildung.
Susanne Witt, Gespräch mit Lutz Goertz, 28. Juni 2021

Bildquelle: BMBF

Kategorien: Lehren und Lernen

The Long and Surprising History of ‘Teaching Machines’

25. Juni 2021 - 20:44

Ein Buch, das diesen Sommer ganz oben auf meiner Lektüre-Liste steht, ist „Teaching Machines: The History of Personalized Learning“ von Audrey Watters. In ihrem Blog „Hack Education“ beschäftigt sie sich ja seit Jahren kritisch mit der Entwicklung von EdTech, und ich habe sie hier schon viele Male verlinkt. EdTech, daran erinnert sie immer wieder, beginnt nicht mit E-Learning, Lernplattformen, MOOCs und KI. Denn da gibt es zum Beispiel B.F. Skinner, seine „Teaching machines“ aus den 1950er Jahren und den Behaviorism. Skinner nimmt wohl auch im neuen Buch einen prominenten Platz ein.

Der vorliegende Beitrag gehört zu einer Episode des „EdSurge Podcast“, in dem Audrey Watters selbst zu Wort kommt. Zwei Punkte aus der Zusammenfassung des Gesprächs halte ich hier fest, weil sie wichtig zum Verständnis der Perspektive sind, die die Autorin verfolgt:

„Since the beginning, she adds, there has been a contradiction between the promise of making learning more personalized and the reality that teaching machines often required a higher level of standardization.“

„But Watters worries that by design, the machines limited what students would learn.“
Jeffrey R. Young, EdSurge, 15. Juni 2021 

Kategorien: Lehren und Lernen

„Corona war ein Booster für das digitale Lernen“

25. Juni 2021 - 15:47

Zwei Anbieter (reflect, IMC) im Gespräch mit zwei Personalmanagerinnen (Ottobock, ZF Friedrichshafen), moderiert als „Branchentalk E-Learning“ vom Herausgeber des Personalmagazins. Auf der einen Seite hat die Pandemie viele digitale Lösungen angestoßen („Booster“), vieles wurde angeschafft und ausprobiert, aber kostenbewusst; auf der anderen Seite wurde bestimmte Lösungen stark nachgefragt („virtual classroom“, Unterstützungen im Homeoffice), andere zurückgestellt (individuelle Content-Entwicklungen).

Doch wie geht es nach der Pandemie weiter? Die Zukunft soll in „hybriden Lernwelten“ liegen, so die GesprächsteilnehmerInnen. Synchrone und asynchrone Bausteine, eingekaufte Kurse neben von Mitarbeitenden selbst erstellte Inhalten. Eine Herausforderung, die sicher nicht reibungsfrei umzusetzen ist: „Einige Teilnehmer werden vor Ort an der Präsenzveranstaltung teilnehmen, während sich andere online dazuschalten.“
Kristina Enderle da Silva, Haufe.de, 24. Juni 2021

Bildquelle: lucas law (Unsplash) 

Kategorien: Lehren und Lernen

Video Learning At Massive Scale: Vodafone, Hilti, And Avon Use Fuse

24. Juni 2021 - 22:40

Wie häufig bei Josh Bersin macht dieser Artikel kräftig Werbung für einen Anbieter. Hier ist es Fuse, eine britische „learning tech company“. Aber die Werbung wird eingerahmt von einigen Absätzen zum Video-based Learning und Knowledge Sharing, in denen der Autor Märkte und Trends wie immer gekonnt auf den Punkt bringt.

„Video, a medium that exploded since the launch of iPhone and YouTube, is now one of the most compelling ways to tell a story, explain a concept, and deliver high-quality instruction …“

„While formal learning is important, as much as 80% of the problem is local. If you find a way to unleash the experts in your company, many of your training problems solve themselves.“

Josh Bersin, 18. Juni 2021

Bildquelle: Hermes Rivera (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Digital Lernen: Aktiv werden, mitmachen, nachfragen

24. Juni 2021 - 7:57

Auch wenn der Fokus auf Schule und Hochschule liegt: Es sind interessante und wichtige Informationen über das Lehren und Lernen im virtuellen Raum, die Frank Fischer, Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der LMU München, hier im Gespräch zusammenträgt: über die Bedeutung von Eigenaktivitäten der Lernenden, ihre oft fehlenden Selbststeuerungsfähigkeiten, die Notwendigkeit der Stärkung medienbezogener Lehrkompetenzen der Lehrkräfte, die Bedeutung von Feedback und Pausen und viele weitere Punkte.

„Es zeigt sich inzwischen, dass die klassischen Strategien, selbstgesteuertes Lernen zu vermitteln, für den Online-Kontext nicht ausreichend sind. Beim digitalen Lernen hat man typischerweise eine Vielfalt von Angeboten, die nicht bewertet sind. Hier Strategien des eigenständigen Lernens zu vermitteln, hat eine fachspezifische Komponente.

Ich muss als Lehrkraft den Lernenden Hilfestellung geben, wie sie in einem bestimmten Fach verlässliche Quellen von nicht so verlässlichen unterscheiden können, und das auch digital einüben, mir berichten lassen, wie die Lernenden vorgehen, und ihnen gezielt Rückmeldung geben.“
Ludwig-Maximilians-Universität München, News, 21. Juni 2021

Bildquelle: Wikipedia

Kategorien: Lehren und Lernen

vhscast051: Was macht eigentlich Joachim Sucker?

23. Juni 2021 - 8:58

Das Kürzel im Titel kündigt eine weitere Folge des vhscast, des „Podcast zur Digitalisierung in der Erwachsenenbildung“, an. In dieser Episode (23:35 Min.) spricht Caroline Baetge mit Joachim Sucker, der die Volkshochschulen schon lange auf ihrem Weg in die Digitalisierung begleitet. Die Themen, die Joachim Sucker mitbringt, sind (natürlich) Bienen und der beeMOOC, dann ein weiterer MOOC für Ältere zum Thema Digitales sowie das Stichwort „Dritte Orte“. Mir hat insbesondere die Herangehensweise an die Entwicklung eines MOOC bzw. Online-Kurses gefallen: einen Kurs nicht als Experten oder Wissende zu gestalten, sondern als Fragende.
Caroline Baetge, Gespräch mit Joachim Sucker, vhscast051, 9. Juni 2021

Kategorien: Lehren und Lernen

Tell me how you learn: „Maschinen haben kein Bewußtsein und werden auch keines entwickeln.“

23. Juni 2021 - 7:22

E-Learning-Anbieter time4you pflegt schon seit einiger Zeit eine kleine YouTube-Reihe mit dem Titel „Tell me how you learn“. Das sind kurze Gespräche mit BildungsexpertInnen zu Fragen des digitalen Lernens. Das reicht von Einschätzungen des Marktes bis zu Einblicken in persönliche Vorlieben. Reinhard Karger, Unternehmenssprecher am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken (DFKI) zum Beispiel betont im hier verlinkten Video noch einmal den Werkzeugcharakter von Künstlicher Intelligenz und freut sich auf den Moment, wo er mit Wikipedia in einen richtigen Wissensdialog eintreten kann. Das Gespräch, by the way, wurde schon im letzten Jahr aufgenommen, aber, wenn ich es richtig sehe, erst im Mai 2021 online gestellt.
time4you (Ulrike Reinhard, Gespräch mit Reinhard Karger) YouTube, Mai 2021

Kategorien: Lehren und Lernen

Personalisierte Kompetenzentwicklung: Technologie, Erfolgsfaktoren, Spannungsfelder

22. Juni 2021 - 14:08

Wo hört das standardisierende Lehren auf, und wo fängt das selbstregulierte Lernen an? Und ist das differenzierende Zuweisen von Ressourcen, Aufträgen und Vertiefungen schon personalisiertes Lernen, wie es heute an vielen Stellen heißt? Die Zusammenstellung, die Christoph Meier hier vorstellt, lädt jedenfalls zum Nachdenken ein und stellt einige Einordnungen auf den Prüfstand. Das ist wichtig, um das Spektrum an Lernwegen im Blick zu behalten, aber vor allem, um Rolle und Aufgaben von Bildungsverantwortlichen zu diskutieren. Dazu gehört auch, nicht nur das informelle, eigenverantwortliche Lernen zu feiern, sondern die Spannungsfelder zwischen persönlichen (Lern-)Interessen und organisationalen Erfordernissen immer wieder zu thematisieren.

Bildquelle: Christoph Meier (in Anlehnung an Euler 2018)

Christoph Meier, scil/ Blog, 19. Juni 2021

Bildquelle: Andrew Neel (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

In Online Ed, Content Is No Longer King – Cohorts Are

21. Juni 2021 - 16:13

Die Autorin plädiert in diesem Artikel für „cohort-based courses (CBCs)“, die sie wie folgt beschreibt: „interactive online courses where a group of students advances through the material together — in “cohorts” — with hands-on, feedback-based learning at the core.“ Aus ihrer Sicht antwortet das Format auf zwei Herausforderungen: zum einen auf den Überfluss an frei oder für kleines Geld verfügbaren Lerninhalten, von YouTube bis Udemy. Darauf bezieht sich auch der Titel „content is no longer king“. Zum anderen auf die Beobachtung, dass das alleinige Lernen mit solchen Inhalten nicht so richtig erfolgreich zu sein scheint. Damit verweist sie auf die bekannten Abbruchraten, mit denen viele Kurs- bzw. MOOC-Plattformen kämpfen.

Es gibt, so die Autorin, nicht nur didaktische, sondern auch finanzielle Gründe für „cohort-based courses“. Denn Teilnehmer sind durchaus bereit, für den Austausch mit Peers und Lehrenden zu zahlen, was dann auch Letztgenannten wieder zugutekommt.

Zusammengefasst: Die Argumente sind gut nachvollziehbar. Auch „Learning Circles“, „lernOS“ und „Working Out Loud“ setzen ja auf Formen des „cohort-based learning“. Ich betone hier das „learning“, weil die Autorin sich im Artikel auch für das eigene Unternehmen, „the first platform for cohort-based courses“, stark macht.
Wes Kao, Future, 15. Juni 2021

Bildquelle: Austin Distel (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Grimme Online Awards für Tiktok-Videos

18. Juni 2021 - 13:25

Es ist nur eine kurze Nachricht, auf die ich hier noch, kurz vor dem Wochenende, verweise: Auch die Videoplattform TikTok wurde jetzt mit einem Grimme Online Award ausgezeichnet. Die Auszeichnung ging an Niklas Kolorz, „der in dem Netzwerk in einminütigen Videos Wissensthemen verständlich aufbereitet“. Er bekam gleich zwei Preise, nämlich den Jury-Preis in der Kategorie „Wissen und Bildung“ und den Publikumspreis. Interessant.

Aus der Begründung der Jury: „Das Prinzip von TikTok ist die Überraschung, der Strom der kurzen Videos ist, um ein Filmzitat zu bemühen, wie eine Schachtel Pralinen. Mal kommt ein Champagnertrüffel, mal ein Nusspraliné und wenn man Pech hat, eine von Bertie Botts bunten Bohnen. Die Videos von Niklas Kolorz stechen heraus. Er schafft es, Wissenschaft in verständliche, aber nie vereinfachende Häppchen zu verpacken. Das macht er mit viel Witz und in einem Setting, das auf den ersten Blick gar nicht zu TikTok passt. …“
SZ.de, 17. Juni 2021

Bildquelle: TikTok (@niklaskolorz)

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Lernvideos für MOOCs planen und gestalten mit dem Lernvideo-Canvas

18. Juni 2021 - 12:07

Aus Graz kamen in der Vergangenheit schon einige Erfahrungsberichte und Arbeitshilfen, die sich mit der Entwicklung von Lernvideos beschäftigen. Das liegt auch an den MOOCs, die dort seit vielen Jahren entwickelt und auf iMooX, der Grazer Plattform für Online-Kurse, zur Verfügung gestellt werden. Auf dieser Grundlage hat das Team an der TU Graz einen Canvas für die Planung und Erstellung von Lernvideos entwickelt. Diesen Canvas haben sie jetzt noch einmal erweitert („mehr Technik, Drehbuch- und Storyboard-Vorlage“) und stellen ihn im Beitrag kurz vor. Der Canvas und weitere Arbeitshilfen stehen unter einer offenen Lizenz (CC BY 4.0) zur Verfügung.

„Der im April 2021 veröffentlichte neue Lernvideo-Canvas unterstützt die erste Ideensammlung für die Erstellung eines Lernvideos. Wir haben dabei Rückmeldungen und Erfahrungen umgesetzt, dass gerade die Planung von den Aspekten, die gezeigt, die visualisiert, die geschrieben oder auch wiederholt werden müssen noch selbsterklärender dargestellt werden. Das Video-Team hat unter anderem auch die technische Planung erweitert, offene Lizenzen vorgegeben und den Aspekt der Barrierefreiheit ergänzt. Und gleich dazu, auf der zweiten oder einer weiteren Seite haben wir noch einen Entwurf für ein Drehbuch und ein Storyboard ergänzt.“
Sarah Edelsbrunner und Sandra Schön, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 17. Juni 2021

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Has Mobile Learning Changed?

17. Juni 2021 - 12:23

Man könnte auch fragen: Brauchen wir die Kategorie „Mobile Learning“ überhaupt noch? Autor Bill Brandon setzt einen Startpunkt bei „m-learning“ und dem Jahr 2000. Damals standen technische Aspekte im Vordergrund. Später wurde dann nach Einsatzszenarien gefragt, und Performance Support rückte zum Beispiel in den Vordergrund. Heute möchte der Autor lieber von Ökosystemen und intelligenten Mensch-Maschine-Beziehungen sprechen. Seine Frage: „Is it mobile learning or fluid learning?“

„Where the initial understanding of „mobile learning“ was that it was the devices that are mobile, and then that it was the humans that are mobile, designers must now consider that the context of learning itself is fluid and may involve machines that are „aware“ of the presence of humans, and outcomes that rely on the cooperation of both humans and machines alike.“
Bill Brandon, Learning Solutions Magazine, 15. Juni 2021

Bildquelle: Maxim Ilyahov (Unsplash)

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Mitgedacht: Roboter in meinem Leben – und jetzt? – Erfahrungsbericht zum ersten Learning Circle in Hamburg

16. Juni 2021 - 21:49

Über die Idee der Learning Circles, ursprünglich von der Peer 2 Peer University (P2PU) entwickelt, habe ich ja an dieser Stelle schon berichtet. Hier gibt es jetzt einen schönen Erfahrungsbericht über einen weiteren Piloten, der im Frühjahr 2021 in Hamburg stattgefunden hat. Die Initiatoren dieses Kooperationsprojekts hatten eingeladen, sich gemeinsam zum Thema Robotik und Künstliche Intelligenz schlau zu machen. 6 Wochen lang. Das Konzept der Learning Circles wird wie folgt vorgestellt:

„Die Grundidee: Öffentliche Lernorte (z. B. Öffentliche Bibliotheken) bieten angeleitete Lerngruppen (in Präsenz) für Menschen, die an Online-Kursen teilnehmen und ihren Lernprozess absichern und erweitern wollen. … Dabei werden sie motiviert und begleitet von einer Person, die im Konzept der Learning Circles „facilitator“ genannt wird. Die Rolle ist ausdrücklich nicht die einer lehrenden Person, denn im Fokus steht das Lernen voneinander und miteinander.“

Der Beitrag gibt weitere Einblicke in das Format, die Themenauswahl, den Ablauf, den Austausch untereinander (in diesen Zeiten natürlich online) und die gewonnenen Erfahrungen. Man will dranbleiben und legt insbesondere öffentlichen Bibliotheken die Idee ans Herz. Aus meiner Sicht eine interessante Alternative zu Working Out Loud und lernOS.
Axel Dürkop, Gabi Fahrenkrog, Sarah Politt und Julia Zwick, HOOU Blog, 10. Juni 2021

Nachtrag (17.06.2021): siehe auch „Lernort Bibliothek – Ein Learning Circle zum Thema „KI und Robotik““ (Gabi Fahrenkrog)

Bildquelle: Kaleidico (Unsplash)

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