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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 2 Stunden 55 Minuten

Karriere in der Personalentwicklung – Netzwerke, Sabbatical und Erfüllung im Job

11. Juni 2020 - 9:20

Ein Podcast mit unserer #clc069-Mitstreiterin Annette Sell. Björn Dobelmann, der Gastgeber, schreibt: „Ich spreche mit Annette Sell über ihre Karriere im Bereich Learning and Development und ihren Weg in die Personalentwicklung. Wir erkunden dabei ihren Weg in dieses spannende Berufsfeld und unterhalten uns über Sabbaticals, Netzwerke und erfüllende Arbeit.“  Irgendwann, zur Mitte der Episode, geht es auch um die Corporate Learning Community, um Meetups und warum sich Netzwerken immer lohnt … Und alles (fast) ohne Corona.
Björn Dobelmann, Inspiring Careers, 9. Juni 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Zur Verteidigung der Präsenzlehre

10. Juni 2020 - 10:45

Ein Offener Brief, der in dieser Woche erschienen ist, bisher von über 3.000 Lehrkräften an Hochschulen unterschrieben wurde und sicherlich als Plädoyer für alle interessant ist, die sich mit Bildung beschäftigen. Denn das Austarieren von „Präsenz“ und „Online“ findet ja derzeit überall statt.

Zum Inhalt des Aufrufs. Ein starker Satz („Die Präsenzlehre als Grundlage eines universitären Lebens in all seinen Aspekten gilt es zu verteidigen.“) und drei Aspekte, die ihn stützen: 
„1. Die Universität ist ein Ort der Begegnung. …
2. Studieren ist eine Lebensphase des Kollektiven. …
3. Die universitäre Lehre beruht auf einem kritischen, kooperativen und vertrauensvollen Austausch zwischen mündigen Menschen. … Auch dies lässt sich nicht verlustfrei in virtuelle Formate übertragen.“

Nun bin ich nach drei Monaten Homeoffice und Zoom auch schon etwas mürbe. Aber ich versuche einmal eine kurze Einschätzung: 1.: okay; 2.: ja, wenn man an die traditionelle Zielgruppe der Hochschulen, den Schulabgänger, denkt; aber es gibt auch andere Zielgruppen … 3.: das kann/ muss man sicher diskutieren und differenzieren …

In Statements zu diesem offenen Brief wird die Hoffnung ausgedrückt, dass Corona den Anstoß bildet, um endlich über einige Formen der Präsenzlehre (die übervolle Vorlesung) nachzudenken; und andere Formen der Präsenzlehre werden sich vielleicht verändern, wenn sie auch für Nicht-Anwesende zugänglich sein sollen.

Abschließend: Der Urheber dieses Offenen Briefs, der „freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs)“, lässt sich nur über das Impressum erschließen; der Aufruf trägt auch kein Datum, obwohl er fest in einen zeitgeschichtlichen Kontext eingebunden ist; und an wen er sich richtet, wird auch nicht klar.

Dazu passt auch die Einschätzung von Jan-Martin Wiarda: „Protest gegen ein Phantom“.
freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., 2020

Bildquelle: Miguel Henriques (Unsplash) 

Kategorien: Lehren und Lernen

Advocacy: Der Erwachsenenbildung Stimme und Gesicht geben

10. Juni 2020 - 7:14

Der Artikel ist schon vor ein paar Tagen erschienen, aber erst mit dem aktuellen Newsletter von EPALE auf meinem Bildschirm gelandet. In ihm formuliert Dörte Stahl ihre Sorge um die Erwachsenenbildung hierzulande. Viele Bereiche, viele Träger (sie zählt exemplarisch auf: „Stiftungen, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Kirchen, kommunale Träger (wie Volkshochschulen, aber auch Musikschulen), Kammern, Hochschulen und privatwirtschaftliche Unternehmen“), viele Angebote und Aktivitäten, aber doch irgendwie alles „unter dem Radar“. Wenig Lobbyarbeit, wenig Aufmerksamkeit, kaum messbare Erfolge. Das muss sich ändern, will die Erwachsenenbildung die Folgen der Corona-Krise überstehen.
Dörte Stahl, EPALE – E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa, 8. Mai 2020

Bildquelle: Hawksky (pixabay)

Kategorien: Lehren und Lernen

Die Zukunft der Personalentwicklung – Wie Künstliche Intelligenz das menschliche Lernen verändern wird

9. Juni 2020 - 23:27

Ich zögere etwas bei diesem KI-Überblick. Zum einen, weil viele Beispiele für Künstliche Intelligenz in der Personalentwicklung noch in den Kinderschuhen stecken, wie auch Nicole Behringer schreibt. Zum anderen, weil mich die Beispiele aus der Lernendenperspektive nicht richtig „packen“. Meine Anfrage an die Seminarorganisation beantwortet in Zukunft ein Chatbot: Okay! Der Vortrag einer chinesischen Expertin wird mit KI live untertitelt: Sehr schön! Aber es bleiben die gleichen Lernkonzepte und -prozesse. Sie funktionieren zukünftig automatisierter, effizienter, auch individualisierter. Ob die dabei eingesparten Ressourcen dann an anderer Stelle in Beratung, Coaching und direkte Kontakte investiert werden, ist eine nachgelagerte, strategische Entscheidung und hat mit KI erst einmal nichts zu tun.

Bleibt der persönliche Lernassistent, der uns, so die abschließende KI-Vision von Nicole Behringer, „ein Leben lang begleitet“. Ich mag dieses Bild (und denke an Apple’s „Knowledge Navigator“ aus dem Jahr 1987). In der Schilderung von Nicole Behringer heißt ihr Assistent „Matti“, und sie schreibt: „Übrigens sind Matti, Siri und Alexa „dicke Freunde“ und nachts, wenn ich schlafe, schmieden sie Pläne, was sie am nächsten Tag mit mir vorhaben… eine dystopische Vorstellung, oder?“ Ja, irgendwie schon.
Nicole Behringer, wissensdialoge.de, 9. Juni 2020

Bildquelle: Markus Spiske (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

25 Years of OU

8. Juni 2020 - 12:33

Martin Weller (Open University) feiert weiter: „I know, I know, I’m silver jubilee obsessed. As this year marks my 25th anniversary at the Open University I had the idea at the start of the year to follow the mediocre hit of 25 Years of ed tech series with a 25 years of OU one.“

Ich bin sicher, dass dies der Auftakt einer spannenden Rückschau wird – einer Mischung aus EdTech-/ Open University-Geschichte, Biografischem und Impulsen für anstehende Experimente auf dem Feld digitaler Lehre. Und deshalb verlinke ich es hier …
Martin Weller, The Ed Techie, 20. Mai 2020

Bildquelle: Open University Digital Archive

Kategorien: Lehren und Lernen

Everyone wants Blended Learning, few know what it is….

8. Juni 2020 - 11:17

Wieder eine kleine Gedankenspielerei von Donald Clark, in der er sich an einem Begriff – hier: Blended Learning – und seinen Lesarten abarbeitet. Dabei warnt er vor einfachen Bildern und blumigen Metaphern, die oft verschleiern, dass die neuen Konzepte häufig bei Blended Instruction oder Blended Training stehenbleiben. Auch der Flipped Classroom ist für Donald Clark noch nicht das Ende der Fahnenstange („a rather simplistic version“).

Stattdessen: „Truly analytic Blended Learning is not a back of an envelope exercise. It needs a careful analytic process, where the learners, type of learning, organisational culture and available resources need to be matched with the methods of delivery. It has INPUTS, decision making and OUTPUTS. Until we see ‚Blended learning‘ as a sophisticated analytic process for determining optimal blends, we’ll be stuck in this vague, qualitative world, where the phrase is just an excuse for old practices.“
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 7. Juni 2020

Bildquelle: Christian Walker (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Digitale Universität: Generation unsichtbar

5. Juni 2020 - 10:06

Studierende lassen in Online-Veranstaltungen ihre Kameras und Mikrofone meist ausgeschaltet. Ein Phänomen, mit dem ich es in den letzten Wochen regelmäßig zu tun habe. Und ich scheine damit nicht allein zu sein:

„Es ist paradox: Lehrende, die bislang gut ohne Mikrofone und Kameras ausgekommen sind, fanden sich in der Rolle eines Online-Streamers wieder; und Studierende, die mit sozialen Medien sozialisiert wurden, blieben im virtuellen Seminar stumm und gesichtslos. Das von ihnen bevorzugte digitale Kommunikationsmedium ist zugleich das älteste: die Schrift im Chatfenster.“

Der Autor, selbst Lehrender, schiebt einfache, technische und organisatorische Erklärungen beiseite und versucht, etwas tiefer zu bohren. Ist es die Fortsetzung des Multitasking, also des Wunsches, parallel zur laufenden Veranstaltung unentdeckt andere Dinge tun zu können? Ist es eine Generation, „die stumm und unsichtbar durch die Universität zu navigieren versucht“? Man weiß es nicht. Die Spurensuche wird wohl noch eine Weile anhalten …
Christian Kirchmeier, SZ.de, 4. Juni 2020

Bildquelle: Wes Hicks (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Corporate Education Will Never Return To The Classroom

4. Juni 2020 - 20:08

Es ist vor allem die mächtige Schlagzeile, die mich diesen Artikel hier hat verlinken lassen. Für den Autor ist die Sache klar und eindeutig: „… any education and training that can be done online will be done online, always, from this point forward.“ Nun haben aber viele Unternehmen mit dem Beginn der Corona-Krise ihre Seminare und Workshops erst einmal ausgesetzt und nicht über Nacht Online-Lösungen eingeführt. So einfach ist es also nicht, morgen auf Präsenzveranstaltungen zu verzichten.

Bleibt der zweite Punkt: Werden Unternehmen jetzt hingehen und massiv in Online-Kurse und virtuelle Lernumgebungen investieren? Das könnte ich mir schon eher vorstellen. Aber das mögen Pläne für 2021 sein. In diesem Jahr würde ich nicht auf große Investments in Corporate Learning setzen.

„Yes, Covid-19 has given us reason to move online. But corporate education was already on that inevitable track based on the speed at which business is moving and the demands required to keep humans relevant in their current jobs and ready for new ones.“

By the way, der Autor ist Manager bei Kaplan (jetzt Purdue University Global), die vor allem Online-Kurse anbieten.
Brandon Busteed, Forbes, 16. Mai 2020

Bildquelle: Onlineprinters (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

12 Key Ideas: An Introduction to Teaching Online

4. Juni 2020 - 8:09

Ich habe kurz überlegt, ob ich diese Nachricht als Nachtrag an meinen Blogpost über Dave Cormier aus der letzten Woche hänge. Aber das würde dem neuen Format nicht gerecht werden. Es sind zwar nach wie vor 12 Ideen oder Prinzipien, die die AutorInnen hier vorstellen. Aber sie können jetzt wahlweise als Buch, als Serie von kurzen Videos oder als ein 12-wöchiger Online-Kurs bearbeitet werden. Jedes Kapitel schließt mit einer „Action“ und Referenzen, aber dieser Teil ist sicher ausbaufähig.

„This book is meant to be a short course to help you prepare to move your teaching online. Do a chapter a day. Or just pick the ones you like.“
Dave Cormier und Ashlyne O’Neil, PressBooks, 1. Juni 2020

Bildquelle: elCarito (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Fakten zum Corporate Learning MOOCamp 2020 “Lernräume gestalten”

3. Juni 2020 - 22:23

Karlheinz Pape lässt das MOOCamp 2020, das ja letzte Woche, am 29. Mai, zu Ende gegangen ist, Revue passieren. Die Zahl der Teilnehmenden (ca. 1.200), die Nutzung der Kommentar-Funktionen, die Aktivitäten auf weiteren Plattformen und Kanälen, alles mit den Unschärfen, die ein offener, dezentraler cMOOC mit sich bringt. Twitter, Blogposts und Lerngruppen sind weitere Stichworte.

Sein Fazit:
„Ein großartiges, lernintensives und zum Nachdenken über Lernräume anregendes MOOCamp20. Alle Inhalte kamen von Euch aus der Community. Eure Beiträge machen den großen Wert dieses MOOCamp20 aus!

Das MOOCamp20 ist zwar offiziell vorbei, unser Hauptthema “Lernräume gestalten” braucht gerade jetzt in der Corona-Zeit noch einige weitere neue Gestaltungs-Ideen. Dein Erkenntnisse und Gedanken dazu solltest Du in der Community teilen – als Blogposts, als Tweets, in den sozialen Medien. Wir freuen uns auf weitere Beiträge dazu. Schließlich wollen wir bei den Herbst-CLCamps die Diskussion über Lernräume fortführen – und neue Lernräume vielleicht auch gleich ausprobieren!“
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 2. Juni 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Agiles Lernen: Interview mit Prof. Dr. Nele Graf

2. Juni 2020 - 16:34

Nele Graf (Hochschule für angewandtes Management/ Mentus GmbH) ist hier zu Gast in der zweiten Folge des Podcast „Klartext HR“. Im Gespräch mit Stefan Scheller führt sie uns durch das Konzept des Agilen Lernens und grenzt es dabei von Begriffen wie  „Learning 4.0“ und „New Learning“ ab. Dabei bringt sie viele Stichworte sehr klar und konsistent unter einem Dach zusammen.

An der einen oder anderen Stelle hätte ich etwas vorsichtiger formuliert und ein „ich verstehe darunter …“ anstelle einer Definition angeboten. Und manchmal denke ich, dass agiles Lernen jetzt einfach noch den Schriftzug  „Anpassungsfähigkeit“ über bekannte Themen wie Ermöglichungsdidaktik und selbstgesteuertes Lernen sowie Formate wie BarCamps, Communities of Practice und Working Out Loud setzt. Aber das nur am Rande …
Stefan Scheller, Gespräch mit Nele Graf, 31. Mai 2020

Bildquelle: https://persoblogger.de/klartext-hr

Kategorien: Lehren und Lernen

Mein Lernziel im Corporate Learning MOOCamp 2020: Was habt Ihr erreicht?

29. Mai 2020 - 23:00

Das MOOCamp 2020 ist schon wieder vorbei. Über 1.100 TeilnehmerInnen haben sich in den vergangenen Wochen angemeldet. Viele haben aktiv beigetragen, sich zu den Live-Sessions eingewählt, sind den Moderationen der gastgebenden Unternehmen ZF Friedrichshafen, Porsche, Viessmann und QualityMinds gefolgt, haben diskutiert und kommentiert. In der Abschlusswoche haben wir zurückgeschaut.

Einige TeilnehmerInnen haben noch einmal ihre persönlichen Lernziele betrachtet und ihre Erfahrungen und Eindrücke der letzten sechs Wochen in Kommentaren und Blogposts festgehalten. Dabei fiel zum Beispiel auf, dass vor allem die Arbeit in den Lerngruppen, die sich in den ersten Tagen des MOOCamps selbstorganisiert gebildet hatten, Vernetzung und Austausch sehr unterstützt haben. Ihre Mitglieder waren jedenfalls auch in dieser Schlusswoche noch sehr präsentiert – und hoffentlich wird man einige von ihnen in den regionalen Corporate Learning-Communities demnächst wiedersehen.

Hier einige Stichworte aus den Lernzielreflexionen der TeilnehmerInnen: agiles Lernen, didaktischer Methodenkoffer, Zielgruppe „Handwerker“, Tools, selbstgesteuertes Lernen. Alles weitere verschiebe ich auf die „offizielle“ Rückschau, die es sicher in den nächsten Tagen noch auf colearn.de geben wird.
Jochen Robes, Corporate Learning Community, 25. Mai 2020 

Kategorien: Lehren und Lernen

Virtual reality and augmented reality: overhyped or new industry standard?

29. Mai 2020 - 12:35

Wenn ich die einzelnen Statements dieses Artikels zusammenfasse, kommt heraus: Wenn wir Virtual Reality einmal ganz selbstverständlich im Alltag nutzen, wird es auch ein fester Baustein unserer Lernumgebungen. Aber davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Das unterstreichen auch die Zahlen des amerikanischen 2019 Training Industry Reports: „1.6 percent of training is delivered with AR; 1.9 percent of training is delivered with VR.“ 

Die Möglichkeiten, die VR und AR bieten, sind indes unbestritten, und die Autorin zählt eine breite Palette in ihrem Artikel auf. Und auch wenn ihre Sympathien offenliegen, bleibt ihre Vorhersage offen: „As for VR/AR, eventually it’ll either go mainstream making the decision less difficult or it’ll fade into the night like other technologies making it pointless to implement. I’m crossing my fingers I’ll have an AR eyepiece in the next few years.“
Celeste Martinell, Chief Learning Officer, 29. Mai 2020

Bildquelle: Hammer & Tusk (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Online-Proctoring – Interview mit Stefanie Schweiger zu digitalen Prüfungsformaten

28. Mai 2020 - 15:32

Ich weiß gar nicht, ob es eine schöne Übersetzung für „Online-Proctoring“ gibt. Mal ist von „Online-Prüfungsaufsicht“, mal von „Fernprüfungen“ die Rede. Und oft bleibt der Begriff einfach so stehen. Das Interview gibt jedenfalls eine gute Übersicht über verschiedene Optionen der Fernprüfung: Live Proctoring, Prüfungsaufzeichnung, Gesichtserkennung.

Des Weiteren geht es um die Herausforderungen und Fragen, die mit dem Einsatz dieser Verfahren verbunden sind. Die interviewte Expertin, Stefanie Schweiger, hat am openHPI, einem der deutschen MOOC-Anbieter, natürlich ständig mit Fragen zu digitalen Prüfungsformaten zu tun. Aber im Zeichen der Corona-Krise muss sich heute jede Hochschule darüber Gedanken machen, wie sie ihre Prüfungen – im Kern geht es vor allem um Klausuren – organisiert. 

Jetzt kann man zu Recht das Prüfungsformat „Klausuren“ hinterfragen (und Stefanie Schweiger tut dies auch zu Beginn des Gesprächs: „Was ist überhaupt eine zeitgemäße Prüfung? Geht es darum, auswendig gelernte Inhalte zu reproduzieren oder Kompetenzen zu demonstrieren?“). Es gibt auch online Formate wie die Präsentation oder das Gespräch, die dem genannten Ziel, Kompetenzen zu demonstrieren, sicher näher kommen und weniger täuschungsanfällig sind. Aber sie sind als Verfahren um ein Vielfaches aufwändiger.

Das Hochschulforum Digitalisierung hat zum Thema kürzlich auch ein Interview mit Matthias Baume von der TU München veröffentlicht. Von ihm steht auch eine ausführliche Präsentation („Prüfungen von zuhause aus. Geht das?“) online zur Verfügung.
Gino Krüger, Interview mit Stefanie Schweiger, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 26. Mai 2020

Bildquelle: Sergey Zolkin (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Move to Online Learning: 12 Key Ideas

28. Mai 2020 - 10:39

Ich habe gerade wieder einmal einer ganzen (!) Folge von „Feierabendbier Open Education“ gelauscht, dem Podcast von Markus Deimann und Christian Friedrich. Darin gehen sie ausführlich auf diesen Artikel von Dave Cormier ein, der irgendwie durch meine Netze gefallen ist. Dave Cormier, das nur am Rande, hat 2008 zum ersten Mal von einem „MOOC“ gesprochen und gilt seitdem als Urheber des Begriffs.

Und weil die Punkte wirklich sehr interessant sind und jetzt sowohl von Dave Cormier selbst als auch den Feierabendbier-Podcastern erläutert werden, führe ich sie an dieser Stelle gerne auf:
„1. Moving to teaching on the internet is not a technology problem (unless you make it one) …
2. Moving to the internet is about understanding information abundance …
3. Complicated vs. complex concepts on the internet …
4. Learning to evaluate good/bad information on the internet is a core skill in any field. …
5. Pedagogies of care (for students and teachers) …
6. Think of ‘content’ as ‘teacher presence’ …
7. Keep it simple …
8. Keep it equitable and accessible …
9. Keep it engaging …
10. Design activities for what the web can do for you. …
11. Gather resources together… together …
12. Last note: If you’re helping someone else …
Dave Cormier, Dave’s Educational Blog, 17. Mai 2020

Bildquelle: Giulia Forsythe (via Dave’s Educational Blog)

Kategorien: Lehren und Lernen

Lockdown oder Disruption? 10 Thesen zur Zukunft der Bildung

27. Mai 2020 - 12:11

Der Einstieg: „Aus unserer Sicht spricht vieles dafür, dass wir gerade einen digitalen Paradigmenwechsel im Bildungssystem erleben: …der Schalter bleibt auf „digital“.“ Die 10 Thesen, die das mmb-Team im Folgenden präsentiert, liefern die Argumente und sind ein erster Versuch, die Erfahrungen der letzten Wochen zu bilanzieren. Einige Thesen standen schon vor der Corona-Krise im Raum, andere haben sich gerade aus der jüngsten Online-Praxis heraus entwickelt. Manche lesen sich sehr selbstverständlich, manche regen die Fantasie und das Mutmaßen an (zumindest bei mir). Einen Punkt habe ich gleich etwas hervorgehoben. Spannend und offen!

1.    Von 3 auf 100 in sechs Wochen. …
2.    „Content is King – Pedagogy is Queen“: Digitale Didaktik ist anders und neu. …
3.    Upskilling der Lehrenden ist DER kritische Faktor. …
4.    EdTech wird erwachsen. Und v.a. einfach(er). …
5.    Online => Standard / Präsenz => Premium. …

„Wenn auf der einen Seite digitale Bildung zum Mainstream wird, dann könnte man in Analogie zu anderen Sektoren (wie z.B. dem Handel oder der Musikindustrie) davon ausgehen, dass auf der anderen Seite das Live-Erlebnis – sprich das Präsenzlernen – immer mehr zum Premium-Ereignis wird. Für langwierige Fakten-Folienvorträge wird künftig kaum mehr jemand bereit sein, ihr oder sein halbes Wochenende im Schulungsraum zu opfern, das kann genauso gut oder besser im Webinar oder WBT erfolgen. Für das intensive „Boot-Camp“ hingegen, in dem gemeinsam mit anderen praktische Aufgabenstellungen gelöst und relevante Expertise aufgebaut wird, lohnt sich die Reise an einen gemeinsamen Lernort.“

6.    Klassische Weiterbildungsanbieter kommen massiv und nachhaltig unter Druck. …
7.    Blended Schools & Universities?! …
8.    Die E-Learning Branche profitiert (nicht). …
9.    KI meets Education! …
10. Neue Lernertypen und Kompetenzen. …

Wie gesagt, eine interessante Aufzählung, in der sich viele wichtige Stichworte und vor allem viele Perspektiven (Bildungspolitik, Anbieter, Lehrende, Lernende) wiederfinden. Die Diskussion ist eröffnet …
Ulrich Schmid, Lutz Goertz und Lutz Michel, LinkedIn/ pulse, 27. Mai 2020

Bildquelle: Changbok Ko (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

The mindset of a lifelong learner

27. Mai 2020 - 8:18

Das Schaubild, das diesen Artikel begleitet, beschreibt das lebenslange Lernen als einen Zyklus: „learn, do, unlearn — learn, do, rest — learn, do, unlearn — repeat.“. Und ich hatte gehofft, in diesem Artikel etwas mehr über das „unlearn“ zu erfahren, das ja häufiger in Vorträgen und Präsentationen zum Thema auftaucht. Was könnte das sein? Etwas vergessen, okay. Seine Meinung ändern, auch okay. Aber „unlearn“ als aktiver, gesteuerter Prozess? Das bleibt für mich ein Rätsel. Aber ich lasse mir gerne helfen! Der Artikel leistet es leider nicht. Und enthält auch ansonsten nur sehr oberflächliche Appelle.
Keith Keating, Chief Learning Officer, 26. Mai 2020

Bildquelle: Keith Keating/ Greg Cira Designs

Kategorien: Lehren und Lernen

VHS im Wohnzimmer

26. Mai 2020 - 15:30

Ein Plakat auf einer Litfaßsäule, keine hundert Meter von meinem Zuhause entfernt. Vielleicht schaue ich in den nächsten Tagen mal bei einem der Angebote der Frankfurter VHS vorbei … oder einer anderen VHS.
Hier noch schnell der Link auf das Angebot der Frankfurter Volkshochschule auf der seite „Die VHS im Wohnzimmer“ …

Kategorien: Lehren und Lernen

Überblick über 8 Webinar-Formate – und wie man sie erfolgreich gestaltet

26. Mai 2020 - 13:53

Videokonferenzen gehören ja seit einigen Wochen zum Alltag vieler. Mal steht „Lehre“ oder „Kurs“ im Kalender, mal „Jour Fixe“, manchmal auch „Workshop“. Nele Hirsch ist jetzt hingegangen und hat – sehr pragmatisch – acht Webinar-Formate unterschieden, kurz beschrieben und mit Erfolgskriterien versehen.

Die von ihr vorgestellten Formate lauten: 1. Input, 2. Kennenlernen/ Gruppenbildung, 3. Austausch, 4. Meeting/ Socializing, 5. Podiums-Diskussion, 6. Coaching/ Support, 7. Workshop/ Hands-on, 8. Lightning-Talks.

Ihr Fazit:
„1. Webinare lassen sich sehr vielfältig gestalten. Was und wie gestaltet wird, muss ausgehend von der jeweiligen Lernsituation entschieden werden.
2. Ein (Online)-Lernprozess besteht in der Regel nicht nur aus einem Webinar. Auch inputorientierte Formate können auf diese Weise z.B. als ein Bestandteil von zahleichen weiteren Elementen zu einem kollaborativen und zeitgemäßen Lernen im Online-Kontext genutzt werden.
3. Auch wenn die Funktion von manchen Formaten aus dem Präsenz-Kontext bekannt ist, so ist doch oft eine veränderte Vorbereitung/ Gestaltung erforderlich.“
Nele Hirsch, ebildungslabor, 25. Mai 2020

Bildquelle: Gabriel Benois (Unsplash)

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‘Zoom fatigue’ is taxing the brain. Here’s why that happens.

25. Mai 2020 - 13:44

Der Artikel verspricht etwas mehr, als er letztendlich halten kann. Aber da Zoom auch für mich ein täglich genutztes Werkzeug geworden ist und National Geographic als Quelle seriöse Nachrichten verspricht, habe ich mich entschlossen, einmal vorbeizuschauen. Vielleicht auch, weil es einleitend heißt, „the unprecedented explosion of video calling in response to the pandemic has launched an unofficial social experiment.“

Was leistet also der Artikel: Er geht noch einmal auf die Unterschiede zwischen Präsenz- und Online-Meetings ein und deutet an, wie wir, unsere Sinne, unser Gehirn, unsere Psyche, mit beiden Szenarien, aber vor allem mit Videokonferenzen, umgehen. Was der Artikel nicht leistet (aber vielleicht war ich hier auch zu erwartungsvoll): Er zeigt nicht auf, was – über „Zoom fatigue“ hinaus – ein neuer Schwerpunkt in der Kommunikation und Zusammenarbeit bei uns auslösen kann. Vielleicht ist es ja nur eine Gewöhnungssache …
Julia Sklar, National Geographic, 24. April 2020

Bildquelle: Chris Montgomery (Unsplash)

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