Weiterbildungsblog
Künstliche Intelligenz und Hochschullehre: der Beitrag von Communities of Practice für einen konstruktiven Umgang am Beispiel von EduAI@FHNW
Berichte über Communities of Practice (CoP) laufen mir nicht jeden Tag über den Weg. Von daher habe ich mich gefreut, von diesem aktuellen Fallbeispiel zu lesen. Dabei handelt es sich um die Untersuchung einer Community, die 2023 an der Fachhochschule Nordwestschweiz im Rahmen eines Hochschulentwicklungsprogramms gestartet ist, „um den Austausch und den Wissenstransfer rund um Innovationen im Bereich KI und Lehre zu fördern“.
Das Schöne ist, dass die Autor:innen im Rahmen ihrer Evalutation auch das Konzept „Community of Practice“ noch einmal Revue passieren lassen, dass sie viele der Aktivitäten aufzählen, die zum Tagesgeschäft einer (bzw. ihrer) CoP gehören, und dass sie sich Gedanken über die Wertschöpfung einer CoP machen. Gerade das „Value-Creation-Framework“ von Wenger-Trayner (u.a.) war mir zum Beispiel noch nicht bekannt.
Zwei Fragestellungen wurden mit Hilfe eines quantitativen Fragebogens untersucht:
„(1) Inwiefern erfüllt die EduAI@FHNW Community die Charakteristika einer CoP?
(2) In welchem Masse hat die EduAI@FHNW Community auf individueller Ebene der Teilnehmenden und auf organisationaler Ebene bisher Wertschöpfung erzielen können?“
Beide Fragen konnten positiv beantwortet werden. Aber, wie gesagt, mindestens genauso interessant lesen sich die Beschreibung der Community selbst, der Teilnehmenden, ihrer Aktivitäten und Treffen. Vor allem mit Blick auf das aktuelle Thema KI …
Monika Schlatter u.a., Impact Free: Journal für freie Bildungswissenschaftler, 65, Juli 2025
Dios de los muertos – am Friedhof unserer eLearnings
Fast hätte ich dieses schöne, stimmungsvolle Plädoyer von Herwig Kummer, Leiter Personalmanagement beim Mobilitätsclub ÖAMTC in Österreich, überlesen. Der Titel deutet es bereits an: Lerninhalte sind nur ein Baustein erfolgreicher Lernprozesse. Lernen, so Herwig Kummer, braucht vor allem Kontext, also Relevanz („Warum soll ich mich damit beschäftigen?“), Resonanz („Wer interessiert sich dafür, ob ich es tue?“) und Reflexion („Was bedeutet das für meine Arbeit, mein Team, meine Entscheidungen?“).
Corporate Learning-Expert:innen, so die Konsequenz, sollten sich deshalb weniger als Entwickler und Verwalter von Lerninhalten verstehen, sondern beginnen, Lernmöglichkeiten zu inszenieren.
„Es sind die Dios de los muertes, die Tage der Toten Wir stehen an den Gräbern. Doch nicht in Mexiko, sondern mitten in unseren Learning-Management-Systemen. Zwischen Klickpfaden, Zertifikaten und Abschlussbuttons – dort, wo die bunten eLearnings liegen, die einmal mit besten Absichten gebaut wurden. Willkommen am Friedhof unserer digitalen Lernmodule.“
Herwig Kummer, Personaleum, 1. November 2025
Bildquelle: PEO ACWA (Wikimedia, CC BY 2.0)
