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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 20 Minuten 14 Sekunden

Neue Lernformate & Lernangebote: EY Badges

14. August 2019 - 9:56

Von EY Badges habe ich im Mai 2019 das erste Mal gehört. In einem Master-Studiengang, in dem ich unterrichte, ging es um Instrumente der Personalentwicklung. Ich hatte gerade verschiedene Trends vorgestellt und einige Unternehmensbeispiele gezeigt, als eine Studentin meinte: „Das haben wir auch!“ Und wies gleich auf ein entsprechendes YouTube-Video hin, in dem EY Badges kurz vorgestellt wurde. Mein Interesse war geweckt!

 

Kleiner Einschub: „EY“ steht für Ernst & Young. Die globale EY-Organisation ist einer der Marktführer in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung und Managementberatung. Mit weltweit über 260.000 Mitarbeitenden. Badges sind digitale Abzeichen. Viele sehen in Badges einen attraktiven Weg, um Skills und Kompetenzen, die man selbstorganisiert und/ oder informell erworben hat, auszuweisen und anderen zu kommunizieren.

 

Doch um den Faden wieder aufzunehmen: Einige Tage später hatte ich dann Gelegenheit, im Rahmen unserer regelmäßigen Regionaltreffen der Corporate Learning Community mit Oliver Lorenz von EY zu sprechen. Oliver leitete mich gleich an Kathrin Schulz weiter. Kathrin ist Leiterin des Methods & Didactics Team im Talent Development bei EY. In dieser Rolle unterstützt sie die Implementierung von EY Badges in Deutschland, Österreich und der Schweiz und konnte mir daher noch einige Hintergrundinformationen über das Programm erzählen.  Aber zuerst einige Eckdaten über EY Badges

EY Badges: Eckdaten

–  Hinter EY Badges steht eine Online-Plattform (www.youracclaim.com), über die sich EY Mitarbeitende zu Themen der Digitalisierung weiterqualifizieren können.

– Ein kurzer Auszug aus dem Themenspektrum von EY Badges: Cybersecurity, Emerging technology – Blockchain, Robotic process automation, Analytics – Data science, Wealth & asset management – Financial products, Artificial intelligence, Life sciences, Innovation – Design thinking.

– Es gibt die Badges in Bronze, Silber, Gold und Platin. Um einen Badge zu erlangen, müssen die MitarbeiterInnen bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Anforderungen ändern sich, je höherwertig der Badge ist. So ist bei einem Bronze-Badge der Lernanteil größer, während bei einem Gold-Badge die Schwerpunkte mehr auf „Experience“ und „Contribution“ liegen. Aber dazu gleich mehr.

– Die Badge-Plattform von Acclaim arbeitet mit verschiedenen Unternehmen zusammen (IBM nutzt sie zum Beispiel auch.). Die einzelnen Badges, ihre Themen und die Anforderungen, um sie zu erlangen, werden aber von den einzelnen Unternehmen definiert und entwickelt.

– EY Badges wurde 2017 global gestartet (siehe auch: „New program will allow EY people to earn credentials in future-focused skills“, EY News, 14.08.2017). Seit Januar 2019 gibt es EY Badges auch in Deutschland. Im Moment (Juli 2019) verzeichnet die Plattform 77 Badges in den Ausprägungen Bronze, Silber, Gold und Platin.

 

https://www.youracclaim.com/organizations/ey/badges

Kathrin Schulz wies im Gespräch darauf hin, dass es sich bei EY Badges um ein Angebot handelt, das die bestehenden Kurs- und Bildungsangebote bei EY ergänzt und nicht ablöst. Daneben gibt es natürlich interne Lernplattformen, Pflichtkurse und weitere Partnerschaften, zum Beispiel mit Udemy und getAbstract. Zuletzt: EY Badges sind zwar ein eigenständiges Angebot auf einer separaten Plattform. Aber die „Learnings“ auf EY Badges verweisen auch auf bestehende Lernangebote und Lernplattformen. EY Badges bildet so einen weiteren Baustein einer globalen Lerninfrastruktur.

EY Badges ist ein freiwilliges Angebot. Wer als Mitarbeitende daran interessiert ist, einen Badge zu erwerben, bespricht dies mit seiner oder ihrer Führungskraft und integriert es in den Arbeitsalltag. Zeitdruck im klassischen Sinne besteht nicht. Ob man ein Badge in 2 oder 6 Monaten erwirbt, liegt ganz beim Mitarbeitenden und entspricht in dieser Flexibilität wahrscheinlich auch dem Arbeitsalltag der meisten Nutzer.

Aber jetzt zu den beiden Punkten, die das Projekt aus meiner Sicht so spannend machen.

Learning, Experience und Contribution

Um einen Badge zu erwerben, müssen die Lernenden auf drei Feldern aktiv werden: Learning, Experience und Contribution. Das kann am Beispiel des Badges „EY Innovation – Design thinking“ (Silber) wie folgt aussehen:

Earning Criteria
– [Learning] Complete 40 hours of online, classroom or on-project training
– [Experience] Engage with a project on a radar of one of EY Innovation teams (regional, and service lines) and demonstrate knowledge of acquired  concepts or submit an idea to EY innovation challenge
– [Contribution] Share knowledge through thought leadership, coaching, conferences, social media, client presentations or other relevant channels

Die Anforderungen wurden von globalen Fachexperten bei EY im Detail für jedes Thema bestimmt. Mit der Erweiterung des „Learning“ um „Experience“ und „Contribution“ nimmt der Prozess die Praxiserfahrungen der Lernenden auf und dokumentiert die Entwicklung ihrer Kompetenzen.  

Kathrin hat mir dann erzählt, dass sie selbst kürzlich das Badge „Transformational Leadership – Digital Age Teaming“ erworben hat. Das Badge beinhaltet die Fragestellung „Was bewegt die heutige Generation von Mitarbeitenden und wie kann ich als Führungskraft hierdrauf reagieren, motivieren und virtuell das Team führen?“ Um für diese Fragestellungen Antworten für sich selber zu entwickeln, hat sie beispielsweise 20 Stunden „Learnings“ durchgeführt, neue Frage- und Zusammenarbeitstechniken ausprobiert und ihre Erfahrungen innerhalb der EY Community geteilt.

Hierbei bot das EY Badge-Programm einen Spielraum und verschiedene Optionen, wie sie sich das Wissen erarbeitete und wie sie es anschließend für den Badge-Freigabeprozess dokumentierte. Dokumentieren heißt: Sie hat der jeweiligen Aufgabe (Learning/ Experience/ Contribution) ein Dokument beigefügt, das die Aktivität bestätigt, zum Beispiel ein Key Take Away, eine Lernteilnahmebestätigung, ein Feedback ihrer Führungskraft, ob der Skill oder das Verhalten geübt wurde.     

Ich habe dann Kathrin noch gefragt, ob es denn im Rahmen der Plattform auch einen Austausch mit den Experten oder anderen Lernenden gibt. Einerseits, so Kathrin, bestimmen ja die Lernenden selbst, wann sie mit dem Erwerb eines Badges beginnen und in welchem Tempo sie voranschreiten. Andererseits haben sich auf den sozialen Netzwerken im Unternehmen schnell die Gruppen und Kanäle gebildet, in denen Ergebnisse und Erfahrungen mit der Badge-Plattform ausgetauscht werden. Der Austausch ist also ein weniger didaktisches Konzept und mehr gelebte Lernpraxis.    

Doch jetzt zum zweiten Punkt, der das Angebot aus meiner Sicht interessant macht und von klassischen Fortbildungskursen abhebt: die Badges selbst.

Open, portable Badges

Die Mitarbeitenden nehmen ja nicht einfach an einem Kurs teil und erwerben ein Zertifikat. Sie erhalten einen Badge. Diesen Badge können sie „mitnehmen“ und auf ihren persönlichen Profilen abbilden. So wie es zum Beispiel auch Kathrin Schulz mit ihrem „Bronze Badge“ über „Digital age teaming – Transformational leadership“ auf ihrem LinkedIn-Profil getan hat.

Ein weiterer Punkt: Wenn man auf dem Profil von Kathrin Schulz auf „See credential“ klickt, wird man auf eine entsprechende Seite der Badge-Plattform geführt, auf der bestätigt wird, dass sie am 27. Mai 2019 diesen Badge erworben hat. (Man kann dort dann noch auf ein „verify“ klicken und in einem weiteren Fenster werden verschiedene Arbeitsschritte abgehakt, aber das nehme ich an dieser Stelle mal als vertrauensbildende Maßnahme mit …)

 

 

Diese Möglichkeiten – das Darstellen des Badges auf eigenen Seiten, das Überprüfen und Verifizieren der Badges – qualifizieren einen „Open Badge“. Dafür verwendet die Badge-Plattform Acclaim eine Technologie, die auf den ursprünglich von Mozilla definierten Open Badge-Standards basiert.

Natürlich sind die Badges kein zwingender Bestandteil dieses Prozesses. Mit dem Erwerb der Kompetenzen haben sie erst einmal nichts zu tun. Und dass man einen Prozess erfolgreich abgeschlossen und ein Zertifikat erworben hat, könnte auch ein einfacher Texteintrag ausweisen. Die Badges stehen deshalb aus meiner Sicht für Offenheit und Transparenz und für eine Währung, wie sie heute in sozialen Netzwerken üblich ist. Und sie wollen natürlich die Mitarbeitenden und den Markt ansprechen.      

Die EY Badges stehen aber auch für lebenslanges Lernen. Mitarbeitende haben ein Interesse, ihre Skills zu demonstrieren. Und Unternehmen wie EY werben mit den Skills ihrer Mitarbeitenden um Kunden und Projekte.

Fazit

EY Badges ist ein junges Projekt, das gerade gestartet ist. Ich habe mir notiert, dass bereits in den ersten Wochen eine Vielzahl an Mitarbeitenden begonnen hat, einen Badge zu erwerben. Natürlich ist das Projekt aufwändig. Auch wenn mit der Badge-Plattform von Acclaim eine technische Infrastruktur vorliegt: Die Themen und Badges muss jedes Unternehmen selbst entwickeln. Die Prozesse – gerade in den Bereichen „Experience“ und „Contribution“ – müssen abgestimmt werden. Die Mitarbeitenden müssen motiviert werden, den Ball aufzunehmen. Lernerfahrungen müssen ausgewertet werden; usw.

Von daher sehe ich EY Badges auch und vor allem als Blaupause für Projekte, die über klassisches Online-Lernen hinausgehen, aktuelle Themen abbilden und wirkliche Kompetenzentwicklung unterstützen wollen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit den EY Badges weitergeht und ob weitere Unternehmen auf diesen Zug aufspringen …        

Danke an Oliver Lorenz für die Vermittlung und an Kathrin Schulz für den anregenden Austausch!


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Massive List of MOOC Providers Around The World

13. August 2019 - 9:58

Der Beitrag hält, was er verspricht. „If you’re looking for MOOCs from around the world (many in languages other than English), this list is our best attempt to catalog all the MOOC platforms that are out there. It includes 35 different platforms.“ Jede Plattform wird mit ein oder zwei Sätzen, Links und einem Screenshot vorgestellt. Aus Deutschland ist openHPI dabei, dagegen fehlen openSAP, iversity und oncampus. Viele der aufgeführten Plattformen haben eine explizite MOOC-Geschichte. Doch es gibt natürlich weitere Plattformen, die ähnliche Lernangebote bieten, aber abseits dieser Geschichte laufen. Prominente Beispiele sind Udemy und LinkedIn Learning. Das nur nur Einordnung.
Dhawal Shah und Laurie Pickard, Class Central/ MOOC Report, 30. Juli 2019

Bildquelle: Class Central

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Was kann Künstliche Intelligenz (K.I.) im Zusammenhang mit OER leisten?

13. August 2019 - 8:29

Natürlich kann KI auch helfen, um OER im Netz zu finden, also Materialien, die mit entsprechenden Lizenzen gekennzeichnet sind, um die Anfertigung von Übersetzungen zu automatisieren oder um die weitere Personalisierung von Lernumgebungen zu unterstützen. Also alles Möglichkeiten, die auch jenseits von OER diskutiert werden, wenn es um das Lehren und Lernen in digitalen Zusammenhängen geht. Der Artikel nennt dann noch zwei aktuelle Projekte zum Einsatz von KI und verlinkt auf Beispiele.
Gabi Fahrenkrog, OERinfo, 9. August 2019

Bildquelle: Annett Zobel (OERinfo, CC0)

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7 Things You Should Know About Digital Badges

12. August 2019 - 8:26

Über Badges, das zur Vorwarnung, wird es auf diesem Blog in Kürze noch mehr geben. Von daher kommt dieser Überblick im bewährten „7 things you should know“-Format gerade recht. Er wird mit einer Definition eingeleitet:

„Digital badges are validated indicators of skills or competencies, often representing the completion of a microcredential. Badges typically represent competencies not shown on a transcript, including learning from internships, volunteer work, and other co-curricular activities. Increasingly, badges conform to the Open Badges standard, and many are stackable, meaning that they can be credited toward an advanced badge, a certificate, or a degree.“

Interessant ist hier die enge Verknüpfung von Microcredentials und Badges. Es folgen Antworten auf die Fragen „How does it work?“, „Who’s doing it?“, „Why is it significant?“, „What are the downsides?“, „Where is it going?“ und „What are the implications for teaching and learning?“. Nützlich.
EDUCAUSE Learning Initiative (ELI), 3. Juli 2019

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A History of L&D: Learning From the Past to Build the Future

12. August 2019 - 7:28

Die Geschichte von Learning & Development zeigt: „… training was designed with organizations in mind, not end-users.“ Das unterstreicht dieser kurze Rückblick in fünf Stationen, von 1890 bis heute. Sogar die jüngsten Entwicklungsschritte, für die seit den 1980er Jahren hier Corporate Universities und Learning Management Systeme stehen, bleiben auf dieser Linie. Doch das ändert sich gerade: personalisierte Lernangebote sind gefragt und dank digitaler, algorithmen-gestützter Plattformen auch möglich.. 

Mit dieser Botschaft teasern die Experten von Degreed („a lifelong learning platform that individuals and organizations use to discover learning content, build skills, and certify their expertise“) ihren Report „How the Workforce Learns“, der in Kürze erscheinen soll. Und sicher die Botschaft noch einmal unterstreichen wird.
Nick Welna, Degreed Blog, 8. August 2019

Bildquelle: degreed

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Sommerpause

22. Juli 2019 - 20:24

Es ist wieder soweit: Der Weiterbildungsblog geht in die Sommerpause! Am 12. August geht es weiter. Bis dahin wünsche ich allen Leser*innen eine erholsame Zeit!

Mit besten Grüßen
Jochen Robes

Bildquelle: Tomáš Malík (Unsplash)

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How modern professionals learn

19. Juli 2019 - 8:22

„How modern professionals learn“ ist die Frage, um die ja alle Antworten Jane Harts seit Jahren kreisen. In diesem Beitrag beginnt sie mit der Feststellung, dass wir („modern professionals“) auf vier unterschiedlichen Wegen lernen:  durch Didactics, Discovery, Discourse und Doing, kurz durch die „4 D’s of Learning“. Im zweiten Schritt ordnet sie die von ihr selbst jährlich erhobenen „Top 100 Tools for Personal and Professional Learning“ diesen „4 D’s of Learning“ zu. Mit einem interessanten Ergebnis:

Jane Hart, Modern Workplace Learning 2019, Juli 2019

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More than a MOOC – Seven Learning and Teaching Scenarios to Use MOOCs in Higher Education and Beyond

18. Juli 2019 - 13:10

Auf iMooX, der Grazer MOOC-Plattform, werden nicht nur Online-Kurse angeboten. Das Team um Martin Ebner an der TU Graz wertet auch kontinuierlich die Erfahrungen aus, die man seit 2013 mit diesem neuen Bildungsformat gewinnen konnte. Diese Erfahrungen stehen auch im Mittelpunkt dieses ca. 25-minütigen Video-Vortrags von Martin Ebner. Er skizziert sieben Einsatzszenarien, die sich mit MOOCs realisieren lassen:

„the conventional MOOC“, „the Pre-MOOC“, „the Blended MOOC“, „the In-Between-MOOC“, „the Inverse-Blended MOOC“, „the Flipped MOOC“, „the Lecture MOOC“.

Die Bandbreite dieser Einsatzszenarien, so eine weitere Botschaft von Martin Ebner, ist nur möglich, weil die Kursinhalte auf iMooX konsequent als Open Educational Resources mit entsprechenden CC-Lizenzen ausgewiesen werden: „OER-MOOCs facilitate access to education in an innovative way and allow for new forms of teaching and learning.“
Martin Ebner, E-Learning Blog, 15. Juli 2019

 

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So wirst du spielerisch zum Digital Transformation Professional

17. Juli 2019 - 22:23

Ich verlinke hier ganz vorsichtig diesen Beitrag von Joël Krapf (Migros-Genossenschafts-Bund), weil er zwar eine interessante App vorstellt, aber nicht eindeutig vermittelt, ob man schon mit Hilfe dieser App zum „Digital Transformation Professional“ wird oder ob die App nur einen kleinen Baustein eines größeren Pakets darstellt. Ich vermute Letzteres, aber der Beitrag selbst bietet diesbezüglich keine Lesehilfen. Stichworte, die fallen, lauten Quiz-Duell, Learning Nuggets und Abschlussprüfung. „Bei erfolgreichem Bestehen erhalten die Mitarbeitenden ein Zertifikat als Digital Transformation Professional.“
Joël Krapf, JK – Growing Together, 14. Juli 2019 

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Kompetenzen von Lehrenden sichtbar machen

17. Juli 2019 - 14:53

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung informiert, dass im Projekt GRETA ein Verfahren entwickelt wurde, um die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung sichtbar zu machen. Damit stellt es sich in eine Reihe von Projekten wie das HFDcert. Es heißt: „Mit dem Validierungsinstrument PortfolioPlus erhalten Lehrende die Möglichkeit, über ihre Kompetenzen zu reflektieren, diese im Abgleich mit dem GRETA-Kompetenzmodell zu dokumentieren und anschließend bewerten zu lassen.“

Alle Personen, die lehrend in der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind, können PortfolioPlus nutzen. Allerdings lese ich, dass man 70 Fragen beantworten muss. Diese muss man sich erst zuschicken lassen. Dann ausgefüllt zurückschicken, dann werden sie begutachtet, es gibt ein Beratungsgespräch, usw. Da ist das HFDcert natürlich schlanker, hat aber auch nicht den Anspruch, Kompetenzen anerkennen zu wollen.
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, GRETA, Juli 2019

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Education publisher Pearson to phase out print textbooks

17. Juli 2019 - 0:12

Die Nachricht: „The world’s largest education publisher has taken the first step towards phasing out print books by making all its learning resources „digital first“.“ Mit sanftem Druck will der Verlagsgigant seine Leser vom neuen Geschäftsmodell überzeugen. So werden zum Beispiel nur noch die eBooks kontinuierlich aktualisiert.
BBC News, 16. Juli 2019

Bildquelle: hannah grace (Unsplash)

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12 Ideas for Amplified Forms of Digital Storytelling

16. Juli 2019 - 9:31

Digital Storytelling ist ein spannendes Thema. Dieser Blog ist Digital Storytelling. Das Projekt des Bayerischen Rundfunks, „Ich, Eisner! 100 Jahre Revolution in Bayern“, ist Digital Storytelling in Reinkultur. Digital Storytelling kann vieles vereinen: die Form, in der wir eine Geschichte erzählen, mit der persönlichen Lernreise, die wir reflektieren.

Vor diesem Hintergrund ist die Aufzählung von Silvia Rosenthal Tolisano  eine anregende Sammlung weiterer Möglichkeiten. Hier ihre Punkte:
Curation as Storytelling, Storytelling across Space and Time, Explanation Videos, Snapchat Stories, Instagram Stories and Polls, Instagram Hashtags, Learning Stories, Video Selfies, Digital Books, Sketchnotes, Podcasts, Google Maps/Google Earth.
Silvia Rosenthal Tolisano, Langwitches, 7. Juli 2019

Bildquelle: Silvia Rosenthal Tolisano

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Learning Technology Evolves: Integrated Platforms Are Arriving

15. Juli 2019 - 9:06

Josh Bersin zeichnet für uns die neuesten Marktbewegungen rund um „Learning Technologies“ auf. Seine Beobachtung: Der Markt ist sehr fragmentiert, klassische Lernplattformen bilden nur noch einen Teil einer modernen Lerninfrastruktur. Hinzukommen Stichworte wie „micro“, „videos“, „podcasts“, „tests/ quizzes“, „interactions“, hinter denen separate Plattformen und Tools stehen. Und alles unter dem Dach einer „Learning Experience“, die der Mitarbeitende bzw. Lernende erwartet.

Vielen Unternehmen als Kunden ist diese Welt aber zu komplex: „But many companies are getting tired of being the “general contractors” for their learning experience, and they want to start buying “a complete house.” So vendors are becoming more integrated.“

Deshalb prophezeit Josh Bersin die nächste Welle integrierter Plattformen. Also die Wiederholung einer Welle, die einst die klassischen Lernplattformen nach oben getragen hat. Welche Rolle diese klassischen Lernplattformen in dieser Entwicklung spielen werden, lässt er allerdings offen.

Vielleicht noch eine kurze Anmerkung: Josh Bersin skizziert neueste Entwicklungen, die zuerst den globalen, amerikanischen Markt treiben, um dann schrittweise auch hierzulande anzukommen. Das ist spannend, weil in diesem Bild alle aktuellen Trends und Buzzwords auftauchen. Für viele KMUs in Deutschland sind jedoch die klassischen Lernplattformen der ersten Welle noch die integrierten Lösungen, die sie für ihre Weiterbildung suchen …
Josh Bersin, 29. Juni 2019

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Comeback der alten Lernideen

12. Juli 2019 - 9:30

Viele der aktuell präsentierten Angebote auf dem Bildungsmarkt basieren auf Ideen, so Lutz Goertz, „die schon vor zehn oder zwanzig Jahren diskutiert wurden“. Jetzt, so fährt er fort, sei offensichtlich die Zeit reif, sie auf den Markt zu bringen. Seine Beispiele:

Virtual Reality: hat Internet-Visionär Jaron Lanier schon in den 1990er Jahren beschrieben. Virtuelle Lernassistenten: man denke nur an Joseph Weizenbaum’s „ELIZA“. Übungsfirmen: im „realen Leben“ ein alter Hut. Lernkartensysteme: kennen wir vom Vokabellernen seit Jahrzehnten. Interaktive Videos: wurden auch schon in den 1990er Jahren gedreht – mit viel Aufwand, hohen Kosten und als „Liebhaberprojekte“ in der Weiterbildung. 

Das Fazit von Lutz Goertz: „Tatsächlich beschleunigen technische Innovationen in der Lernwelt gute didaktische Ideen, die sich mit früheren Mitteln noch nicht realisieren ließen. Es lohnt sich also, auch vermeintlich gescheiterte Lernprojekte immer wieder einmal auf ihre Umsetzung mit den heutigen Lerntechnologien zu überprüfen.“

Meine Frage: Was wären denn heute die Bildungs- und Lernvisionen, die sich noch nicht oder nur schlecht realisieren lassen und auf die wir in 20 Jahren als „Vorläufer“ zurückblicken werden?
Lutz Goertz, mmb Institut, Juli 2019

Bildquelle: Maurizio Pesce (Flickr, CC BY 2.0)

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„Ich bin ein aktiver Lernberater.“

11. Juli 2019 - 23:31

Jürgen Handke, Anglistik- und Linguistikprofessor aus Marburg, ist ja auf diesem Kanal schon eine feste Einrichtung. In diesem Interview mit der Redaktion des Bildungsservers erzählt er von den zentralen Projekten, an denen er arbeitet: von H.E.A.R.T., in dem der Einsatz humanoider Roboter in der Hochschullehre erforscht wurde, und von „RoboPraX“, in dem humanoide Roboter als Werkzeuge eingesetzt werden, um Schülerinnen und Schülern in mehrtägigen Schulungen den Umgang mit der digitalen Welt näher zu bringen. Aber angestrichen habe ich mir den folgenden Gesprächsausschnitt:

Online-Redaktion:Wie reagieren Ihre Kollegen. Wollen die jetzt auch einen Yuki?“

Handke: „Nein, gar nicht, die ignorieren das. Das geht uns schon seit Jahren so, weil wir uns nicht um die deutschen Hindernisse, die da heißen: Scheiternkultur gibt es nicht, man teilt nicht, man kollaboriert nicht, man definiert immer nur die Ängste und Risiken, kümmern. Viele deutsche Kollegen wagen sich nicht auf Neuland. Sie wehren sich gegen jegliche neue Lehrform, haben Angst, dass sie nicht mehr gebraucht werden. Seit Mitte der 90er hat die Presse begonnen zu schreiben „Computer ersetzt Professoren“, das hängt mir seit dieser Zeit als Label an. Aber das stimmt nicht. Die digitale Lehre selber stärkt die Präsenzlehre. Was wir machen, ist Kompetenztraining erster Klasse.“
Deutscher Bildungsserver/ Bildung + Innovation, 11. Juli 2019

Bildquelle: Jürgen Handke/ Digitalisierung der Lehre (YouTube)

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4 Business Models That Redefine L&D With 70:20:10

11. Juli 2019 - 23:12

Die Online Educa im November wirft ihre Schatten voraus. Jos Arets, 70:20:10 Institute, der in Berlin einen Workshops moderieren wird, ruft uns hier vier Geschäftsmodelle zu, die das Selbstverständnis von Learning & Development (L&D) beschreiben. Zwei Modelle sind „learning-focused“: „Order Taker“, „Learning Enabler“; zwei sind „business-focused“: „Performance Enabler“, „Value Creator“.

Die Modelle bieten einen Rahmen, um sich als Bildungsabteilung zu positionieren, zu sortieren und (neu) aufzustellen. Sie schließen sich nicht zwangsläufig aus, zeigen auch keinen Verlauf auf, dem Organisationen folgen müssen. Nichtsdestotrotz empfiehlt der Autor, dass „L&D moves towards the business. This offers opportunities to shift towards being a profit centre, which is good for any part of an organisation, not least L&D.“
Jos Arets, oeb insights, 11. Juli 2019

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Amazon Alexa-NHS partnership splits expert opinion

11. Juli 2019 - 0:27

Wenn Nutzer in UK zukünftig Amazon’s Alexa etwas Gesundheitliches fragen, z.B. „Was tue ich bei Migräne?“, dann werden zuerst die Webseiten des National Health Service (NHS) nach Informationen durchsucht. Das ist der Kern einer Partnerschaft, über die gerade breit berichtet wird. Nun kann man die bekannten Argumente anführen, die gegen einen solchen Service sprechen: von Fragen des Datenschutzes, über das Vertrauen in Amazon bis zu den zentralen Aufgaben des NHS. Man kann auch einwenden, dass Nutzer sich sowieso über Alexa informieren, ganz gleich, ob es eine solche Partnerschaft gibt oder nicht. Ich möchte hier nur darauf hinweisen, dass man „Gesundheit“ auch durch „Bildung“ und den NHS durch einen (staatlichen?) Bildungsträger ersetzen kann.
BBC News, 10. Juli 2019

Bildquelle: Kelly Sikkema (Unsplash)

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Die Hochschule der Zukunft: Fels in der Brandung?

9. Juli 2019 - 16:12

In 20 Jahren, so die AutorInnen, wird es den einen Typ Hochschule nicht mehr geben (by the way, gibt es den denn heute noch?). Die Zielgruppe der Studierenden wird vielfältiger. Hochschulen als Bildungsorte müssen sich neu definieren. Vor diesem Hintergrund sind vier Szenarien denkbar:

„- Hochschulen mit stark ausgeprägtem Third-Mission-Profil als regionaler Motor,
– Online-Hochschulen mit größtmöglicher Flexibilität für berufstätige Studierende,
– Lernbegleiterhochschulen mit individuellem Lerntempo und Curriculum oder
– Tertiäre Bildungsinstitute, die berufliche und akademische Ausbildung vereinen.“

Die Schwerpunkte sind nachvollziehbar. Weitere sind denkbar. Dem kurzen Artikel fehlt jedoch der Raum, um die Szenarien etwas trennschärfer zu beschreiben und Anknüpfungspunkte zu bereits bestehenden Organisationstypen aufzuzeigen.
Frank Ziegele, Philipp Neubert und Lisa Mordhorst, Magazin Hochschulsport, 02/ 2019 (via CHE)

Bildquelle: Magazin Hochschulsport

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Researchers at Udacity develop AI that can generate lecture videos from audio narration

9. Juli 2019 - 13:04

Die Nachricht, dass eine Software entwickelt wurde, die eine Audio-Erzählung in eine Video-Vorlesung umwandelt, mag heute nicht weiter überraschen. Vielleicht fragt man sich noch kurz, was das Ganze eigentlich soll … Der Beitrag stellt jedenfalls das Prinzip vor: Man füttert ein System mit vielen Stunden Video-Material und lässt anschließend einen Algorithmus aus einem Audio ein neues Video entwickeln. Die verlinkten Ergebnisse (hier) sind aber noch bescheiden. Aber sie werden sicher bald besser.

Fügt man solche Nachrichten und Technologien zusammen, so durchsuchen zukünftig intelligente Systeme das Netz und stellen Inhalte in beliebigen Formaten zusammen: als kuratierte Listen, als Bücher („Erstes computergeneriertes Buch publiziert“, Deutschlandfunk, 11. April 2019), als Audios („Text-to-Speech“), als Videos („LumièreNet: Lecture Video Synthesis from Audio“, Cornell University, 4. Juli 2019), alles in beliebigen Sprachen.
Kyle Wiggers, Venture Beat, 5. Juli 2019 

Bildquelle: LumièreNet (Vimeo)

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Zu langsam auf dem richtigen Weg

8. Juli 2019 - 9:13

Eine vertraute Frage hat Jörg Hafer aus Tübingen mitgebracht, wo Ende Juni am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) das Zusammenspiel von „Digitalisierungspraktiken und Hochschulbildung“ diskutiert wurde: Wie bekommt man den „Wandel“ (die Reflexion, das Nachdenken, das Anpassen, das „auf den Prüfstand stellen“) in die Lehre und zu den Lehrenden? Eine Frage, an der sich ja auch andere Bildungsträger mitunter abarbeiten …

Flexibilität hat sich Jörg Hafer notiert. Weiterentwicklung der Lehre. Etwas Neues ausprobieren. Weg von der Digitalisierung der Bildung, hin (oder zurück!) zu den Bildungszielen. Denn es geht ja längst um Bildung in einer digitalisierten Welt.
Jörg Hafer, joerghafer.de, 5. Juli 2019

Bildquelle: e-teaching.org

Kategorien: Lehren und Lernen

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