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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 38 Minuten 3 Sekunden

Das Sprachlabor – Steuerung und Sabotage eines Unterrichtsmittels

20. Mai 2020 - 9:02

Ein Fundstück im doppelten Sinne: Zum einen behandelt der Artikel ein Stück Bildungsgeschichte oder Geschichte der Bildungstechnologien, nämlich die Einführung und Nutzung der Sprachlabore in den 1960er und 70er Jahren; und zum anderen ist der Artikel bereits 2011 veröffentlicht worden, aber erst kürzlich in meinem Nachrichtenstrom aufgetaucht.

Abgesehen davon, dass ich selbst noch das Vergnügen hatte, in einem Sprachlabor zu sitzen und zu lernen: Mich haben einige Schilderungen stark an Diskussionen erinnert, die heute mit Blick auf die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz, adaptiven Lernsystemen und der Personalisierung des Lernens geführt werden. Wie heißt es so schön im Artikel: „Das Sprachlabor schien höchste Effzienz bei größter Individualisierung und zu­gleich absolute Kontrolle zu garantieren.“

Aber um die Erwartungen an den Artikel auch etwas zu dämpfen: Nachgezeichnet wird in komprimierter Form die Einführung und Evaluation der Sprachlabore im Kanton Zürich. Diese Entwicklung ist eingebettet in die Bildungsreformen jener Zeit und die Versprechen des Programmierten Unterrichts. Aber diese Entwicklung beschränkte sich ja nicht nur auf Zürich.
Anne Bosche und Michael Geiss, Jahrbuch für historische Bildungsforschung, 2011 (via Academia.edu) 

Bildquelle: Deutsche Fotothek‎ (Wikimedia, CC BY-SA 3.0 DE)

Kategorien: Lehren und Lernen

Die Zukunft der Hochschulen ist digital

20. Mai 2020 - 8:34

Andreas Wittke, aktuell Projektleiter Blockchain for Digital Certificates an der TH Lübeck, hat die Hochschule von heute einmal weitergedacht. Zuerst folgen wir dabei der Geschichte von Steven Cline, einem fiktiven Studierenden, der an einer Hochschule der Zukunft Bioinformatik studieren will. Hier ist vieles automatisiert. Bots, Apps und die Blockchain begleiten ihn durch sein Studium bis zu seinem ersten Job. Ein beeindruckendes Szenario.

Im zweiten Teil des Artikels ordnet Andreas Wittke diese Geschichte etwas ein. Bildungsinstitutionen wie Hochschulen werden sich zu Plattform-Anbietern entwickeln. Data Scientists, Machine Learning Specialists, AI Developer und Platform Architects geben den Takt vor, Pädagogen und Didaktiker folgen ihnen im gebührenden Abstand. Um dieser Vision gerecht zu werden, muss sich Deutschland – Corona zeigt es wieder – sputen.

Ein interessantes Bild, für das es bereits heute viele Anzeichen und Vorboten gibt. Es fehlen allerdings die Zwischentöne. Denn die Folie, auf der das Bild gezeichnet ist, ist die eines globalen Wettbewerbs mit nationalen Playern, Gewinnern und Verlierern. Auch wenn ich dem Titel des Artikels zustimme, hat er – gerade in diesen Tagen – für mich wenig visionäre Kraft.
Andreas Wittke, Online by Nature, 19. Mai 2020

Bildquelle: Pexels (pixabay)

Kategorien: Lehren und Lernen

Trends im Bildungsbereich – Interview

19. Mai 2020 - 23:15

Vor allem große Unternehmen überprüfen regelmäßig ihre Bildungsstratregie, setzen sich mit neuen Entwicklungen auseinander, führen Interviews mit Experten und erstellen Trendlandkarten. In diesem Zusammenhang durfte ich diese Woche auch wieder Rede und Antwort stehen. Anbei die Fragen und meine Antworten (in verschriftlichter Kurzform). 

Welche Trends sehen Sie in Ihrem Unternehmen im Bereich Weiterbildung und generell am Markt?

Da denken wahrscheinlich viele, auch ich, zuerst an Bildungs- und Lerntechnologien. Digitale Bildung ist da. Wie geht es weiter? Was sieht man zum Beispiel auf der Learntec? Augmented Reality und Virtual Reality sind neueste Entwicklungen in diesem technologiegetriebenen Prozess. Dann noch, etwas weniger spektakulär, weil weniger greifbar, KI, Algorithmen und Chatbots in der Weiterbildung. Vielleicht gehören auch noch Badges in diese Reihe.

Auf der anderen Seite stehen weniger Trends, sondern die Herausforderungen und Aufgaben, die mit Einführung und Nutzung dieser Konzepte, Plattformen und Tools verbunden sind. Und ganz oben steht da auf meiner Liste das selbstgesteuerte Lernen.

Was bedeutet das für Ihre Mitarbeiter und welche Kompetenzen benötigen diese zukünftig?

Wenn man das selbstgesteuerte Lernen betont, dann natürlich auch die Kompetenzen, es umzusetzen und zu leben. Was noch? Digitale Kompetenzen als Querschnittskompetenzen natürlich. Und dann denke ich an verschiedene Aufstellungen von Future Skills, von Kreativität, Neugier bis zu Empathie und emotionaler Intelligenz, die auf die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung, auf sich immer schneller verändernde Tätigkeiten vorbereiten sollen.

Was sind die aktuellen, bewährten und anerkannten Lernformate bei Ihnen und generell? Welche werden in Zukunft an Bedeutung zunehmen?

Vieles ist schon da. Hoch gehandelt werden aber gerade Formate, die mit der Selbstorganisation der MitarbeiterInnen verbunden sind: BarCamps, Communities of Practice, Hackathons, Working Out Loud, Social Learning. Dann die vielen Work Hacks/ Learn Hacks als praktische Lebenshilfe. Oft verbunden mit agilen Team- und Organisationsstrukturen. Und vielleicht gehören auch einige Formate in diese Reihe, die der aktuellen Krise geschuldet sind. Virtuelle BarCamps zum Beispiel. Überhaupt wird vielleicht das Zusammenspiel von Präsenz und Online gerade neu ausgehandelt. Und das Zusammenspiel von Arbeiten und Lernen. Mal sehen.     

Wie beeinflussen Trends Geschäftsmodelle (Produkte / Dienstleistungen/Abomodelle)?

Schwierige Frage. Mir kommen da natürlich die klassischen Geschäftsmodelle der Weiterbildung vor Ort in den Sinn. Kursgebühren für TeilnehmerInnen, Tagessätze für TrainerInnen. Dann, online, die Lizenzen für Lernplattformen und Kurse. Abomodelle sind sicher ein aktueller Trend, um aus Sicht der Marktanbieter Kunden und Nutzer enger an die eigenen Angebote zu binden. Anbieter wie LinkedIn Learning leben es vor. Voraussetzung sind Angebote, die heute in der Cloud liegen. Offener wird die Geschichte, wenn man an andere Aufgabenprofile von PE-Experten, Beratern und TrainerInnen und ihre Verrechnung denkt. Community ManagerInnen, LernkuratorInnen, Agile Lerncoaches.    

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in Bezug auf Aus- und Weiterbildung in 5 Jahren?

Fünf Jahre sind eine kurze Zeitspanne in der Aus- und Weiterbildung. Aber vielleicht bildet ja die aktuelle Krise einen Impuls für bleibende Veränderungen. Ich hoffe jedenfalls, dass die aktuellen Trends und Impulse rund um das selbstgesteuerte Lernen in Netzwerken (ich merke gerade, ich beiße mich etwas an diesem Begriff fest …) weiter Verbreitung finden. Auch in den Unternehmen und Organisationen selbst. Hinweise finden sich zum Beispiel in den Aktivitäten der Corporate Learning Community …

Was werden aus Ihrer Sicht die Folgen der Corona-Krise für die Aus- und Weiterbildung sein?

Siehe meine Antworten zu den vorausgegangen Fragen.

Bildquelle: Matt Flores (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen

19. Mai 2020 - 13:24

Eine Graswurzelinitiative aus Berlin, die Schulen und Open Source zusammenbringt. Im Vorspann heißt es: „Ein Verein aus dem Umfeld des CCC zeigt in Berlin, wie sich Schulen mit Open Source digitalisieren lassen. Schüler, Eltern und Lehrer sind begeistert.“ Das Videokonferenzsystem ist übrigens Big Blue Button.
Friedhelm Greis, golem.de, 19. Mai 2020

Bildquelle: https://bigbluebutton.org

Kategorien: Lehren und Lernen

Damit aus der Wahl keine Qual wird: Lernkuratoren machen E-Learning genießbar

19. Mai 2020 - 7:27

Content Curation ist ein aktuelles Thema. Das Internet bietet uns Zugang zu einer Fülle von Informationen. Doch wie wählen wir aus? Wie finden wir die Informationen, die wir suchen und die zu uns passen, unseren Zielen, unseren Anforderungen, unseren Routinen? Vor diesem Hintergrund beschreibt Lars-Peter Linke die Rolle von Lernkuratoren, die diese Aufgabe übernehmen und Menschen bei der Suche nach Lerninhalten unterstützen. Er nennt es eine „Kernkompetenz für Lernverantwortliche“, die sich aus vier zentralen Tätigkeiten zusammensetzt: Auswählen, Arrangieren, Aktualisieren, Anpreisen.

Vielleicht sei an dieser Stelle kurz daran erinnert, dass uns Content Curation im Alltag schon häufig begegnet: die Experten, denen wir auf Twitter oder LinkedIn folgen, schätzen wir, weil sie genau diese Rolle einnehmen; daneben unterstützen uns intelligente Systeme, wenn sie unsere Profile und Aktivitäten in Empfehlungen übersetzen. Und letztendlich ist Content Curation eine wichtige Kompetenz, mit der wir uns auch selbst auseinandersetzen sollten. Das nur als Ergänzung.
Lars-Peter Linke, eLearning Journal, 14. Mai 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Blended, Video, Mobile, Micro: Trends in der digitalen Weiterbildung

19. Mai 2020 - 0:12

Referat und Diskussion sollten ursprünglich im Bildungszentrum der IG Metall in Sprockhövel stattfinden. Das war ja nun aus den bekannten Gründen nicht möglich. Um so schöner, dass das Forum „Bildung Digital 2020“ trotzdem stattfand, wenn auch im virtuellen Raum. Nachdem Claudia Bremer am Morgen die didaktische Seite digitaler Bildung beleuchtet hatte, habe ich mich am Mittag auf einige Bewegungen der Bildungsmärkte im Netz, in der Bildungspolitik sowie auf dem Feld der Bildungstechnologien konzentriert. Am Ende habe ich noch kurz eine Brücke zum laufenden Corporate Learning MOOCamp geschlagen.

Aus der Diskussion im Anschluss sind mir zwei Punkte in Erinnerung geblieben: zum einen die Prognose, dass die digitalen Angebote, die gerade überall entstehen, dann eine Überlebenschance besitzen, wenn sie etwas Neues bieten, etwas, das nicht nur eine Übersetzung eines Präsenzformats darstellt; und zum anderen die Hoffnung, dass die Verfügbarkeit digitaler Instrumente vielleicht dazu führt, Präsenzzeiten neu und höher zu gewichten. Gute Punkte.
Jochen Robes, SlideShare, 18. Mai 2020

Bildquelle: Lucrezia Carnelos (Unsplash)

 

Blended, Video, Mobile, Micro: Trends in der digitalen Weiterbildung from Jochen Robes

Kategorien: Lehren und Lernen

„Auf Wissen bauen – mit systematischem Wissensmanagement zur digitalen Verwaltung“

15. Mai 2020 - 8:38

Auf diesen Trendreport im Rahmen der Reihe „Digitaler Staat“ bin ich im aktuellen Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) aufmerksam geworden. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Behörden Spiegel und Prognos AG. Die 28 Seiten sind eine vorsichtige Annäherung. Auf ihnen wird für ein systematisches Wissensmanagement als Antwort auf die durch Demografie und Digitalisierung gestellten Herausforderungen geworben, vor denen der öffentliche Sektor steht.

Den roten Faden des Reports bilden die einzelnen Bausteine des Wissensmanagements (Gilbert Probst u.a.). Sie ermöglichen den AutorInnen einen Überblick über einzelne Handlungsfelder, werden um ausgewählte Methoden ergänzt und mit kurzen Praxisberichten veranschaulicht (u.a. Stadt Karlsruhe, Rheinisch-Bergischer Kreis, BMVg, Bundesverwaltungsamt, Bundesagentur für Arbeit). Weitere Kapitel sind der strategischen Bedeutung des Themas, einer notwendigen Kultur des Wissensteilens und neuen Plattformen und Tools des Wissensmanagements gewidmet – wobei die Hinweise auf Social Intranets und Kollaborationstools wahrscheinlich als Aufruf und Ermunterung gedacht sind. Wie auch immer: eine nützliche Übersicht.
Behörden Spiegel und Prognos AG, Februar 2020 (pdf)

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Viessmann – Der Dienstag

13. Mai 2020 - 19:33

Der Untertitel dieses Beitrags ist etwas sprechender: „Wie regen wir Nicht-Lerner (in dem gestern beschriebenen Setting) an, zu Lernenden zu werden?“ Die Nicht-Lerner, um die es hier geht, sind Handwerker. Der Fragesteller ist die Viessmann Academy, die ihre Angebote mit den besagten Handwerkern zusammenbringen möchte. Und die Frage gehört zur dritten Woche unseres MOOCamps 2020, in dem Viessmann gerade die Rolle des Gastgebers ausfüllt, 

Nun hat die Viessmann Academy bis heute eine breite Palette an Angeboten entwickelt, um ihrer Zielgruppe alle notwendigen Informationen und Lernangebote zukommen zu lassen. Stefan Hoffmann (Viessmann Academy) hat das als „Reusen-Modell“ des Blended Learning vorgestellt.

Damit war auch die Diskussion eröffnet. 73 Kommentare, Ideen und Überlegungen habe ich bis jetzt gezählt. Allerdings keine einfachen Lösungen. Oder, wie es ein MOOCamp-Teilnehmer ausdrückt:  

„Die heutige Frage ist für mich eine der größten Herausforderungen, da es tatsächlich darum geht, Menschen dazu zu bringen, sich in eine Richtung zu verändern, die im Bildungswesen- und Berufskontext in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen nicht vorgelebt wird. Außerdem wird „Lernen“ noch immer defizitär betrachtet („wenn Du etwas nicht kannst, musst Du es halt lernen“) und als Kostenfaktor angesehen.“
steffenpeter, Corporate Learning Community, 12. Mai 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Typology of Free Web-based Learning Technologies

12. Mai 2020 - 21:26

Diese Typologie ist eine Neuauflage. Das Original erschien 2015 („A Typology of Web 2.0 Learning Technologies“), und Matt Bower und Jodie Torrington haben jetzt den Titel angepasst, einzelne Cluster ergänzt („3D Modelling tools, Coding tools and Learning Management Systems“) und schlussendlich wieder eine Sammlung von 226 Tools zusammengetragen. In guter Web 2.0-Tradition haben sie nach „free, browser-based, interactive, tools“ gesucht, „that can be used to foster creativity and sharing“. Die einzelnen Cluster und Kategorien werden in kurzen Absätzen beschrieben.

„The analysis makes it possible to gauge trends in online learning technologies over the last five years, for instance the unsustainability of many smaller tools, the marketisation of many others, the trend towards more integrated platforms of tools, and greater dominance by larger providers.“
Matt Bower und Jodie Torrington, EDUCAUSE, 29. April 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Wrap Up der Woche

9. Mai 2020 - 0:21

MOOCamp 2020: Was mir an dieser Zusammenfassung des Porsche-Teams besonders gefällt, das ist die offene Schilderung der Fragen, die das Team vor der Teilnahme umtrieb, und der Erfahrungen, die man jetzt aus der gemeinsamen Anstrengung mitnimmt. Ganz abgesehen von den Rückmeldungen, die man auf das Konzept des Porsche Learning Labs im Laufe der Woche erhalten hat. Das zeigt schon der schnelle Blick auf die Twitter-Wall (siehe unten), das Ideen-Board der Co-Creation Challenge sowie die Impressionen des Fotocontests (siehe unten).

„Learning 1: Teamübergreifende und virtuelle Zusammenarbeit motiviert auch in schwierigen Situationen …
Learning  2: Management Buy-In und Servant Leadership sind nicht nur Modeworte …
Learning 3:  die #krasseherde –  Lernen im Netzwerk und mit neuen Tools eröffnet uns neue Perspektiven …“
miriamruhkamp, Corporate Learning Community, 8. Mai 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

eLearning Journal: eLearning AWARD 2020

8. Mai 2020 - 16:24

Das eLearning Journal berichtet: „Zum zehnten Mal verlieh die Jury des eLearning Journal in 2020 den eLearning AWARD. Mit über 200 Projekt-Einreichungen war das Interesse am eLearning AWARD ungebrochen. Am Ende konnten sich in 57 Kategorien aktuelle State of the Art-Projekte durchsetzen.“

Nun ja, „57 Kategorien“ lassen einen zunächst einmal schmunzeln. Und wie bereits im letzten Jahr angemerkt: Man darf vermuten, dass am Ende für jeden Preisträger auch eine Kategorie gefunden wurde. Trotzdem lohnt der Blick: Denn „57 Kategorien“ bedeuten auch, dass hier wieder eine kleine Bibliothek mit Projektbeschreibungen vorliegt. Sie informiert, welche Unternehmen mit welchen Anbietern und welchen Tools unterwegs waren. Und sie zeigen an, in welchen neuen Kategorien Einreichungen in diesem Jahr ausgezeichnet wurden (wobei man das halt nur bedingt als „Trends“ bezeichnen kann, siehe oben). Hier eine kleine Auswahl der neuen Kategorien: Agiles Projektmanagement, Fernstudium, Kollaboratives Lernen, Learning Experience Platform, Performance Support, Personal Learning Environment, Smartwatch Learning, User-generated Content, Webinar.
eLearning Journal, 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Remote Work Is Sinking In: And The Impact Is Bigger Than We Realized

8. Mai 2020 - 8:29

Die zentrale Botschaft von Josh Bersin lautet: Wir werden nach der Krise nicht mehr zu den alten Arbeitsroutinen zurückkehren. Remote work bzw. Homeoffice wird als feste Option oder Regel bleiben. Damit verbunden sind eine Reihe von Beobachtungen, Fragen und Veränderungen, die er in diesem Beitrag sammelt. Dazu gehört auch:

„We have seen explosive demand for online learning. Companies tell me their learning catalog is “flying off the shelf” and the demand for video-based learning on work practices, personal fitness and leadership, and all sorts of information about the virus and safety is huge.“

Über den „explosive demand for online learning“ würde ich gerne mehr erfahren. Gehen jetzt wirklich MitarbeiterInnen hin und stöbern in den Kurskatalogen ihrer Unternehmen? Gibt es Unternehmen, die schnell noch Lizenzen auf Kursplattformen einkaufen, um ihren MitarbeiterInnen in diesen Zeiten etwas anbieten zu können? Wie sinnvoll oder nachhaltig kann so etwas sein? Oder ist es bereits mehr? Und gilt es auch hierzulande? Ich bin nicht sicher …
Josh Bersin, Blog, 5. Mai 2020

Bildquelle: Austin Distel (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Digitales Semester. Willkommen im Neuland

7. Mai 2020 - 11:53

Ein Stimmungsbild von einer der größten Hochschulen hierzulande, der Fankfurter Goethe-Universität. Auch hier wurde am 20. April der Betrieb abrupt und komplett auf online umgestellt. Seitdem beherrschen Stichworte wie Moodle, Zoom, synchron oder asynchron den Alltag. Der Beitrag stellt aus verschiedenen Perspektiven vor, was ein digitales Semester an Fragen aufwirft: für die Uni-Präsidentin, Lehrende, Studierende, Labore. Fazit: „Hört man sich unter Studierenden und Dozierenden um, sind trotzdem alle geduldig und im Wir-kriegen-das-schon-hin-Modus. Es läuft besser als befürchtet. Eigentlich läuft es an vielen Stellen sogar gut.“
Amna Franzke, Sara Tomšić und Carla Baum, ZEIT Campus, 5. Mai 2020

Bildquelle: Nathan Dumlao (Unsplash)

Kategorien: Lehren und Lernen

Für wie lange?

6. Mai 2020 - 9:35

Als das digitale Lehren und Lernen mit der Corona-Krise für Hochschulen (und andere Bildungseinrichtungen) auf einmal alternativlos wurde, führte ein erster Reflex oft zur Frage: Welche Systeme und Tools können wir jetzt eigentlich nutzen? Schnell kursierten zum Beispiel Listen mit Video-Conferencing-Anbietern. Nachdem diese Entscheidung irgendwann gefällt war, stand man vor der nächsten Frage: Was können wir mit diesen Tools denn alles machen? Welche Methoden, Konzepte und Kniffe gibt es denn? Auch hier sind bis heute eine Reihe einschlägiger Listen entstanden.

Gabi Reinmann, seit 2015 Professorin für Lehren und Lernen an Hochschulen an der Universität Hamburg, geht noch einen Schritt weiter (oder, je nachdem, zurück …) und stellt eine Heuristik zur Förderung sozialer Interaktion in digitalen Lehrangeboten vor. Diese Heuristik umfasst vier Dimensionen: Zweck, Adressat, Richtung und Modus. Dies ergänzt Gabi Reinmann um eigene Erfahrungen, die sie in kurzen Gestaltungsempfehlungen zusammengefasst hat. Slides und Audio (16:18 Min.). Nützlich.


Gabi Reinmann, Blog, 30. April 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Innovationswettbewerb INVITE

6. Mai 2020 - 8:46

Die Nachricht ist schon ein paar Tage alt, aber sollte auch in diesen turbulenten Zeiten nicht ganz untergehen: „Das Bundesministerium für Bildung und Forschung schafft Standards für einen innovativen digitalen Weiterbildungsraum. Gesucht werden die besten Lösungen für die aktuellen Herausforderungen berufsbezogener Weiterbildung.“

Der hier ausgeschriebene Innovationswettbewerb setzt das fort, was im November 2018 mit MILLA, dem Konzept eines Arbeitskreises in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, begann und im Juni 2019 in die Nationale Weiterbildungsstrategie integriert wurde. Gefördert werden im Rahmen von INVITE Projekte auf drei Entwicklungsfeldern, die …

„- bestehende Weiterbildungsplattformen miteinander vernetzen,
– die Qualität von Weiterbildungsplattformen erhöhen, zum Beispiel, indem sie Weiterbildungsangebote personalisiert empfehlen,
– KI-unterstützte Weiterbildungsangebote entwickeln, die ein individualisiertes Lernen möglich machen, auch indem sie zum Beispiel zusätzlich spielerische Elemente berücksichtigen.“

Bis zum 15. September 2020 können Projektskizzen eingereicht werden.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 12. März 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

MOOCWatch 23: Pandemic Brings MOOCs Back in the Spotlight

6. Mai 2020 - 7:54

Eigentlich steht der Inhalt des Artikels bereits im Titel. Oder in diesem Satz: „The ongoing pandemic has increased interest in online education — MOOC providers, in particular, have all seen drastic growth, which reminded me of the Year of the MOOC.“ Zusätzlich hat Dhawal Shah hier weitere Ressourcen und Beiträge verlinkt. Von Übersichten über derzeit kostenlose Kurse bis zu den Aktivitäten einzelner Anbieter …
Dhawal Shah, Class Central/ MOOC Report, 3. Mai 2020

Bildquelle: FutureLearn

Kategorien: Lehren und Lernen

Das Porsche Learning Lab: Lernen Raum geben

5. Mai 2020 - 21:36

Im MOOCamp 2020 hat ZF Friedrichshafen den Staffelstab an Porsche weitergereicht. Zur Diskussion steht in dieser Woche das Konzept des „Porsche Learning Lab“. Matthias Görtz und das Porsche-Team haben Ideen und Rahmenbedingungen gestern live vorgestellt – wieder vor ca. 250 MOOC-Teilnehmern (die Aufzeichnung steht bereits online). Tagesaufgaben und eine „virtuelle Co-Create Challenge“ sind vorbereitet. Ein Spielfeld für die Community stellt Mural dar (siehe unten). Wir dürfen mitmachen und gespannt sein …

„Wir bei der Porsche AG befinden uns auf einer Reise von der wissenden zur lernenden Organisation. Dabei spielen Lernräume eine entscheidende Rolle. „Porsche Learning Lab“ steht zum einen für unser Konzept eines physischen Lernraums, in dem wir Rahmenbedingungen für Lernen kreieren, Impulse setzen, Akteure vernetzen und Orientierung geben wollen. Zum anderen gestalten wir auch virtuelle Räume, um unsere Mitarbeiter bei der Entwicklung von „Learnability“ und „Growth Mindset“ zu unterstützen.“
miriamruhkamp, Corporate Learning Community/ MOOCamp 2020, 30. April 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Communities können sehr viel, wenn man sie lässt

4. Mai 2020 - 11:56

Die Fakten aus diesem Interview mit Achim Brueck, Coordinator Corporate Community Management bei Daimler: Seit 2012 pflegt man hier Community Management. Heute kann man auf 200 zertifizierte Community ManagerInnen zurückgreifen. Das Social Intranet des Konzerns verzeichnet über 210.000 aktive Nutzer und 17.000 Communities. Der Erfolg des Social Intranets, so Achim Brueck, baut neben dem Community Management auf dem Multiplikatoren-Netzwerk „netWork“, auf Working Out Loud und auf einem breiten Spektrum an Trainingsangeboten auf. Weitere Details im Interview. 

„Communities können sehr viel, wenn man sie lässt. … Communities stehen für Selbstorganisation gemeinsam mit anderen. Sich selbst zu helfen und seinen Zweck mit ein paar Klicks und ohne formales Trara selbst zu verfolgen, ist in Konzernstrukturen nicht immer selbstverständlich.“
David Wagner, Interview mit Achim Brueck, MUUUH!, 30. April 2020

Kategorien: Lehren und Lernen

Nach der Learning Challenge 2020 – wie geht das Lernen bei der ZF Friedrichshafen AG weiter?

1. Mai 2020 - 16:25

Die erste Woche unseres MOOCamps 2020 ist schon wieder um. Gestaltet und moderiert wurde sie vom Team der ZF Friedrichshafen. Im Mittelpunkt stand die „ZF Learning Challenge 2020“, ein Massive Open Online Course, der Anfang des Jahres im Unternehmen umgesetzt wurde. Die Details zum MOOC, einem dreiwöchigen Diskussionsangebot mit vielen Themen, Impulsen und Challenges, finden sich in den Beiträgen des ZF Teams zum MOOCamp.

Vor diesem Hintergrund wurde die Community am Montag eingeladen, folgende Fragen mit dem ZF Team im Laufe der Woche zu diskutieren: 
– „Wie können wir das Konzept erweitern/ anpassen, damit wir auch Teilnehmende erreichen, die noch sehr weit weg von den Themen informelles Lernen und Digitalisierung sind?“
– „Welche Themen sind noch wichtig, sprich was treibt euch und eure Kollegen/Mitarbeiter rund um die Themen informelles und soziales Lernen sowie Lernräume gestalten um?“
– „Wie schaffen wir es, die Führungskräfte als Teilnehmende und Unterstützende zu gewinnen?“
– „Wie halten wir nun die Aktivität/ Aufmerksamkeit der bisherigen Teilnehmenden hoch und aktivieren diese wieder für weitere Aktionen/ Maßnahmen?“

Ich habe heute über 120 Kommentare gezählt. Hinzu kommen die vielen TeilnehmerInnen an den beiden Live-Sessions am Montag und Donnerstag. Themen der Diskussion bildete zum Beispiel die Frage, ob der Lernbegriff nicht bei vielen Zielgruppen zu negativ besetzt ist und ob man ihn deshalb in der Kommunikation lieber vermeiden sollte; oder wie Weiterentwicklungen dieses MOOC-Formats aussehen könnten. Das ZF Team ist hier schon aktiv und konzipiert gerade eine „Learner Journey for Leaders“ …

Und hier noch ein Teil des Rückblicks des ZF Teams im Originalton:
„Um die Woche abzuschließen, möchten wir euch die bisherigen Ergebnisse hier zusammenfassen:

  1. Die Learning Challenge war ein gelungener Einstieg, um das Thema Lernen bei der ZF zu fokussieren. Diesen Einstieg können wir dazu nutzen, um Multiplikatoren zu suchen, die die Themen in den Konzern tragen. So können auch Mitarbeiter, die derzeit noch weiter entfernt von dem Thema Lernen sind, aktiviert werden.
  2. In weiteren Projekten wäre es denkbar, konkrete Themen aus den Fachbereichen wie E-Mobility , Autonomous Driving etc. Hinzufügend könnten die Mitarbeiter selber aktiv werden und Themen einbringen bei denen aus ihren Augen noch Bedarf herrscht.
  3. Um die Führungskräfte als Lernende und Unterstützende zu gewinnen, müssen sie selber Erfahrungen mit MOOCs und ähnlichen Angeboten machen.“

Kurz: Ein gelungener Auftakt, wie ich finde! Und eine tiefe Verbeugung vor dem ZF Team, das seine Erfahrungen hier mit uns geteilt hat!
globallearningzf, Corporate Learning Community, 30. April 2020

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Edu F.U.N. – eine Edu-FuckUp-Night vom EduCamp (Corona Log 22)

30. April 2020 - 23:44

Jöran Muuß-Merholz schreibt: „Beim Format „FuckUp-Night“ berichten Menschen in kurzen Vorträgen von ihrem Scheitern. Wenn man die Methode auf den Bildungsbereich anwendet, kann man von einer „Edu-FuckUp-Night“ sprechen. Wir haben das mal ausprobiert.“ Herausgekommen sind ein knappes Dutzend kleiner Bildungsunfälle (1:13 Std.), aufgenommen im Rahmen des EduCamp Frankfurt/cOnline (#ecfra20). Sehr unterhaltsam. Und sicher nicht meine letzte Referenz auf die Corona Logs.
Jöran Muuß-Merholz, J&K – Jöran und Konsorten/ Blog, 28. April 2020

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