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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 6 Minuten 45 Sekunden

KI-basierte, adaptive Lernumgebungen

5. Juli 2019 - 23:23

Künstliche Intelligenz, adaptives Lernen und personalisierte Lernumgebungen. Das sind aktuelle Schlagworte, die in keinem Trendbericht fehlen. Von daher ist der Beitrag von Christoph Meier, der uns einen Überblick bietet und der einmal genauer hinschaut, was hinter diesen Konzepten steckt, wie sie funktionieren und wo sie angewendet werden, begrüßenswert.

Was habe ich aus der Lektüre mitgenommen?

a) eine Definition: „KI-basierte, adaptive Lernumgebungen sind Lernumgebungen, die sich in Echtzeit an die Benutzer und ihren Lernstand anpassen.“

b) eine Unterscheidung: Adaptive Lernumgebungen arbeiten mit Informationen über das jeweilige Wissensgebiet und die entsprechenden Lernobjekte, mit Informationen über Lernpfade und Feedbackprozesse sowie mit Informationen über die Lernenden selbst, ihr Vorwissen und ihr Lernverhalten (Domänen-Modell, Tutorielles Modell, Lernenden-Modell).

c) verschiedene Beispiele: Wir kennen möglicherweise bereits adaptive Lernumgebungen (vielleicht arbeiten wir sogar schon mit ihnen!), wenn wir an Lernkarteikartensysteme, Sprachlern-Apps oder Plattformen für kuratierte Lerninhalte denken. Adaptive Lernplattformen bzw. intelligente tutorielle Systeme, die im Mittelpunkt des Beitrages von Christoph Meier stehen, werden uns dagegen in der Praxis seltener begegnen.

d) bestehende Grenzen:
– Die Beispiele adaptiver Lernumgebungen kommen, wen wundert’s, vor allem aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.
– In den vorgestellten Szenarien adaptiver Lernumgebungen spielen das Lernen in Gruppen und der Austausch mit Lehrenden und Lernenden (abgesehen von konkreten Feedbacks auf Ergebnisse oder Entscheidungen) keine explizite Rolle.
– Die konkreten Handlungshinweise am Ende des Beitrags („So gehen Sie vor!“) kann ich nicht einordnen. Macht es Sinn, als Bildungsexperte oder als L&D-Team eine entsprechende Plattform zu planen und zu entwickeln? Oder würde man nicht eher auf einer bestehenden Lernumgebung aufsetzen?
– Wie kann die Rolle der Lernenden im Umgang mit adaptiven Lernumgebungen gestärkt werden? Wie kann die „große“ Diskussion um KI und Algorithmen auch im „besonderen“ Feld der Bildung und Weiterbildung abgebildet werden? Offenheit, Transparenz, Werte und Teilhabe sind hier Stichworte. Datenschutz ein anderes. Christoph Meier klammert diese Stichworte in seinem Beitrag weitgehend aus.
– Wie gesagt, in den geschilderten Beispielen geht es häufig um Wissensgebiete, die (relativ) klar strukturiert sind: Mathematik, Sprachen. Ich will jetzt gar nicht groß nach „Kompetenzen“ fragen, die hier erworben werden können. Ich wäre schon neugierig zu erfahren, wie zum Beispiel eine adaptive Lernumgebung für das Feld der Politikwissenschaften oder der politischen Bildung aussehen könnte …

Christoph Meier, in: Karl Wilbers & Andreas Hohenstein (Hrsg.): Handbuch E-Learning. Köln: Deutscher Wirtschaftsdienst (Wolters Kluwer Deutschland). 80. Erg.-Lfg. April 2019 (via scil)

Bildquelle: beck-shop.de

Kategorien: Lehren und Lernen

Book review: Open and Distance Education Theory Revisited

5. Juli 2019 - 8:28

Obwohl Tony Bates selbst ein Kapitel beigetragen hat, weist er uns in seiner Review auf ein Problem hin, das sich in dieser Übersicht verschiedener „theories of open and distance learning“ wiederfindet:

„This is because I am seeing an increasing divergence between the ‘old’ field of open and distance education, and the newly emergent field of digital learning. Unfortunately the digitalization of education seems increasingly to be running in parallel and separately from open and distance education, but nevertheless the increasing digitalization of teaching and learning has massive theoretical and practical implications for open and distance learning.“

Auch über „Open Pedagogy“ hätte sich Tony Bates ein paar Zeilen gewünscht. Die vier „foundational theories“, die es in diese Übersicht geschafft haben, kreisen um die Begriffe „autonomy and independence“, „industrialized teaching and learning“, „transactional distance“ und „openness“ (geschrieben von Markus Deimann).

Auch auf einen weiteren Umstand weist Tony Bates hin: „Lastly I am sure readers will see the irony of a book on open and distance education which costs US$45 for an electronic version and US$30 to download a single chapter, especially since the authors get no payment from the publisher. This is predatory publishing – the complete opposite of open publishing.“
Tony Bates, Online Learning and Distance Education Resources, 1. Juli 2019

Bildquelle: Springer

Kategorien: Lehren und Lernen

„Bereits in drei bis fünf Jahren werden Methoden der Künstlichen Intelligenz die Hochschulbildung verändert haben“

4. Juli 2019 - 19:54

Im ersten Absatz heißt es: „Das Projekt der FernUniversität in Hagen will mit maschinellem Lernen und wissensbasiertem Expertensystem individuelles Lernen und Studienorganisation unterstützen“. Im einen Fall geht es also darum, Studierende gezielt bei der Erschließung ihrer Studieninhalte zu helfen. Im anderen Fall will man mit KI erkennen, wann Studierende drohen, den Anschluss zu verlieren und wo man gegensteuern kann. Aber, so Claudia de Witt, man steckt noch in der ersten, der Forschungsphase, und vom Ziel eines digitalen Assistenten wie dem berühmten Knowledge Navigator von Apple sei man noch weit entfernt. Andererseits sind „drei bis fünf Jahre“ nicht mehr so lange hin … 
Christine Schumann, Gespräch mit Claudia de Witt, Deutscher Bildungsserver, 1. Juli 2019

Bildquelle: knownav (YouTube)

Kategorien: Lehren und Lernen

AnjaTime #035 HANGOUTS ON AIR war ein Booster

4. Juli 2019 - 13:04

Die unermüdliche Anja C. Wagner rekapituliert hier etwas Video-Geschichte. Genauer: Videotechnologie-Geschichte. Sie bedankt sich bei YouTube und den Google Hangouts („Demokratisierung der Video-Technologie“), berichtet von eigenen Erfahrungen („ununi.TV“) und freut sich auf die nächste Phase („Professionalisierung“) und weitere, neue Experimente jenseits klassischer TV-Formate.
Anja C. Wagner, YouTube, 2. Juli 2019

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Bildung und Digitalisierung

3. Juli 2019 - 14:56

Die aktuelle Ausgabe von „Aus Politik und Zeitgeschichte“ widmet in verschiedenen Beiträgen dem Thema „Bildung und Digitalisierung“. Aufhänger ist der Digitalpakt. Die Beiträge selbst spannen einen Bogen von Kindertagesstätten und Schulen bis zur Hochschule im Zeichen der Digitalisierung. Erwachsenenbildung und berufliche Weiterbildung stehen nicht im Fokus, sind aber natürlich Gegenstand des allgemeinen Bildungsdiskurses, den zum Beispiel Jöran Muuß-Merholz im einleitenden Essay („Der große Verstärker. Spaltet die Digitalisierung die Bildungswelt?“)
aufnimmt.
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 27-28 /2019), Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), 28. Juni 2019

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Trendstudie 2019 des Wuppertaler Kreises

3. Juli 2019 - 0:03

Im aktuellen Trendbericht (29 S.) des Wuppertaler Kreises (Bundesverband betriebliche Weiterbildung) geht es natürlich darum, wie die Branche die wirtschaftliche Lage einschätzt (überwiegend positiv, wenn auch nicht euphorisch). Aber auch die Digitalisierung ist hier angekommen und im Kapitel „Trends“ ein zentrales Thema.

So bilden zum Beispiel die „IT-Kompetenzen und digitale Kompetenzen“ (Platz 1), „Veränderungsmanagement“ (2), „Führung von virtuellen bzw. standortübergreifenden Teams“ (3) und „agile Methoden in der Führung“ (4) die Schwerpunkte in der Führungskräfte-Weiterbildung.

Die Bereitstellung von Selbstlerneinheiten, Online-Tests und Videos sind heute wichtige Bestandteile des Angebotsspektrums vieler Mitglieder des Wuppertaler Kreises.

Mit Blick auf die eigenen Geschäftsmodelle steht ganz oben: „Für Weiterbildungsunternehmen ist die eigene Digitalisierung ihres Produktspektrums unabdingbar.“

Und dann wurden die Mitglieder noch nach der Zukunft von Bildungsplattformen für die Bereitstellung und Vermarktung von digitalen Angeboten und Dienstleistungen gefragt (s. Abbildung). Eine Plattform in öffentlicher Trägerschaft, wie es mit MILLA angedacht war, wird dabei klar abgelehnt.

Wuppertaler Kreis, Juli 2019

Kategorien: Lehren und Lernen

Geschichte lernen per Messenger

2. Juli 2019 - 16:14

Noch einmal 5:04 Minuten über ein Bildungs-Highlight der letzten Monate, das digitale Storytellingprojekt des Bayerischen Rundfunks „Ich, Eisner!“ BR-Redakteurin Eva Deinert berichtet über die Überlegungen, die zum Projekt führten, sowie einige Herausforderungen, die entstehen, wenn historische Komplexität auf einen Kurznachrichtendienst trifft.
Theresa Samuelis, Interview mit Eva Deinert, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), 18. Juni 2019

Bildquelle: Unbekannt (Wikipedia)

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Lernen mit digitalen Karteikarten

2. Juli 2019 - 7:42

Ich habe vor allem und zuerst nach einem Grund gesucht, nach langer Zeit wieder einmal auf den wunderbaren ToolBlog von Stephan List zu verlinken. In diesem Artikel berichtet er von einigen Programmen, mit denen er gerade experimentiert. Es geht um das Prinzip der Lernkartei nach Sebastian Leitner. Die Programme heißen Anki, Mochi und Quizlet.
Stephan List, ToolBlog, 14. Juni 2019

Bildquelle: strichpunkt (pixabay)

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Darf es ein bisschen mehr Erwachsenenbildung sein?

1. Juli 2019 - 6:22

In der Nationalen Weiterbildungsstrategie, die im Juni 2019 veröffentlicht wurde, findet die allgemeine Erwachsenenbildung, so Lars Kilian, fast keine Beachtung. An einer einzigen Stelle im Dokument wird der Deutsche Volkshochschulverband erwähnt. Der Fokus liegt ganz auf der beruflichen Weiterbildung. Das ist problematisch, weil so viele Bevölkerungsgruppen und Bildungsinteressierte ausgeblendet werden. Vor diesem Hintergrund zeigt der Autor Verbindungen auf, die zwischen den in der Strategie geschilderten Herausforderungen und den Angeboten der Erwachsenenbildung bestehen.

„Wie soll gesellschaftliche Teilhabe gelingen, wenn nur berufliche Qualifizierung fokussiert wird, aber ein Teil der Bevölkerung neue Begrifflichkeiten und dahinterstehende Konzepte oder neue Formen der Organisation des Miteinanders durch Digitalisierung nicht versteht? Mit Blick auf den demografischen Wandel sind hiervon sicher nicht wenige betroffen.“
Lars Kilian, wb-web, 28. Juni 2019

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